Exklusive Berichte aus der Welt meiner RS, UOS und OS der Panzergrenadiere. Neu mit brandheissen News aus dem WK!
"Die Führer unserer gepanzerten Truppen müssen von keckem, wagemutigem Reitergeist erfüllt sein. Sie sollen kühl überlegend Risiken auf sich nehmen, sollen Schema und Regeln, verachten, weil sie dazu erzogen sind, wachen Geistes die Gunst des Augenblicks zu erkennen und entschlossen auszunützen." - Oberst i Gst Wittwer, Kdt MLT OS 1/68
Freitag, 5. Dezember 2008
Ach du schreck... Wo sind meine Notizen
Freitag, 31. Oktober 2008
Inspektion... Die letzten Stunden vor dem sicheren Tod...
Da sich die OS auch langsam dem Ende zuneigte, stand diese Woche vor der von uns so gefürchteten DHU die Inspektion auf dem Programm.
Wie jede Inspektion, fing sie mit der Präsentation der Kompanie an. Bedeutet: Hinstehen, Ausrichten, Warten, Achtung, Warten, Ruhn. Wie sich das für eine OS gehört in stehts strammer Haltung und mit viel Körperspannung. Die Präsentation ist uns natürlich geglückt.
Anschliessend gings schon los mit der eigentlichen Inspektion. In Gruppen verschoben wir per Velo an den Ausgangspunkt des Stern-OLs. Von dort aus mussten wir diverse Posten anlaufen.
Posten um Posten zum Ziel
Als erster Posten wählten wir den Sanitätsposten. Wir wollten ihn schnell hinter uns bringen, da wir alle so ziemlich keine Ahnung mehr hatten. Ist ja auch klar, die letzte SAN Ausbildung genossen wir noch in der RS und das ist ja jetzt au schon so einige Wochen her.
Am Posten mussten wir zuerst eine Puppe beatmen. Plötzlich hörten wir von weither eine Person schreien. Ein Markeur lag am Boden und klagte darüber, dass er sich ins Bein geschossen hatte. Bereitwillig halfen wir ihm. Überprüften seinen Puls und verbanden die Wunde.
Doch nichts half, er wurde Bewusstlos. Es wurde hektisch. Wird er uns elendiglich auf den Feld verrecken? Oder können wir ihn noch retten? Heldenhaft packten wir ihn auf die SAN Bahre und verluden ihn auf dem Puch.
Leider gefiel es dem Experten gar nicht... Der Gruppenchef verpasste es voll und ganz die Führung zu übernehmen und anscheinend war unsere Behandlung auch nur mittelmässig. Da leider der Brigadier neben uns stand bekamen wir an diesem Posten eine eins. Der Postenchef bekundete nach abreisen des Herrn Generals, dass er uns eigentlich eine zwei gegeben hätte aber es ein Entscheid von oben sei. Schade Schade...
Naja es ging weiter und unsere Gruppe arbeitete sich fleissig durch alle Posten durch. An einem Posten mussten wir einen gesicherten Halt beziehen, an einem anderen ein SIM Gefecht schiessen, etc., etc.
Der letzte Posten stand dann auf dem Programm, wir waren schon viel zu spät dran und ich war Gruppenchef zu diesem Zeitpunkt. Ich trieb meine Gruppe an, denn wir mussten die vorgegeben Zeit einhalten.
So verschwanden wir nach kurzer Zeit im Taktiksimulator ELTAM. Ich war Zugführer und musste mein Zug so schnell wie möglich von einem Punkt der Karte zum anderen führen. Auf dem Weg dorthin musste ich feststellen, dass eine Brücke gesprengt war und ich eine Umfahrung beantragen musste. Dachte schon ich habe was falsch gemacht. Doch schlussendlich kamen wir rechtzeitig an und der Übungsleiter war zufrieden.
Hehe, bis auf einen Punkt, meine Eigeninitiative, sobald die Simulation gestartet war, konnte ich nicht mehr warten und liess meine Panzer so schnell wie möglich stossen. Hatte ich doch gleich vergessen, dass da der Kadi auch noch ein Wort hätte mitreden sollen. :-D Naja, dachte halt ich sei ganz auf mich alleine gestellt und müsste heldenhaft den Krieg alleine gewinnen...
Irgendwie schafften wir es noch rechtzeitig aus dem Simulator raus und bestiegen unsere Pferde... ähh Fahrräder. Mit Lichtgeschwindigkeit beamten wir uns zurück und gaben das Postenblatt sage und schreibe eine Minute vor Ladenschluss ab. Phu...
Auswertung
Wisst ihr was das schlimmste an der Inspektion ist? Das wenn sie vorbei ist, der nächste Termin DHU heisst... Und so war mir doch etwas mulmig zumute, als wir im Theoriesaal sassen und der Brigadier uns über unsere Schwächen in der Kameradenhilfe aufklärte. Doch wenigstens gab es ein positiver Punkt meine Patroullie gewann die Inspektion. Hehe :D
So und jetzt gings ab ins Zimmer... Mal schauen wie lange wir dort wohl liegen bleiben....
Sonntag, 17. August 2008
Woche 11 - Just chillin'?
Nach der Strapazen und Anstrengungen von Aioje hatten wir uns eine kleine Verschnaufpause verdient. und so fand am nächsten Tag die Übung Swimmingpool statt. Wir verschoben mit Duros ins Freibad in Prontrut und verbrachten dort einen angenehmen Tag beim bädelen. Leider spielte das Wetter nicht gerade mit. Anstatt zu sünnele, genossen wir den leichten Niesselregen, der auf unsere geschundenen Rücken prasselte.
Höhepunkt war dann noch das 400 Meter Rennen. Natürlich kann es nicht sein, dass das Militär einfach so in die Badi geht um zu entspannen, nein auch hier gehörte ein kleiner Wettbewerb dazu. Die Invalidentruppe Thun musste sich nacheinander ins Pool begeben und dort einen knallharten Kampf gegen Wogen und Wellen führen. 400 Meter Freistil, Phelps währen vor Staunen die Augen rausgefallen, wie wir uns durch den Pool kämpften.
Bei manchen sah das ganze mit den vielen Muskelkatern und sonstigen Schmerzen, mehr nach einem Kampf um das Ertrinken als ein Wettrennen aus. :-)
WEMA
Leider konnten wir uns nicht allzu lange erholen, denn es stand schon wieder mal eine WEMA an. Diese bestand grösstenteils daraus die dreckigen Panzer zu waschen. Man vebrachte ca. einen ganzen Morgen auf dem Waschplatz. Der Staub und Dreck hatte sich wie Beton an den Panzer gekleppt und konnte nur mit ziemlich viel Druck und Wasser wieder weggebracht werden.
Heimfahrt - Globi der Stadtbildverschönerer
Dann war die schöne und lehrreiche Phase Thun schon wieder vorüber und für uns gings zurück Richtung Thun. Diesemal aber nicht über den direkten Weg. Nein die Übung Ritorno sollte uns den Heimweg versüssen.
Nach einer etwas längeren Autofahrt, die ich vor allem damit verbrachte meinen versäumten Schlaf nachzuholen. Fassten wir nach einem Bahnablade unseren Schüpa und einen Leo. Mit diesen verschoben wir von nun an in Richtung Thun.
Ich hatte die Ehre oder die Pflicht den Schüpa zu fahren. Alle anderen waren entweder zu Faul, hatten keine Lust oder ihren Ausweis vergessen (für einige galten sogar alle Punkte...)
Ich genoss es, auch wenn ich in Burgdorf noch etwas das Stadtbild verschönerte und einen extrem wüsten eckigen Randstein, die nötigen Rundungen verpasste, damit er auch in das wunderschöne Stadtbild passte.
Als mir auf einer langweiligen Strecke etwas langweilig wurde, und weit und breit kein Gegenverkehr war, fing ich einwenig an die Raupenpolster im Formel 1 Style aufzuwärmen. Ich fuhr also ganz kleine Kurven. Dem Kommandanten auf dem Panzer gefiel es nicht, wahrscheindlich weil ich ihn geweckt habe. Aber liebe Leute lernt eines: Macht sowas nie, wenn der Chef VT (Verkehr und Transport) hinter einem fährt. Der hatte gar keine Freude und tat dies beim nächsten Halt auch kund :D.
Ein absolutes Highlight war jedoch die Brückenüberquerung. Die Genietruppen von Burgdorf hatten uns eine Brücke gebaut. Ein wirklich kuhles Gefühl über diese hinweg zu segeln.
Back home
Ja und dann waren wir wieder in Thun. Unserer schon fast Heimat. Unsere Steine im Magen wurden langsam grösser. Denn jetzt trennte uns nur noch ein Wochenende vor der Durchhalteübung "VERITAS". Werden wir diese Überleben? Werden unsere Füsse nach den 100km noch die selben sein? Wer weiss...
Samstag, 28. Juni 2008
SONDERAUSGABE: Übung Ajoie
Die Nacht davor - 23:30
Am Sonntag rückte so der einte oder andere Aspirant mit einem mulmigen Gefühl ein. Die Übung Ajoie stand bevor. Im Zug wurde laut und heftig über die Strecke diskutiert. Klar war, dass man mindest 50km laufen musste und klar war auch, dass man uns so ziemlih alles Gepäck was so rumlag auf den Rücken band.
Ziemlich unglücklich fuhren wir an Saint Ursanne vorbei, hatten wir von ehemaligen Aspiranten erfahren, dass hier der Wendepunkt sei. Noch bleicher wurden wir als wir durch diverse Tunnels fuhren. Ein Hügel nach dem andern...
Angekommen in der Kaserne glich unser Stock einem wilden Ameisenhaufen. Das Gerücht hatte sich verbreitet, dass man bei fehlendem Material eine extra Runde drehen musste, brachte so mancher dazu sein Material noch einmal zu kontrollieren. Um 23:30 waren wir dann alle im Bett, doch der Schlaf war kein langer, schon um 4 Uhr sollten wir geweckt werden...
The Wakeup call – 4:00
Um Punkt 4 Uhr wurden wir geweckt, dann gabs ein letztes Früstück und schon bald befanden wir uns im Theoriesaal zur Übungseinführung.
Ziel der Übung: „Das Ziel ist das Ziel“. Die Message war also klar. Egal wie lang man hatte, haupsache man kam an.
Um den Start etwas zu staffeln hatten sie die Berufskader wieder etwas sehr kreatives ausgearbeitet. Wir mussten in den Patroullien einen Intelligenztest ausfühlen mit Schuma auf. Wie kreativ. J Natürlich gewann unsere Gruppe souverän das Qualifing und durfte sich als erstes auf die Piste machen.
Was für ein Gepäck – 4:15
Ich verzichte hier auf eine genaue Auflistung des gesamten Packungsbefehl, dies würde den halben Blog füllen und das wollen wir ja nicht. Grundsätzlich bestand er aus: Grundtrageinheit (komplett inkl Schuma), Randvoller Kampfrucksack, Helm, Sturmgewehr und Pistole. Eine ziemliche Last. Und die Schultern fingen schon vor Freude an zu schmerze, als sie das Gewicht spürten. Doch da half nichts, über die Panzerpiste gings in Richtung Courtedoux.
Pfadfinderglück – 6:00
Der Kartenleser und ich als Patroullienchef, hatten dann die glorreiche eine Feld-Wald und Wiesenabkürzung zu nehmen. Diese wurde leider dann durch eine ziemlich Grosse Autobahnbaustelle gestoppt. Doch ich als alter Jungscharleiter wollte nicht aufgeben und so beschloss ich eine kleine Klettertour über einen ziemlich steilen Hang zu machen und so die Baustelle zu umgehen. Ausser ein zwei dummen Bemerkungen meiner Patroullie kamen wir aber ziemlich gut voran. Und als ich oben auf dem Hügel noch Walderdbeeren fand und diese genüsslich Verschlang war meine Motivation wieder auf einem Höhepunkt.
PS: Alle anderen weigerten sich diese zu essen, ist die Welt schon so steril das man Angst hat das zu essen was uns die Natur gibt und nicht nur die Migros?“
Die lieben Patroullienmitglieder, wollten mir schon anhängen, dass ich mit dieser Abkürzung ziemlich viel Zeit verloren hätte, doch stolz zeigte ich ihnen am nächsten Posten, dass wir auf die Gruppe vor uns 10 Minuten gut gemacht hatten!
Der erste Aufstieg – 8:00
Und schon bald kamen wir aus der Ajoie Ebene raus und das grosse überdimensionale brutale Juramassiv stand vor uns.
Kameradschaftlich wie ich bin, habe ich meine Gruppe mit zurufen wie: „Kommt Jungs es sind nur 3km bis zum Verpflegungsposten... Und die 400 Höhenmeter, ach die spürt man doch gar nicht in den Beinen:“
Doch leider irrte ich mich da, diese verdammten Höhenmeter waren ziemlich krass und ich merkte bald, dass die Gerüchte um Ajoie (wie es unser Klassenlehrer schon immer betont hatte) alle Wahr sind.
Wasser.... Wasser - 9:00
Hier im ersten Aufstieg fingen auch schon die ersten logistischen Probleme der Übung sich bemerkbar machen. Unser Kadi (Name der Redaktion bekannt) hatte uns sehr ans Herz gelegt viel zu trinken, doch die ersten 10km gabs nirgends Wasser auf der Strecke. Und die Feldflasche war auch ziemlich schnell leer. Sollte es passieren, dass massenhaft Aspiranten an Dehydration zusammenkrachen?
Ich verteilte noch die letzten Tropfen meiner Feldflasche an die Kameraden und trieb sie weiter den Berg hoch: „Kleiner Ficker“ hörte ich aus den hinteren reinen. ;-) Doch ich hatte Durst und wollte den Hügel schnell hinter mich bringen. Ausserdem gabs oben auf dem Hügel wieder Wasser....
Ahhh meine trockene Zunge lechzte nach Wasser und der Energieriegel blieb mir vor Trockenheit im Mund irgendwo im Hals stecken.
Posten 1 – 10:00
Endlich oben, doch an ausruhen war nicht zu denken, irgendwie hatten es die Postenchef immer eilig und schickten uns, kaum waren wir da schon wieder weg. So konnten wir da auch nicht wirklich viel trinken, denn es weiss wohl jeder, dass es nichts bringt innerhalb von 5 Minuten ein Liter Wasser hinter die Binsen zu kippen.
Der Abstieg – 10:15
Dann gings abwärts, weit weit abwärts. Ach wieso nur, jeder Höhenmeter tat meinem Herz weh, denn ich wusste doch, dass jeder einzelne mich am nächsten Aufstieg wieder kitzeln würde. Und als wir etwa 100 Meter von der Französischen Grenze standen, überlegten wir uns ernsthaft über die Grenze zu treten, uns der französischen Gendarmerie zu übergeben und ein gratis Ausflug nach Paris zu gewinnen und dort einwenig zu sitzen bis sie uns wieder über die Grenze schmissen.
The road on the river – 11:00
Irgendwann standen wir dann am Fluss Doux wo unsere Augen von einigen hübschen jungen Frauen verwöhnt wurden, die uns nett zuwinkten. (Ach wie frustrierend die waren jetzt gemütlich am bädelen und wir liefen uns die Füsse wund.
Langsam gings weiter, der Fluss war ewig lang und plötzlich fing das Unglück an unsere Patroullie einzuholen. Unser erste Mann musste aufgeben, seine Kniescheibe flog raus. Hier verloren wir ca. 45 Minuten bis der Übungsleiter endlich uns erreicht hatte und sich entschieden hatte ihn mitzunehmen. (Natürlich konnten wir den Kameraden nicht einfach zurücklassen, war gegen die Übungsbestimmungen). Wir genossen also den Schatten einer Pappel und warteten und päuselten so rum.
Das weiterlaufen war dann umso schwerer. Der Rhythmus war weg, und ich konnte kein Fuss mehr vor den anderen setzen ohne Schmerzen. Auch der Rest der Patroullie war angeschlagen und wir kamen nur sehr langsam vorwärts.
Saint Ursanne, der Wendepunkt???? – 13:00
Ja und dann irgendwann kamen wir in Saint Ursanne an und vor uns stand ein Hügel mit etwa 400 Höhenmeter unterschied auf zwei süssen Kilometer verteilt. Hier gings also wirklich steil hinauf und auch das idyllische Städtchen konnte uns nicht mehr aufheitern. Ich hatte bereits ein zweites Sturmgewehr eines Kameraden gefasst, damit ich den Aufstieg noch etwas mehr geniessen konnte.
Mittagesessen, so nah und doch so fern – 15:00
Luftlinienmässig standen wir praktisch schon vor dem Essen doch die Äqudistanz der Karte sagte da was anderes aus. Alle 100-200 Meter bezogen wir einen Halt damit sich die Gruppe wieder erholen konnte. Und die letzten 300 Meter waren die Hölle, ein Grashang und keine wollte mehr. Ich bildete mit einem Kameraden ein Vordet um das Mittagessen zu erkunden. Warf mein Material oben hin und ging mal wieder hinunter um noch meinen Kameraden zu helfen.
Und hier passierte es, der zweite Mann viel aus, er konnte nicht mehr. Die viele Sonne und das wenige Wasser hatte ihm sichtlich zugesetzt und ihm war hundsübel.
So „genossen“ wir unsere Mittagspause, ich stellte ein Gesuch beim Kadi, dass der Aspirant nicht mehr weiter machen müsste oder zu einem späteren Zeitpunkt wieder einsteigen könne. Doch er meinte nur, dass dies der Doktor entscheiden müsse. Also warten wir hier wieder mal bis endlich der Doktor auftauchte, der dann die gleiche Idee hatte und den Aspiranten mitnahm. Also waren wir schon zwei weniger...
Guten Tag ihr lieben Knie – 16:00
Der Abstieg nach dem Mittag war ein ganz besonderer Genuss. Er war verdammt steil, führte über mörderische Waldwege, rutschige Kuhweiden und Stacheldraht. J Doch ein richtiger Grenadiere kämpft weiter :-P Die Knie fingen schon glücklich an zu knirschen und der Rucksack war wohl auch nicht gerade eine Erleichterung für sie.
Irgendwie kamen wir dann unten an und standen so da am Fusse des Berges und entschlossen uns jetzt wieder etwas an zu ziehen damit der Marsch bald vorbei sein möge.
sChrücht es Schneggli – 18:00
Unserer Gruppe gings immer schlechter. Und so hatte wir schon wieder einen Motorenschaden zu beklagen. Einer der Aspiranten konnte nicht mehr schnell laufen. Es ging einfach nicht mehr. Er konnte sich nur noch im Schneckentempo bewegen. Da half weder Stossen noch ziehen. Die Schmerzen waren zu gross. Wir genossen also die Gegend und tapsten und dümpelten durch die Gegend, bis wir endlich wiedermal ein Verpflegungsposten ereichten.
Sofort rief ich dort den Kadi an und konnte immerhin eine Gepäckserleichterung für den armen Aspiranten erzwingen. Eine grosse Motivationsspritze gab es an diesem Posten auch noch, der Aspirant, welcher beim Mittagessen ausgeschieden war, stiess wieder zu uns!
Der lange Weg über die Ebene – 21:00
Es ging endlich wieder schneller, nach einer Boullion und der Gepäckserleichterung konnte auch der Aspirant wieder einwenig schneller laufen. So kamen wir für ein Stuck wieder gut voran. Doch schon bald mussten wir merken, dass Wasser immer noch Mangelware war. Gehörte verdursten wirklich zur Übung? Naja, auf jedenfall konnten wir auf die Unterstützung der Bevölkerung zählen. So fuhr uns ein Ehepaar extra nach um uns mit Wasser und Eistee zu versorgen. Und von allen seiten bekamen wir ermunternde Zusprücke über.
Dann kam aber leider der wohl psychologisch härteste Teil der Übung. Eine riessige Ebene mit einer leichten Steigung drin. Wir liefen und liefen, hinter jeden scheiss Hügel, kam wieder einer und noch einer. Und das Zwischenziel kam einfach nicht näher. Felder links, Felder rechts... Kein Ziel in Sicht und motivierende Sprüche verdunsteten an der brütenden Hitze in Millisekunden.
Einer meiner Kameraden sah zusehends schlechter aus, er wollte nichts mehr essen und trinken. Ein Anruf bei der Übungleitung half nicht. Anscheinend hatten die anders zu tun, sie weigerten sich die Sache vor Ort anzusehen und liessen ihn weiterlaufen. Ergo wir standen 20 Minuten später in einem Dorf und er kotzte sich die Seele in einen wunderschönen jurasischen vorstädtischen Garten aus.
Bei dieser Meldung liessen sie ihn dann endlich aus dem Rennen ausscheiden. Langsam frag ich mich wirklich nach welchem Schema sie hier die Leute rausnehmen. Muss man zuerst Umfallen und Halbtod daliegen bis einer reagiert. Ja klar sie hatten bei der brüttenden Hitze genug zu tun und rannten von Patroullie zu Patroullie aber trotzdem. Die Leute einfach weiterlaufen zu lassen?
Entäuschung Teil 1 – 22:30
Wieder hatte der Aspirant mit der Gepäckerleichterung Probleme. Es ging nun wieder gar nicht mehr er hatte grosse Schmerzen in Füssen und Beinen und konnte nicht mehr weiter. Ratet mal was die Antwort am Telefon war? Richtig: „Weiterlaufen nehmt ihm sein Gepäck ab (welches Gepäck) und sonst schiebt, zieht oder tragt ihr ihn!“
Wollten die unsere ganze Patroullie kaputt machen? Oder wieso liessen sie ihn weiterlaufen. Egal ich war Stinksauer und antwortet ziemlich frech am Telefon mit der Bemerkung: „Gut, kein Problem dann sehen wir uns Morgen Mittag!“ Wollt ihr die Antwort darauf wissen? „Gut ich werde da sein.“ Hehehe
Ganz militärisch korrekt machte ich nach der Problemerfassung:
- Der arme Russe kann nicht mehr weiterlaufen weil er brutale Schmerzen hatte
Eine Sofortmassnahmen folge sofort:
- Der Russe nach vorne, damit er nicht das Gefühl hat wir rennen ihm davon
Der Zeitplan muss ich gestehn kam etwas Schwach raus.
- Bis zur Befehlsgebung ca 2 Minuten und dann Hobe....
Beurteilte die Lage:
Auftrag:
- Aussage: Um zu bestehen mussten wir ins Ziel kommen
- Erkenntnis: Wenn wir aufgeben haben wir nicht erfüllt
- Konsequenz: Aufgeben ist keine Option :-P
Umwelt
- A: Wir hatten einen Hügel von ca 100 Höhenmeter vor uns
- E: Vor dem Hügel stehen demotiviert die Gruppe
- K: Der Hügel muss so schnell wie möglich hinter uns
- A: Wir mussten noch ca 10km laufen
- E: Die Truppe war müde
- K: Eine Pause würde allen gut tun
Gegnerische Mittel
- A: Wir kamen nur mit ca 1-2km/h vorwärts und hatten einen verletzen
- E: So würden wir ca Morgen Mittags ankommen
- K: Damit hätten wir wohl nicht erfüllt
Eigene Mittel
- A: Wir waren 4 Leute und drei davon waren noch einsatzfähig aber müde
- E: Das schwere Gepäck könnte zu einem weitern Problem werden je länger es geht
- K: Die Schultern brauchen dringen entlasstung
Zeitverhältnisse
- A: Nach dem Kadi hatten wir bis Morgen Mittags Zeit
- E: Wir mussten uns also nicht beeilen
- K: Eine Pause sollte also drin liegen
Dann ging ich weiter und Fasste einen Entschluss:
- So können wir nicht weiterlaufen, ein Marschhalt muss gemacht werden.
Nun musste ich nur noch eine Plan entwickeln...
- Mittels der Karte folgte ein Kartenentschluss: Ich wollte noch bis auf den Berg hinauf laufen, damit wir das schlimmste hinter uns hatten und dort eine Scheune suchen für einen Marschhalt
Kurz darauf informierte ich die Truppe und befahl die weiteren Schritte.
Jaja so ganz militärisch kann man die Entscheidung ausdrück wenn man eigentlich meinte: Chum leck du mir doch am Arsch, mit so eim laufe mer nüm wiiter mir lieged irgendwo da ob eis Heu und de Kadi chan den luege öb er ihn na will zemelesse oder öb er ihn bi eus lah will.
Genüsslich lagen wir irgendwo in einer Scheune und pennten eine Stunde. Das tat wirklich gut und alle waren nachher motivierter auch der kaputte Aspirant konnte wieder etwas schneller watscheln.
Was mich unglaublich berührte war, dass meine Patroullie zwar alle ziemlich demotiviert waren und von selbst nicht mehr weiter wollten. Sie aber mir sagten, dass wenn ich diesen Lauf fertig machen wolle, dann stehen sie mir bei und kämen auch mit. Egal wie. Falls das einer von ihnen liesst. MERCI!
Und weiter geht’s... oder doch nicht. 1:00
Die Stunde schlaf hatte wunder gewirkt und der vorherige Aufstieg auf den Hügel hatte sich gelohnt, jetzt gings erstmals nur noch runter.
Plötzlich klingelte mein Handy. Es war der Kadi: „Für sie ist das rennen beim nächsten Posten vorbei. Ein Bus kommt sie ALLE abholen.“
VERDAMMT, HATTE ICH JE ALLE GESAGT??? Was für ein verdam... nein dann krampft man sich wie ein Idiot ab und am Schluss wird man ohne sinnvolle Begründung aus dem Rennen genommen. Wahrscheindlich wollten die Herren mit den dicken Strichen endlich ins Bett und waren zu faul die ganze Nacht aufzubleiben.
Einfach die Übungsbestimmungen mitten in der Nacht zu ändern und uns aus dem Rennen zu nehmen ist so ziemlich das letzte. Wenn sie uns vor dem Rennen informiert hätten, „Sie haben Zeit bis dann und dann.“ Aber einfach abbrechen damit sie dann auch mal schlafen gehen können oder ich weiss auch nicht. Wirklich eine Schweinerei!
Ich bettelte beim Kadi noch dafür, dass ich weitergehen könne mit meiner Patroullie exkl. Denen die nicht mehr wollten. Doch es war ihm scheissegal, dass es vielleicht Leute gibt die wirklich daran hängten diese Übung fertig zu machen.
Falls er irgendwann im Internet surft und diesen Blog liesst, soll er sich dies hinter die Ohren schreiben und nie vergessen, dass er genau so die Leute demotiviert. Denn meine Patroullie hat sich genauso abgemüht und trug mit abstand am längsten diese verdammten Rucksäcke die immer schwerer wurden.
Das Ende – 2:00
Die darauf folgenden verbalen Peitschenhiebe mittels: „Am Wochenende vor der DHU dürfen sie noch in die Nacharbeit, liessen wir wie Jesus von Nazareth wortlos über uns ergehen. Soll er doch... Wir alle waren stolz auf unsere Leistung und währe es nicht um die Übungsleitung hätten wir die Übung fertig gemacht, den wir währen noch die ganze Nacht gelaufen.
Ich dachte immer einer der diese Übung selbst gemacht hat, sollte mehr Verständnis dafür aufbringen, was es heisst die Übung zu bestehen und fertig zu machen. Naja, vielleicht ist er ja früh ausgeschieden in seiner OS und liess so an uns den Frust raus.
Zum Schluss möchte ich noch meiner Patroullie danken für das Durchhaltevermögen. Und ich hoffe ich habe euch nicht zu fest über die Hügel des Juras gejagt und ihr seit mir nicht böse, dass ihr wegen mir so weit laufen musstet.
Egal welcher Hügel das kommt, er kann uns nicht besiegen das können wohl nur die Übungsleiter...
Mittwoch, 25. Juni 2008
Woche 10 OS: Schlamm, Dreck und Erde
Montag, 16. Juni 2008
Woche 9 OS: Welcome to the durt and dusty roads...
Sonntag, 8. Juni 2008
Woche 8 OS: UOS Achtung...
Es wurde uns so ca 3 Mal am Tag gesagt, dass wir da hart durchgreifen sollen, denn wir legten in dieser Woche den Grundstein zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit in der RS.
AVOR
Doch die Woche fing ziemlich locker an mit einem Morgen Arbeitsvorbereitung (AVOR), einige von uns bereiteten noch ihre Programme und Übungen für die nächste Woche vor. Andere genossen einfach noch die Ruhe vor dem Sturm.
Das Wochenprogramm bestand eigentlich hauptsächlich aus Zielhangschiessen. So waren wir vor allem als Übungsleiter eingesetzt.
Zugführerrapport
Und schon war es Montag Nachmittag und wir traten in den Theoriesaal der UOS ein. VOn 17 neuigierigen Augenpaaren durchlöchert, nahmen wir am Rand platz. Als dann der Kalssenlehrer der UOS kam. Meldete ich pflichgemäss die Klasse. Ist schon noch was anderes, wenn man plötzlich wirkliche Untergebene und nicht Kameraden melden muss.