Montag, 31. März 2008

Der Of-Lehrgang

Endlich melde ich mich aus der Versenkung zurück um euch einen ultimativen, übersichtlichen und haargenauen Bericht über den Of-Lehrgang in Bern zu schreiben. Natürlich alles exklusiv rapportiert von unserem Sondergeheimreporter.

Einrücken, Fahnenübergabe, etc.
Ich rückte am Montag ordnungsgemäss ein. Das ganze Gepäck im Schlepptau. Bei der Kaserne Bern angekommen, hatte ich zuerst mal den Anschiss. Da ich der einzige der Panzertruppen in meiner Klasse war. Und somit kannte ich kein Schwein. Aber ja, natürlich konnte ich mich auch darüber freuen, dass die Leuten genau das Dokument wollten, dass ich zuunterst in meiner grossen Tasche verstaut hatte. Machte mir spezielle Freue meine Unterhosen auf dem ganzen AV-Platz zu verteilen um das Papier zu finden.
Als dann alles geklappt hatte und wir unsere Zimmer bezogen hatten (Bei mir gabs zwischen Füsilier, Fliegersoldat und Artillerist alles), wurden wir von unserem Kommandanten begrüsst. Die Einheit Wille in der ich eingeteilt war, ist eine von drei Einheiten. Zwei Deutsche (Herzog und Wille) und ein Russ (Guisan).
Was "speziell" am ganzen Morgen war, wir machten eine offizielle Fahnenübergabe. Dies war für alle neu. Man stolziert in 4er Kolonne auf den AV-Platz geführt durch den Zugführer (in unserem Fall der Klassenlehrer) dort marschiert der Feldi mit der Fahne von Links nach Rechts, der Kommandant grüsst das Feldzeichen während im Hintergrund die Militärmusik den Fahnenmarsch spielt. Zum Schluss singt man dann noch die Nationalhymne und fertig ist der Zauber. Traditionen sind ja schliesslich da um gewahrt zu werden.

Klassenlehrer: E hüere geyle Siech
Unser Klassenlehrer, war nicht ein "normaler" Klassenlehrer, sondern ein Schüler der Militärakademie, welcher bei uns sein Praktikum absolvierte. Im Rang war er Kadi und im Herzen ein Walliser. Er verstand sich auch darin sehr sehr schnell zu sprechen! Die ersten zwei Tage verstand man ihn also nur wenn er in Schriftsprache sprach. Das schnelle Wallisertitsch war einfach zu viel für uns.
Trotzdem ist er ein ziemlich guter Lehrer (hat auch Erfahrung, war Geschichtslehrer am Gimi), er wusste uns zu packen mit witzigen Pointen, Frechen Sprüchen und YouTube Videos. So hatte er auch ein ziemlich guten Gespür wer Müde war und wer nicht. Er wies die Müden aber nicht zurecht sondern wusste es mit gezielten Sprüchen sie wieder mit zu reissen. 

Wer hat meine Schuhe geputzt???
Nicht schlecht Herr Specht dachte ich mir, als ich eines Nachmittags an meinem zweiten Paar Schuhe vorbeischlenderte. Die waren doch wirklich geputzt. Unglaublich, das süsses Offiziersleben hat mich eingeholt ;-) Auch das Essen war unglaublich man bekam immer zwei Menus am Mittag und eine Cola dazu. Am Morgen gabs immer Aufschnitt, Käse, Orangensaft und Kaffee aus der Espressomaschine. Ausserdem hatte es ein Fernsehzimmer, dass nach der Arbeit immer rege genutzt wurde. Hotel Bern welcomes you :-) :-)

Führungsausbildung
Ein grosser Teil der vier Wochen war dazu da, uns in der Führungsausbildung zu fördern. So lernten wir den Führungsrythmus kennen und mussten unendlich viele mal die Lage beurteilen. So konnten wir das ganze auch in praktischen Beispielen üben. Wir mussten zB einen eingekesselten Zug retten und die Verletzten weg bringen. 
Für mich war die Aufgabe als Kampftruppler kein Problem. Doch einige hatten so ihre liebe Mühe. Einige ganz kreative Sanis zB. glaubten daran, dass sie mit einem Zug im Unbebauten Gebiet ein Ablenkungsmanöver machen könnten, währen das unbewaffnete ungeschützte Sanifahrzeug quer durchs Krisengebiet fährt. 
Aber ja ein Sani will halt Kundschaft in seinem Feldlazarett und drum war wohl diese Idee auch gerechtfertigt...

Unser Kommandant
Die Lehrgangseinheiten wurden nicht wie in der RS oder UO durch einen Hauptmann geführt. Chef war ein Kommandant. Wenn man ihm einen Anhängsel geben müsste wie bei Karl dem Kühnen. Dann würde er Wohl Peter der Sanftmütige getauft. Er zeichnete sich dadurch aus, dass seine Zusammenschisse etwa so tönten: "Schämed nech, Schämed nech würkli" und sein Befehl "Setzen" so war: "Lehrgangsejnhejt liisslig Platzneh".
Auch seine Stimme war immer sehr ruhig und sanft. Für mich persönlich war dies kein Problem. Aber natürlich gibt es immer irgendwelche (meisstens Füsiliere...) die sich schon fast herausgefordert fühlen auch als Offiziersaspirant die Grenzen seiner Vorgesetzten auszulotten. Das führte schlussendlich dazu, dass wir die ganze dritte Woche kein Ausgang und ABV um 22:00 hatten, da sich einige nicht an die Vorgaben des Kommandanten über das Verhalten im Ausgang gehalten hatten.

Esercito oder so...
Irgendwie hatte unser Kommandant die vorliebe, jedem Unterrichtsblock einen italienischen Namen zu geben, das führte dazu, dass man dann nie wirklich eine Ahnung hatte was mir als nächstes machen.
Ein Höhepunkt des Of-Lehrgang war wohl der Besuch in Thun. Jetzt fragt ihr euch sicher wieso wir einen Besuch in Thun machen, denn von da komm ich ja. Wir konnten dort einen ganzen Tag die Leistungen der Teilstreitkraft Heer betrachten. Und vor allem die wunderschönen Schützenpanzer sowie die Oltimer auch bekannt unter dem Namen Leopard Zwo. Natürlich konnten wir auch eine Panzerfaust in die Hand nehmen, eine Pumpgun durchladen (Nennt sich zu Deutsch Allzweck gewehr :-P) auf einer Panzerhaubitze rumklettern (das sind die mit dem längsten Rohr (bitte nicht falsch verstehen)) und bei den Übermittelern reinschauen wie sie den so ihre Antennen aufstellen. 
Fazit: Man bin ich froh, hab ich den richtigen Job im Militär erwischt. Es gibt wohl nur wenige Jobs di so interessant und spassig zu gleich sind. Zum Schluss gabs noch eine Vorführung der Panzer in der Moorlandschaft. Natürlich kamen die meissten nicht aus dem staunen raus, als der Schüpa und der Leo mit 50km/h sich durch den Dreck kämpften. Von mir gab es nur ein müdes Lächeln und die Hoffnung, dass ich bald selber wieder hier cruisen darf...
Trotzdem muss man sagen, war der Fahrer des Schüpas eine ziemliche Memme... Der hat sogar gebremst als er über den Hamburgerhill brauste...

Führung? Nie gehört
Da Thun ja meine Homebase war, wurde ich vom Kommandanten als Detachementchef ausgewählt. Ich hatte die Ehre die Klasse den ganzen Tag rum zu führen. Und dabei fiel mir das erste mal die wirklich grossen Unterschiede in der Grundausbildung der verschiedenen Truppengattungen auf. Ich bin ja immer noch der Meinung, dass wenn man etwas macht, dann macht man es richtig. So habe ich zB gelernt, dass man Verschiebungen prinzipiell immer im Gleich- oder Laufschritt macht. Alles andere sieht nach Wandergruppe Hintergümligen aus. Auch habe ich gelernt, dass während einer Verschiebung nicht geschwatzt wird. Naja, der wilde Haufen liess sich dann aber doch noch bändigen. Und da es nicht an mir lag ihnen zu zeigen wie man richtig verschiebt, war es ja eigentlich egal. 
Etwas ziemlich witziges ist dann aber doch noch passiert: Um 10:00 hatten wir 20 Minuten Pause. Es hatte irgendwo auf dem Platz eine kleine Kantine. Diese war natürlich genau am andern Ende des Platzes als wir waren. Damit also nicht allzu viel Pause verloren ging, liess ich die Gruppe im Laufschritt verschieben. Als ich nach der Strecke (ca. 300 Meter) war ca noch 3/4 der Gruppe da. Alle andern haben schon schlapp gemacht... Und ich dachte immer ich sei Unsportlich, aber da gab es noch ganz andere Kaliber bei den Logistikern, Fliegersoldaten und ABC Truppen...

Aeronautica
Wie viele von euch wissen, besteht die Armee nicht nur aus den Bodentruppen, neben dem Fussvolk gibt es auch noch eine Luftwaffe. Die Möglichkeiten dieser konnten wir uns an einem Tag in Meiringen zugute führen.
Die Verschiebung erfolgte (wie nach Thun übrigens auch), hinten auf einem Lastwagen. Man sitzt da zusammengepfercht in 5 Reihen im Schoss des Vordermann. Diese Transportmethode hat den Vorteil, dass man ziemlich viele auf so einen Lastwagen bringt, vom bequem kann aber keine Rede sein. Irgendwie gelang es mir dann aber doch einzuschlafen (der Wollensau sei dank) und ca. eine Stunde später kamen wir in Meiringen an.
Dieser Tag war für mich einer der spannendsten, da ich vom Heer bin konnte ich hier viel lernen und es gab auch viel zu bestaunen. Super Pumas, Cougar, Alouette, FA18, Rapier, MIKA, Fallschirmaufklärer und die Drohne wurden uns gezeigt. Zum Schluss gab es noch eine Flugshow. Wirklich eindrücklich, was so ein Super Puma alles kann. Und auch die FA18 gehen ziemlich ab. Heimlich haben wir alle gehofft, dass die Flugzeuge noch schnell bei Franz Weber übers Dach fliegen und dort den Nachbrenner zünden.
War das jetzt böse? Nehhhhh....

Ein scharfes Maul
Jede Woche hatten wir einen Test im Computerraum, Aufpasser war immer der gleiche Oberstleutnant. Er viel vor allem durch seine Sprüche auf welche sich prinzipiell unter der Gürtellinie ansiedelten. So sagte er einem Kameraden: "Sie sind wohl in der zweiten Klasse stehen geblieben!"
Was Antwortet man darauf? Die Antwort:
Büro: "Wie bitte? Ich hab mich da glaube ich verhört?"
Privat: "Naja lieber i de zweite Klass stah bliebe als mit 40i e Glatze"
Strassenslang: "Wotsch eis id Fresse man!"
Militärisch: "Hier, verstanden"
Tobys Antwort: "Dann habe ich ja die beste Voraussetzung um Berufsoffizier zu werden."

Zum Glück hat er mir das nicht an den Kopf geworfen. Sonst währs wohl übler für mich rausgekommen. 

Ein Spruch von ihm muss ich aber auch noch hier zitieren: "Lieber e Tochter im Puff als en Sohn bi de Logistik!"

Kommunikation & Konfliktmanagement
Zu den spannendsten Unterrichtslektionen gehörten definitiv die ZIKA Stunden (Zentrum für Information und Kommunikation). Wir wurden da von ausgebildeten Trainern gecoachet. Der Unterricht war dazu da, unser Kommunikationsverhalten zu analysieren und zu verbessern. Spannend  war dies vor allem, da man kleine Gruppen hatte, und so die Möglichkeit bestand sich etwas näher kennen zu lernen.
Man konnte auch ziemlich schnell aufdecken wer schlecht Kritik vertragen konnte und wer sehr gut darin war diese auszuteilen (meissten sind das die gleichen Person zu deutsch auch Besserwisser). Wir hatte auch einen sehr intressanten Fall in der Gruppe, ich würde ihn als Aufbrausend beschreiben. Jedesmal, wenn er nicht ganz deiner Meinung war sagte er es dir ziemlich deutlich. Was zeitweise zu Unstimmigkeiten in der Gruppe führte. 
Manchmal ist es dann spannend ihm einfach nicht zu antworten oder ihn zu ignorieren. Das macht ihn dann fast noch aggresiver, aber die Situation wird um so witziger :-P 
Trotzdem bin ich dann etwas erschrocken, dass genau der die beste Abschlussnote der Gruppe bekam. Es zeigt mir wieder mal, dass im Militär eine grosse Klappe meistens mehr bringt, als das auch was konstruktives dabei heraus kommt...

Die "praktischen" Übungen
Nachdem wir den Führungsrythmus intus hatten ging es nun darum, diesen auch anzuwenden. Dazu hatten wir einige praktische Bsp. Wir fuhren also ins Gelände und mussten nacheinander einen Bereitschaftsraum, eine Raumsicherung und eine Sperre errichten. Prinzipiell war aber nicht sehr viel praktisches dran, ausser, dass wir an den entsprechenden Ort gefahren sind und dann dort das Blatt der Entscheidungsfindung ausgefüllt hatten. Natürlich war es genau an diesen drei Tagen sau kalt, dass man sich vom ewigen Rumstehen den A. gehörig abfrohr. Aber ja schlussendlich war es doch spannend, so eine Situation im Gelände anzuschauen. Auch wenn man die Sperre, inkl Panzersperren, Richtladungen und Maschinengewehren nicht aufbauen durfte. Naja, aber vielleicht war das auch besser so, weiss ja nicht wie das rausgekommen wäre, wenn ein Sani das ganze aufgestellt hätte :-P

Storia: Unser Tag...
Eines der grösseren Projekte, welches wir über die ganze Zeit verfolgten war das Geschichtsprojekt Storia. Dazu wurden mussten wir in Gruppen ein Projekt zu einer militärischen historischen Begebenheiten präsentieren. Murten, Neuenegg und Mon Vuie (oder so ähnlich) waren die Orte. Geschichtskenner werden jetzt natürlich genau wissen, was sich an diesen wichtigen Orten abgespielt hat. Für alle anderen gibt es Wikipedia. ;-) Das ganze sollte an einem Tag präsentiert werden. An diesem Tag fuhren wir an die besagten Orte, wurden über den geschichtlichen Hintergrund aufgeklärt und mussten eine Entscheidungsfindungsübung machen.
Ausserdem bekamen wir einen Knigge Kurs, (was für die einten wohl bitter nötig war) und bekamen einen Spezial Event zu gemüte geführt. Als Special Event konnten wir eine Brauerei besuchen und anschliessend auch ein Bier degustieren (dazu musste extra eine Bewilligung beim Kommandanten der Schule eingeholt werden). 
Ein fast gelungener Tag, währe das Wetter nicht so saukalt gewesen. 
Witzig war nur, dass die Klassenlehrer und Kommandanten immer von "UNSEREM" Tag gesprochen haben, da wir ihn von a bis z selber planen mussten. Unser Tag war dann aber gar nicht so spektakulär wie man sich, dass so vorstellt. Denn die meisste Zeit war man in der Vorbereitung einer Entscheidungsfindung und nicht am Bier degustieren in der Brauerei...

Referenten
Ab und zu besuchten uns auch externe Referenten. Unter anderem ein SVP-Nationalrat. Dieser Vortrag war wohl einer der unterhaltsamsten. Nicht weil der Politiker etwas sinnvolles brabelte. Sondern weil es witzig war mal so eine SVP Meinung zu hören und zu merken wie verquer so ein SVP Denken manchmal ist. So wollte er das Geld welches die Armee mehr benötigte bei "der Calmy-Rey abzwacken", denn die fliegt da die ganze Zeit mit ihrem Bundesratsjet durch die Gegend, weil grad kein Linienflug fliegt zur passenden Zeit. Und das arme VBS muss für die Sicherheit sorgen. Ist das nicht eine Schweinerei??? Doch Doch,  und darum soll sie das jetzt gefälligst selber bezahlen. 
Aber nicht nur da zockt uns di Calmy ab, nein nein es kommt noch schlimmer. Das VBS muss auch dafür blechen, dass irgendwo auf der Welt Minen geräumt werden. Und dass sei ja im Ausland also müsse dafür auch die Calmy dafür aufkommen (am besten noch mit ihrem eigenen Lohn :-P).
Wisst ihr was das traurigste an der Sache war? Es gab doch wirklich irgendwelche Pappnassen, Zivilisationsversager und Turnbeutelvergesser die so ein Scheiss noch glauben.  
Am besten nehmen wir der Calmy-Rey ihren Flieger weg, und lassen sie ab jetzt nur noch Economy mit Easy-Jet fliegen, aber nur wenn sie genug früh bucht. 
Aber eigentlich währe es ja wohl auch angebracht, dass jedes Reiseziel und die entsprechende Garderobe vorher von einer Komission besprochen wird, dass auch ja nichts schieff geht. Ich meine wer will schon Ausländer die sich in fremden Länder anpassen und aus Respekt vor der Kultur ein kleines unscheinbares Kopftuch tragen. 
Aber ja gewisse Parteien waren wohl schon immer mehr begeistert davon Leute rauszuschmeissen als sie sinnvoll zu integrieren.
Hmm... also liebe Leser, es tut mir leid, ich bin jetzt gerade etwas zu politisch geworden. Ich wollte euch eigentlich nur zeigen, wie einige Politiker einer gewissen Partei angehören argumentieren. 

Der Of-LG Zusammengefasst
Zum Schluss muss ich sagen, war der Of-LG ziemlich lehrreich. Man hatte genug Möglichkeiten den Führungsrhythmus zu üben und wurde auch immer durch spannende Referate unterhalten. Einziges Manko: Fast kein Sport. Nicht weil ich das unglaublich gerne mache, sicher nicht. Sondern weil nach meinen Ferien die OS folgt. Und wenn man da nicht ausreichend fit ist, ja dann wirds hart...


Samstag, 1. März 2008

Woche 9 UOS: Adieu...

KVK Of-Lehrgang: Ein sehr hmm sinnloser Tag
Am Montag hatten die Of-Anwärter wieder ein Spezialprogramm. Wir durften uns einige einführende Theorien anhören und anschliessend auch noch einen Test für den Of-LG schreiben. Aber alles von Anfang an, den der Tag fing schon sehr interessant an.
Um 7 Uhr fanden wir uns im Theoriesaal ein und um ca. 7:05 trat der Chef Kaderschule ein. Er legte seine Sachen hin, schaute uns an und meinte: "Einer meldet mir, sie da vorne sie melden." Dieser stand auf und meldete die Klasse. Dann warteten wir wieder. Um 7:10 kam der Kadi-Stv und der Chef schnauzte ihn an:"Wann sollten sie hier sein?" Kadi-Stv:"Um 7:15 um zu melden."
Chef:"Auf dem Tagesbefehl stand, 7:00 das gilt auch für sie. Ausserden", dabei drehte er sich zu uns um,"schauen sie mal auf ihren Tagesbefehl, wann steht da, dass sie melden dürfen, genau 7:15. Wieso haben sie dann so früh gemolden? Auftragstreue meine Herren. Das war nun ein Test und sie haben ihn nicht bestanden!"
Wie bitte? Hatte der Herr nicht gerade gesagt "Melden sie!", das war kein "Wollen sie nicht melden" oder "Währe es jetzt nicht Zeit  um zu melden?". Nein, das war ganz klar ein Befehl. Ja und wer hat den Tagesbefehl unterschrieben? Ach neh, der Chef selber. Natürlich darf der ihn nicht abändern, nein nein. sicher nicht....
Ist ja egal, er wollte uns wohl einfach seine Macht demonstrieren auch nachher hielt er sich wieder nicht zurück mit Fachausdrücken. Er erwähnte auch ca 3 mal, dass er der Chef der Kaderschule sei, wie er Angst hätte, dass wir dies vergessen würde.
Die anschliessende Theorie welche wir mittels eigenen kleinen Präsentationen gemacht hatten, war dann mehr oder minder interessant. Leider stand dafür viel zu wenig Zeit zur Verfügung, was das ganze auch irgendwie sinnlos machte da man so sicher nicht viel profitieren konnte...
Die anschliessende Prüfung war auch ein Witz, wir konnten sie so viel mal wiederholen wie wir wollten. Auch war niemand da der uns beaufsichtigte. Also eine grosse Abschreiberei. Aber ja, nicht Problem meiner Stufe!

WEMA

Mit riessen Schritten geht’s richtung Zielline der UOS 22-3. Doch die letzte Woche sollte noch einmal ein harter Brocken werden. Nicht wegen eines harten Footings oder schweren Prüfungen, sondern wegen der WEMA. Leider weiss ich nicht mehr genau was WEMA heisst. Prinzipiell geht es bei der WEMA darum alles Material welches man während der UOS gebraucht hat wieder zu retablieren und an das Zeughaus zurückzugeben. Leider hiess das für uns auch die Panzer zurück zu geben. Und da stand einiges an Arbeit an. Die Panzer mussten bis aufs letzte geputzt werden. Kanone und MG ausgebaut und entfettet werden. Die Adjudanten waren während dieser Zeit sehr gereizt und man bekam einige male einen ziemli unbegründeten Zusammenschiess. Auch stand man ziemlich viel nur rum. Da die Züghüüsler das Wort SCHNELL nicht kennen. Sowieso hat man irgendwie das Gefühl, dass das Zeughaus ein Reintegrationszentrum für IV Rentner ist. Sehr viele dieser Leute sind sehr, hmmm, speziell, dass macht es nicht unbedingt einfach mit ihnen zu arbeiten. Zum Beispiel bestanden sie darauf, dass zuerst ALLE Panzer abgenommen werden müssen, bevor die Kanone wieder eingebaut werden durfte. Da aber nur einer die Panzer abnahm verbrachte ich den Nachmittag mit warten. Ist wohl eine sehr effiziente Methode welche sie sich da ausgedacht haben.

Was mich aber fast am meissten nervte. Punkt 5 Uhr war Schluss. Diese faulen Säcke waren sich auch noch zu schade einige Minuten überstunden zu machen. So mussten wir einige Arbeit auf den nächsten Tag verschieben, da sie sich zu schade waren, einmal im Jahr etwas mehr zu machen!

Mich nimmt ziemlich wunder wie so eine Bewerbung für einen Zeughäusler aussieht. Ich stelle mir das etwa so vor:

„Wir suchen einen Mann, welcher sich vor allem durch seine pingelige Art auszeichnet. Sonstige Anforderungen werden nicht gestellt. Dicker Bauch oder schlechter Haarschnitt sind jedoch von Vorteil. Wir bitten ihnen ein Arbeitsumfeld in dem sie garantiert nicht zu viel Arbeiten müssen und sich auch nicht allzu sehr anstrengen müssen. Durch die Arbeit bim Bund sind sie auch vor jeglichen Lohnkürzungen, Entlassungen geschützt. Wir freuen uns auf ihre Bewerbung. PS: Falls sie nicht schreiben können, dann dürfen sie sich auch mündlich bei uns melden, falls sie dafür auch zu scheu sind darf auch ihre Mutter anrufen.“

 Zum Glück ging auch diese Zeit vorbei und ich war froh als wir am Donnerstag alles Material, die Panzer, die Munition und die Halle erfolgreich abgeben konnten.

Ein Abschlussabend wie man sich ihn wünscht

Endlich war es soweit, der Klassenabend stand an. Doch wir waren alle etwas geschockt, als uns der Klassenlehrer mit der Nachricht überraschte, dass wir zuerst noch ein Footing hatten. Natürlich dachten wir alle an einen Scherz. Aber als wir so am Donnerstag Abend da standen, meinte er es total ernst: "Wir hören so auf wie wir angefangen haben". Und so spurteten wir in Richtung Hindernisbahn. Diese konnten wir dann einige male geniessen. Anschliessend gings weiter zum Lastwagenwaschplatz. In einer Grube wartet eine riessige Pfütze mit ziemlich abgestandenem Wasser auf uns. Doch da gabs nichts, dreimal durchrobben.

Als wir alle pflotschnass waren konnten wir uns umziehen gehen. Wir waren natürlich alle froh. Und von weitem konnten wir die Marschmusik hören. Wir folgten den schönen Tönen und fanden ein kleines Holzhaus davor ein Bierzapfhahn und einige Weissweinflasche. Unsere Klassenlehrer hatten uns schon erwartet. 

Mit den denkwürdigen Worten des Klassenlehrers wurde der Abend eröffnet: "Meine Herren heute dürfen sie mal etwas unaständig sein, aber ich sage ihnen eines! Wenn sie zurück in der Kaserne sind, dann sind sie ausgekotzt. Sie können von mir aus den ganzen Weg lang sich übergeben. Aber in der Kaserne will ich nichts dergleichen von unserer Klasse hören."

Lecker! Ein Fondue wartete nur darauf verschlungen zu werden. Wir sagen, redeten und hatten einen sehr guten Abend. Der mir wohl noch lange in erinnerung bleiben wird. 

Doch die Krönung sollte am Schluss noch folgen. Denn wir mussten einen 5-Punkte Befehl befehlen für die Aufräumarbeiten. Ich war der Glücklich der die Befehlsausgabe machen durfte. Und so befahl ich ein Detachement dazu alle Gläser zu leeren. Die nahmen das ziemlich ernst. Und leerten sogar den Bierzapfhahn... :-) Sie waren dann auch die, die wohl den kurvigsten Nachhauseweg hatten...

Adieu UOS

Und schon waren die neun Wochen UOS vorbei. Eine wirklich tolle Zeit! Von der ich noch viel zu erzählen hab. Nächste Woche gehts ab in den Of-Lehrgang auf Bern. Dort wird uns wohl einiges an Theorie erwarten!

Freitag, 29. Februar 2008

Woche 8 UOS: Inspektion und BERM :)

Inspektion: Preparations

Nachdem wir den ganzen Montag damit verbracht hatten uns auf die Inspektion vorzubereiten. Stand am Dienstag die Inspektion an. Doch eines nach dem andern.

Der Montag begann mit dem einüben der Inspektionsformation. Unser Kadi-Stv schärfte uns zum Xten mal ein, dass wir unser Bajonett unbedingt putzen mussten. Da der liebe Inspizient extrem scharf auf die Kontrolle dessen sei.

Anschliessend mussten wir unsere Lektionen vorbereiten. Ich musste eine Lektion über das putzen der Schutzmaske vorbereiten. Und wie ich feststellen musste war dies bitter nötig. Hatte meine Schuma doch seit Finale Wahrheit (Man erinnere sich an Woche 7 der RS) keinen Putzlappen mehr gesehen. Und da wir bei Finale alle getarnt waren strahlte mich die Schuma in einem freundlichen Grün-Braun an... Der Spass fing aber erst an als ich den Trinkschlauch wegnahm. Da lief doch wirklich noch einen ganzen Gutsch Wasser raus. Mhhhhmmm. Wenigsten konnte ich keine Bewohner finden, die sich in meiner Schuma angesiedelt hatten.

Nachdem wir am Nachmittag auch wieder für die Inspektion vorbereiteten, waren wir dann alle happy als wir unser verdientes Bier im traditionellen Ausgang vor der Inspektion geniessen konnten.

 

Inspektion: Ein Inspizient in Fahrt

*ironiemodus ein* Endlich war es so weit, die Inspektion stand an und wir waren alle begeistert bei der Sache und positiv überrasch über den Verlauf *ironiemodus aus*. Naja leider nicht. Wir stellten uns also Morgens in einer Saufrühe (ohne Zmorgen...) auf. Dann wurden unsere Fussstellung per Pannendreieck überprüft und die Körperhaltung und Kleidung aufs kleinste Detail kontrolliert. Langsam frohren mir die Finger ab. Und ich war wohl nicht der einzige. Die Morgenkälte die dank der Sternenklaren Nacht herrschte war nicht zu überspüren (oder sagt man da auch übersehen?) Dann endlich nach etwa 20 Minuten wurden wir ins Achtung gestellt. Dies war nicht eine Befreiung wie jetzt vielleicht viele denken, nein es ist lediglich das Zeichen, dass es endlich los geht und man für längere Zeit das privileg hat Bockstill wie ein Zinnsoldat zu stehen. Der Oberstleutnant wanderte durch die Reihen. Blabberte ab und zu einige Worte. Und ging weiter. Und plötzlich passierte es. Ein dumpfes Rummpeln und ein mehr oder wenig lautes TOOOCKK. Und in der vorderen Reihe lag einer Bewusstlos am Boden. Irgendwie sah das ganze noch witzig aus. Aber das darf man ja eigentlich nicht öffentlich sagen... Und nach ca 30 Sekunden das gleiche Spiel noch einmal... Die Leute vielen... Anscheinend vertragen einige die Kälte noch weniger als ich.

Nach ca 15 Minuten wurden wir erlöst ein warmes „RUHN“ des Kadi-Stvs löste unsere Glieder aus der Erstarung. War es jetzt vorbei? Nein es fing erst an...

„Ganze Kompanie im Harst defilieren!“ Defi was? Und wieso muss sich die ganze Kompanie auf den armen Horst stellen? Ja etwa so sahen den Befehlenden ca 120 Gesichter an. Doch er erklärte es uns schnell und so standen wir in kurzer Zeit in 8-er Kolonne da und marschierten am Oberstleutnant vorbei. Auch der Frontwechsel klappte erstaundlicherweise Reibungslos.

Zum Schluss kam aber das Desaster. Gewehrtragart: Untergehängt... Wo zum Geier soll man das Gewehr unterhängen? Wieder 120 fragende Gesichter. Gut.... Gewehr angehängt... Ja sind wir hier im Jagtverein, wer will das schon wissen wie man sich das Gewehr nach Reglement anhängt.

Ein sichtlich verzweifelter Blick traf uns vom Kadi-Stv. Wenigsten liess uns der Oberstleutnant endlich in Ruhe mit dem Zeugs.

 

Inspektion: Endlich geht’s aufwärts

Der Rest der Inspektion ist relativ schnell erzählt. Wir mussten den Funk bedienen. Einen Befehl aufschreiben und unsere Lektionen halten. Ach ja, dann war da noch die Gruppenschule die wir wohl am besten meisterten. Natürlich hatten wir auch einen kleinen Vorteil da der Inspizient unser Klassenlehrer war.

Meine Lektion lief nicht schlecht. Einzig war wohl die Kritik des Inspizienten (ich sei ein Liirisiech) etwas störend. Aber ich hatte trotzdem eine drei und das ist ja ganz ok.

Inspektion: Bilanz

Die Biland war nicht so vernichtend wie wir uns das alles vorstellten. Es reichte für die Note Gut. Vor allem durch unser Fachwissen an den verschiedenen Waffensystemen und unsren sackstarken Lektionen. Trotzdem war mir der Oberstleutnant nicht sehr sympatisch. Er verwendete sehr viele Fremdwörter (wahrscheindlich um seine Intelligenz hervorzuheben) und wich auch daurernd vom Thema ab um irgendwelche Intelligenten Sätze zu blabbern. Auch betonte er immer das er der Chef der Kaderschule sei. So als ob er Angst hätte, dass wir dies vergessen würden. Aber ja vielleicht ist meine subjektive Meinung nur etwas beeinflusst durch einen Geschichte die ich euch nächste Woche erzählen werde...

 

Mittwoch: Ein Satz

Wir wiederholte die Lehrlektion der Inspektion, damit alle eine Bewertung bekamen und dies war ziemlich langweilig, einödig und vor allem nicht erwähnenswert.

 

PS: Nein wirklich, glaubt es mir ihr wollt es nicht wissen.

PS2: Falls irgend jemand denkt irgendwo in diesem Satz sollte ein Punkt sein. Dann soll er wissen, dass ich ihn bewusst ignoriert habe, da sonst meine Einsatz Pointe nicht aufgegangen währe

PS3: Nein ich versuche hier nicht künstliche Ironie zu erzeugen! Ich will den Leser nur über das Leben im Militär informieren. Solche verbalen PS ausrutscher sollten nicht mehr vorkommen, aber irgendwo musste ich’s ja schreiben. Naja, ein intelligenter Schreiber hätte wohl einfach einen andern Titel gewählt... Aber hey ich bin mit der Schreibmaschine aufgewachsen... Glaube ich auf jeden Fall.

PS4: Unglaublich nach einer kurzen Schreibpause ist mir gerade was wichtiges eingefallen, dass ja noch passiert ist. Und dass hätte sogar Auswirkungen auf das Thema vom Mittwoch gehabt... Darum:

 

Die Beförderung

Am Dienstagabend warfen wir uns in den noch so chicen, ungebrauchten PA-TAZ und verschoben in Richtung Expo Gelände. Dort wurden wir im offiziellen Rahmen befördert. Der Obersleutnant schwang wieder einige schöne Worte über Verantwortung, Rechte, Pflichten aber vor allem über viele Fachbegriffe welche er stolz aus seinem Wortschatz hervorklaupte.

Dann war es so weit. Die Nationalhymne erklang und wir sangen mit, nach 9 Wochen jeweils Montags und Freitags singen, waren wir ja schon fast ein richtiges Männerchörchen J . Dann mussten wir uns beim Klassenlehrer anmelden und bekamen über die Standarte die Beförderung. Nun dürfen wir uns offiziell Obergefreiter nennen (umgangsprachlich Adidas Soldat à Wegen den drei Schrägstrichen). Obergefreiter ist sozusagen der Anlern-Rang zum Wachtmeister. Und viele die den Rang tragen, haben plötzlich das Gefühl sie seine etwas besseres auf dieser Welt. Da bin ich hingegen froh, dass ich das nicht glaube das ich es bin. Denn ich weiss es ja ;-)

 

Übung Centro: Caramba auf mein Top

Ein grosses Zückerchen (gibt es überhaupt ein grosses CHEN?) war sicher die Übung Centro. Zusammen mit den Gefechtlern. Es galt mit den Panzern einen Bereitschaftsraum in Blumenstein zu beziehen. Nachdem wir dies einige male in der Häuserkampanlage geübt hatten verschoben wir Richtung Blumenstein.

Genial waren die Einweiser der Gefechtler die so gut getarnt waren, dass man sie fast nicht sah. (Einer auf dem Kreisel in Blumenstein ein echte Attraktion. Und dann gings schon los.

Ich war Zugführer Stv und somit Commander auf dem Panzer Tre. „Piccolo Tre bereit machen zum Caramba, Igel auf mein Top.“

Und mit einem riessen Tempo fuhren wir in den Innenhof einer Schreinerei. „Caramba – Fahrer Rampe tief“ und schon rannten die Gefechler raus und sicherten den Raum. Sah schon ziemlich eindrücklich aus. Und das Jugendhaus nebenan war schon ziemlich verdutzt, dass wir gerade die Schreinerei einnahmen.

Danach bauten wir den Bereitschaftsraum stetig aus, wir stellten Wachen, tarnten die Panzer und verpflegten uns mit Hilfe der Bordküche des Panzers (Ohne scheiss der hat einen Kocher), dann gings aber relativ schnell ins Bett, da wir armen armen Besatzer ja unsere 6 Stunden schlaf benötigen. Mit dem Wissen von den bis auf die Zähne bewaffneten Gefechtlern beschützt zu werden schlief ich auch bald friedlich ein.

Mola: Let’s rock

Nachdem wir am Morgen den Bereitschaftsraum wieder verlassen hatten, machten wir uns direkt auf den Weg in die Mohrlandschaft. Dort sollten wir unsere erste und einzige Geländefahrschule bekommen. Natürlich war dies eine geniale Erfahrung, mit eine riessen Tempo über die Geländepiste zu rasen, ab und zu die durchgeschüttelten Gefechtler in die grösste Glunge aussteigen lassen und dann weiterfahren. Ach da könnte ich glaub Stunden drin verbringen und man hörte über den Funk nicht nur einmal die Stimme des Klassenlehrers: „Meine Herren fahren sie angepasst, sie haben noch einige Leute im Mannschaftsraum“

Woche 7 UOS: Insieme zusammen sind wir stark

FASPA: Das ganze noch einmal

Nachdem wir ja den Manöverparcours in der RS schon einmal mit einer Prüfung im FASPA abgeschlossen hatten, waren wir nicht gerade sehr begeistert, als uns der Klassenlehrer kundtat, dass wir diesen Test nochmals wiederholen durften.

Nach ca. 15 Minuten Training im FASPA gings dann auf die virtuelle Piste. Ich war nicht wirklich zuversichtlich, da ich im Training ziemlich alles umgefahren hatte, was so dastand.

Doch es funktionierte, und ich bestand den Test. Jetzt konnte ich also am Abend doch in den Ausgang J

 

Ausbildung auf Stufe Schule

Irgendwie bekomme ich immer das Gefühl, dass wenn wir unterricht auf Stufe Schule haben, alles langsam und weniger organisiert läuft. Man sollte doch denken, dass die Hohen es mehr im Griff haben sollten. Doch da ist man manchmal weit daneben.

Am Montag sowie am Dienstag hatten wir Ausbildung auf Stufe Schule. Es began mit Kartenlehre, bei der wir wiedermal hörten was eine Höhenkurve ist (ziemlich zum einschlafen...) zum Glück war es ziemlich frostig kalt. So musste man wenigstens gezwungenermassen Wach bleiben.

Danach folgte eine Stunde Selbststudium. Militärisch könnte man Selbststudium als Auftragstaktik betrachten. Dabei wird der Weg nicht vorgeschrieben, wie man gewissen Stoff lernt. Der Weg zum Ziel führt bei 99% aller Selbststudien in die gleiche richtig. Ist dies doch faszinierend, da man immer von verschiedenen Lerntypen etc. redet. Am Schluss waren alle genau gleich am lernen. Nämlich in dem sie den Kopf in einer langen Pause lüfteten.

Am Montag konnten wir noch für das Wettschiessen vom Dienstag üben. Für mich eine ziemliche Blamage, so schlecht war ich wirklich noch nie... 62 Punkte....

Für viele war das Training ein Erfolg und so tauschten auch einige fleissig ihre Schiesszettel aus. Damit sie Morgen einen hatten, welcher genug Punkte für das Abzeichen drauf hatte. (Was ich ziemlich peinlich fand....)

 

Schiessabzeichen... you owned yourself a sharpshooter batch

Nachdem ich schon beim Sportabzeichen knapp versagt hatte (um einen Punkt auch durch sehr ungenaue Messung...) galt es nun die Ehre meiner Familie wieder herzustellen. Ein unendlicher Druck lastete auf mir. Waren doch meine Erbanlagen in Sachen schiessen ziemlich verkümmert...

Bevor ich aber schiessen konnte. Musste ich noch mit einem Puch ins Munitionsmagazin frässen. Da einige Gefechtler nicht fähig waren richtig zu zählen (es fehlten ja nur gerade 1000 Schuss...)

Dann war es so weit. Ein Schuss folgte dem anderen. Und am Schluss waren es 73 Punkte. Es war also geschafft.

Von unseren Klasse hatten es ziemlich viele geschafft. Und nur einer (diese riessen Pfeife, Weichei, etc.) hat denn Zettel eines Kollegen genommen. Hoffen wir, dass sie ihm das Abzeichen weit in die Brust anpinnen das er seine Lüge zu spüren bekommt :-P

 

Übung „Insieme“ – Kampf mit Gepäck

Endlich war es soweit die Übung Insieme stand an. Eine Übung bei der die Gefechtler auch mitmachten. Es wurden während dieser Übung die Angriffsformation geübt. Schiessen-Fahren-Schiessen-Gefechtler ausladen-Warten-Schiessen-Mit Nebel zurückziehen.

So sah in etwa das Programm aus. Die Gefechtler machten ihre Aufgabe sehr gut! Sie befolgten unsere Befehle und hielten sich sonst auch an die Regeln.

Eine gelungene Übung obwohl wir sie nicht erfüllten (Gefechtler waren zu langsam) denke ich konnten beide Seiten profitieren. Und sie werden das Wort Caramba (Befehl um auszubooten) nicht so schnell vergessen.

 

Spezialprogramm für die Of-Anwärter

Wiedermal wurde ein Spez Programm für die Of-Anwärter gefahren. Wir mussten die Zwischenprüfungen für einige Führungsmodule ablegen. Dies zusammen mit unserem soooo geliebten Kadi-Stv... Der Gipfel war, dass sie uns den falschen Test vorlegten... Ich habs zuerst gar nicht gemerkt. Dachte mir nur, hmm die wollen ja komische Sachen wissen. Aber irgendjemand hats rausgefunden. Mal schauen was jetzt passiert. Die Motivation den Test noch einmal zu schreiben hat keiner. Aber wer weiss. Vielleicht hat der Kadi-Stv ja das Bedürfnis uns in einem Ausgang seinen Fehler ausbaden zu lassen....

 

Übung on the road

Am Freitag stand endlich die Übung on the road an, auf die wir so sehnlichst warteten. Ein Ausflug mit den Panzern bis auf Huttwil und dann zurück über Burgdorf nach Thun. Wir starteten Morgensfrüh. Es war unglaublich kalt. Mein Nasenspitz fing an seine Koffer zu packen, da er die Nase gestrichen voll hatte. Ich konnte gleich als erstes die Prüfung ablegen. Mehr oder weniger souverän lenkte ich den Panzer durch die engen Strassen am Morgenverkehr vorbei. Wirklich Spass machte es mir nicht, und ich war ziemlich froh als wir den ersten Marschhalt machten. Dort wurde mir dann auch mitgeteilt, dass ich die Prüfung bestanden hätte (wenn auch nur knapp), ziemlich erleichtert sass ich nun auf dem Commanderposten und genoss den immer noch schei..kalten Tag.

In Burgdorf angekommen, machten wir Mittagspause. Wir verkrochen uns in den Mannschaftsraum und genossen dort unser Essen. Die Heizung verwandelte den Raum bald in eine Sauna. Ziemlich angenehm. Leider war die Pause viel zu schnell vorbei und so ging es weiter. Doch plötzlich gab sich die schöne Sonja einen Schupf und entblösste sich von ihrem Hochnebelkostüm und beschenkte uns mit einigen Sonnenstrahlen. So  machte Panzerfahren doch spass.

Zurück in Thun mussten wir dann noch das ganze Material retablieren und so war der Ausflug schon wieder vorbei...

 

Kompanieschule – Was für eine Freude

Am Freitag Abend, hatten wir als Vorbereitung auf die Inspektion vom Dienstag einwenig Kompanieschule. Der Feldweibel hatte heute wieder mal einen guten Tag und wir konnten einige Male hin und her rennen... Als wir dann total verschwitzt waren, stellte er uns in Inspektionsform auf. Und liess uns einige Minuten im Achtung frieren. Zum Glück war die Übung nach ca. 30 Minuten vorbei. Das warme Bett wartete nämlich sehnsüchtig auf mich!!!

Sonntag, 17. Februar 2008

Woche 6 UOS: Schiessen, Schiessen, Schiessen

Leider war es mir letzte Woche nicht möglich die Berichte nachzuführen. Hier also ein kurzer Überblick was so lief in Woche 6.

Ein Soldat ausser Rand und Band
Diese Woche stand ein Soldat ziemlich im Mittelpunkt. Dies aber ziemlich negativ... Zuerst hatte er die 30mm Gurten im Panzer so verwürgt, dass der Reparaturdienst kommen musste um ihn wieder zu flicken. Anschliessend hatte er als einziger immer MG-Störungen am laufenden Band. Beim zweiten Schiessen, vergass er bei der 30mm Kanone die Antriebswelle einzudrücken (dies ist ziemlich übel), es hat alles verklemmt und im Doppel Gurtenglieder Kanal lagen ziemlich grosse Metalspähne.
Das ganze rundete er damit ab, dass er im Ausgang aus einem Lokal einen Aschenbecher klauen wollte und dabei erwischt wurde... Meine Damen und Herren ihr zukünftiger Ausbildner und Kader ;-)

Zielhangschiessen von A-Z
Diese Woche war Klassenwoche. Wir verbrachten also die meisste Zeit am Zielhang und schossen mit unseren Panzer. Unser Klassenlehrer war total aus dem Häuschen da wir bis auf den vorhin genannten Fall praktisch keine Störungen hatten. Er war so begeistert, dass er uns sogar eine kleine Grillparty herrichtete. Am Donnerstag, als wir alle ziemlich müde vom Nachtschiessen zurück kamen und unsere Magen knurrten, stand in unserer Halle ein Grill mit saftigen Schweinssteaks drauf. Dazu gab es ein kühles Bierchen. Die wissen schon wie man Soldaten motiviert :-)

Unsere neuen Zugführer
Eine sehr gute Sache war, dass uns die Aspiranten der OS diese Woche begleiteten und an unsere Übungen als Zugführer mitmachten. So konnte man gleich sehn was so ein evtl zukünftiger Zugführer alles kann und was nicht ;-) Erstaunt hat es mich jedoch wie wenig sie vom Panzer wussten. Dachte mir immer die sind voll die Cracks auf diesem Thema. Aber wiess aussieht kommt wohl die Ausbildung am Panzer in der OS ziemlich kurz.

Eine gespenstische Ruhe auf dem Waffenplatz
Nun war es endlich so weit, die Rekruten verschwanden in die Verlegung nach Bure oder weiss ich wohin. Und so legte sich Mitte Woche eine gespenstische Ruhe über den Waffenplatz. Keine brüllenden Wachmeister, keine demotivierten Rekruten. Nur ein paar arme Kaderschüler welche noch einwenig länger hier in Thun bleiben konnten ;-)

Samstag, 2. Februar 2008

Woche 5 UOS: An alle Bivio Dachs....

Diese Woche mussten wir erst am Montag Abend einrucken. Dementsprechend freuten wir uns auf eine kurze Woche.

Dienstag: Ach was war am Dienstag nur los?
Ja dieser Tag ging wohl als einer der unspektakulärsten der ganze UOS durch. Am Morgen hatten wir wieder FUM Ausbildung. Das Führen einer Gruppe stand auf dem Speiseplan. Wie man Leute motiviert oder wie man mit Stresssituationen umegeht. (In einem so Stressfreien Umfeld wie dieser Theorie sehr schlecht nachvollziehbar)
Nachdem wir gegen unsere Müdigkeit erfolgreich angekämpft hatten konnten wir uns in unsere Sporttenus werfen und machten uns auf den Weg zur Turnhalle. Doch heute stand kein Fussball oder so auf dem Plan... Nein, für uns Offizieranwärter hatten sie sich etwas ganz tolles ausgedacht. Die Hindernissbahn sowie den Kraft+Konditionstest. Hört sich doch schon sehr gut an oder? 
Irgendwie hab ich das ganze dann hinter mich gebracht und war froh dann eine wohltuende Dusche zu geniessen. 
Am Nachmittag gingen wir noch locker 300 Meter Schiessen. Das ganze mit dem Duro, also auch locker. 
Nach einem leckeren (ja das gibts in der Militärkantine auch) Essen, mussten wir noch ca. 5000 MG Schuss auf eine Strippe aufmunitionieren (oder abspitzen oder nennt man das jetzt aufspitzen...) und dann ja dann gings eigentlich schon ins Bett... Wirklich sehr anstrengend dieser Tag...

Schultag: Ach neeeehhh nicht noch einmal Führungsausbildung
Am Mittwoch hatten wir wieder Schultag, wir Of-Anwärter hatten wieder ein Sonderprogramm. Den ganzen Tag mussten wir uns Theorien über Kommunikation und Konfliktmanagement anhören. Sehr geschickt eingefädelt der höheren Ofs. Mussten alle Of-Anwärter einen Teil präsentieren. So musste ich den ganzen Tag irgendwelchen schlecht gemachten Präsentationen zuhören von Leuten die eigentlich meistens (noch) keine Ahnung von der Materie haben. 
Ausserdem können die mir ja lang erzählen von irgendwelchen Konfliktformen und Anlässen. Ohne praktische Beispiele ist die Info wahrscheindlich ziemlich nichts Wert. Die Ausbildung war also nicht mal Migros Budget sonder wahrscheindlich eher Prix Garantie...
Doch da wir ja alle jetzt Offiziere werden wollten müssen wir das ja können und darum war das schon richtig so... Bla Bla Bla... 
Das Highlight war dann ca. um 17:00 hetzte uns der Kadi Stv noch einmals Raus auf die Panzerpiste, da er mit unserer Leistung nicht zufrieden war. Wir seien nicht Aufmerksam oder so und damit wir das lernen mussten wir die Gruppe auf der Panzerpiste in 15 Minuten melden. So lernten wir sicher wie man Aufmerksamer ist. (Tja er kann nichts dafür er ist ein Füsel ;-))

Leutnant Rüegg???
Am Mittwoch um 11:00 war für mich auch Vorschlagserteilung angesagt. Hatten sich die ganzen Anstrengungen gelohnt? Waren Da Capo 0-3 alle Sinnlos? Ich trat also ins Büro des Obersleutnant im Gst Weber und der begrüsste mich mit einem netten: Rüegg? So ein Dossier hab ich nicht." 
"HA" der Witzbild... Er liess mich setzen und teilte mir mit, dass es bei mir keine Diskussion gäbe. Ich dürfe aber nicht mehr Gähnen im Daher :D (Da hat doch der Klassenlehrer das in meinen Bericht geschrieben...)
Nach ca. 5 Minuten hatte ich den Zettel unterschrieben und machte mich auf den Weg, zurück zur spannenden Theorie... Leutant Rüegg, diese armen Rekruten. Hoffen wir mal das von denen keiner meinen Blog liesst ;-)

Der Wasserfall...
Da wir am Donnerstag bereits um 4:30 mit dem Erstellen der Gefechtsbereitschaft anfingen, verbrachte ich den grössten Teil des Ausgangs im Bett um etwas Schlaf vorzuhollen. 
Doch nachdem ich friedlich in meinem Bettchen geschlafen hatte, fing meine Blase um ca. 3 Uhr an zu drücken. Kein Problem. Kopf auf Autopilot schalten und schnell raus zur Tür aufs WC... Geistig fing ich schon an die Schleusen zu öffnen. Doch plötzlich stand ich an der Zimmertür und sie war... GESCHLOSSEN... Das konnte doch nicht sein. Welcher Idiot schliesst das Zimmer ab wenn wir drin sind. Im Dunkeln suchte ich nach dem Schlüssel (Das Fass fing langsam zu überlaufen)... Kein Schlüssel da... Ein Freund wurde wach und versuchte die Türe mit etwas Gewalt zu öffnen.
Nicht... Was soll ich nun tun? Mich aus dem Fenster erleichtern? Nein besser nicht. Aaahh ich hatte ja noch die Notfallnummern. Also schnell auf den Kommando Posten anrufen, vielleicht war ja wer da der mich aus meiner Not retten konnte.
Doch da war niemand. Wenigstens konnte mir der nette Herr die Telefonnummer des Haupttors der Kaserne geben.
Dann rief ich dort an:
Tor: "Klick... Wachdispositiv Tor 20, Soldat Müller"
Ich: "Grüezi, sie ich han es Problem mir sind im Zimmer 1018 igschlosse. Irgend en lustige het sZimmer vo use gschlosse."
Tor: "Wie bitte? Wennd sie mich verarsche?"
Ich: "Ja klar, ich lüüt so us Witz am 3 am Morge am Wachposte ah zum sie zverarsche..."
Tor: "Demfall muessi dSecuritas schicke!"
Ich: "Wieso dSecuritas? Sie chönd au schnell uecho und dTüre ufmache. Wahrschindli steckt de Schlüssel use im Schlüsselloch."
Tor: "Ja ich bin elei da, chan nöd guet ue cho. Den müesst ich ja dReserve aktiviere"
Ich: "Mached sie das"
Tor: "Hend sie schnell e Minute Ziit?"
Ich: "Ja kei Angst ich lauf ihne nöd Weg"
5 Minute spöter
Tor: "Guet ich schick ihne eine verbi..."
Ich: "Merci"
Und nach ca 10 Minuten öffnete einer die Tür. Mein Retter, mein weisser Prinz, mein Held. So schnell war ich wohl noch nie auf der Toilette.

Aufmunitionieren: Mun Chef gibt Vollgas
Da nach dieser Aktion an schlafen nicht mehr zu denken war. (Also ja, ich hätte schon noch geschlafen aber mein Kamerad der fürs Material zuständig war, hielt mich davon ab) Machten wir uns auf den Weg zur Halle um uns einen Puch zu schnappen und das Munitionsmagazin etwas zu leeren.  :-)
Das freute mich natürlich, da wir heute den ganzen Tag mit dem Schützenpanzer schiessen werden.
Um ca. 4:15 standen wir mit einem Teil der Munition (es hatte nicht alles Platz im Puch) vor der Halle, da kam auch schon unser Klassenlehrer. Dieser war schwer beeindruckt über unsere Leistungsbereitschaft, da er nicht erwartet hatte, dass wir schon jetzt die Munition bereitstellten (Zitat: Ich hatte noch nie so eine initiative Klasse)
Jeder Panzer bekam 160 Schuss. Eine Menge mit der man doch was anfangen konnte. Das Aufmunitionieren ging dann auch ziemlich schnell voran.  Und ich als Mun Chef war mächtig am rotieren, dass am Schluss auch alle genug Schüsse hatten.

Mittwoch: "Ja, es schiesst"
Nachdem wir aufmunitioniert hatten, assen wir in der Halle unser Morgenessen. (viel besser als in der Kaserne, da man kleine Confischäleli bekommt unter denen es auch Nutella und Honig hat ;-)).
Um 7:00 war Prontokontrolle und wir fuhren mit den Panzern an die 900 Meter Marke. Ich war als Richter beim Panzer UNO eingeteilt. Konnte also als erster Schiessen. Der Rest der Crew waren alles gute Leute. Also hatten wir einen riessen Spass auf unserem Panzer.
Die Waffen wurden geladen und nach einigen Systemfehler-Schiessen (macht man um die Waffe aufs Ziel zu richten) gings los mit der ersten Übung. 
Irgendwie kam es mir wie eine Mischung aus Kriegsspiel und Moorhuhn vor. (Jaja immer diese Gamer, keinen Bezug zur Realität mehr...).
Ab jetzt könnt ihr mich auch offiziell Lucky Luke oder so nennen. Ich traf ziemlich gut. Und schoss den anderen Panzern sogar ihre Ziele weg, da sie nicht trafen (war aber erlaubt, das nennt sich dann Feuerunterstützung :)
Den ganzen Tag wechselten wir uns beim Schiessen ab. Und es gab nur einmal einige komplikationen, als sich ein Schuss festgebrannt hatte und wir mit dem grossen Werkzeug und mit der Unterstützung unseres Instruktors die Patrone wieder rauswürgen mussten. 
Am Nachmittag absolvierten wir dann die ersten Übung aus dem fahrenden Panzer. Ziel war es aus einer Lauerstellung (mit dem schönen Namen LAURA) an den Damm der 900 Metermarke zu fahren (Name DACHS) und dort alle Ziele zu bekämpfen und anschliessend wieder zurück in die LAURA zu fahren. 
So standen fünf Panzer da und warteten sehnsüchtig auf den Befehl: "An alle Bivio Dachs, Beobachtungshalt, marsch" 
Der Fahrer drückt auf die Tube, hält sanft am Damm vorne und dann kommen schon die Ziele rauf. 
Kommandant: "Schützenpanzer, 11 Uhr"
Richter: "Erkannt, Feuer, Treffer"
Kommandant: "Infantrieziel 1 Uhr"
Richter: "Erkannt, Feuer, Treffer"
Kommandant: "Fahrer Rückwärts marsch LAURA"
Und der Fahrer braust vollgas Rückwärts zurück in die LAURA.

Ein wirklich erfolgreicher Tag, der sehr viel Spass gemacht hatte. Ich selbst konnte ca. 40 Schuss verschiessen.
Da war es uns auch egal, dass wir bis 22:00 die Panzer putzten und die Munition etc. wieder versorgen mussten. Der Tag war gelungen!

Freitag: Roiplen und FASPA
Am Freitag war dann ein leichtes Programm dazu da uns wieder etwas zu erholen. Zuerst mussten wir wieder mal in den Fahrsimulator. Leider machte mir das ganze nicht so ein grosser Spass. Da ich etwa 5 bis 7 mal einen "Unfall" produzierte. Ich sei anscheinend zu schnell über ein Hindernis gefahren. Tja nicht so schlimm. Aber mit der Zeit nervte es schon die ganze Zeit mich wieder neu anzumelden...
Da wir beim Roiplen (Ablegen und wieder Aufziehen der Raupe) noch etwas schwachbrüstig waren. Konnten wir dass an diesem Morgen noch einmal üben. Es ging alles ziemlich glatt. Und wir hatten die Raupe im nu wieder aufgezogen. 
Am Nachmittag hätten wir dann Taktikausbildung gehabt (was mich eigentlich brennend interessiert hätte!) doch ich hatte Urlaub und konnte darum schon um 14:15 mich von der Truppe entfernen :-) 

Hier noch einige Bilder (obwohl man das glaube ich nicht mehr darf)


Soldat super Cool (mit der krassen Militärsonnenbrille)

Die Aussicht vom Richterplatz

Ein müder Richter am Morgen

An der 900 Meter marke


Pänngggg

Samstag, 26. Januar 2008

Woche 4 UOS: Endlich schiesst der Panzer

Kaderbeurteilung Zwo: Kein Gewissen das mich trübt.
Am Montag gings schon wieder Vollgas weiter mit den Offiziersanwärter Prüfungen. Heute stand die Kaderbeurteilung 2 auf dem Plan, ein Tag im Rekrutierungscenter Sumiswald.
Schon ziemlich früh am Morgen, standen wir also im Ausgänger bereit für die Verschiebung mit dem Duro. 
Nach ca einer Stunde Fahrt kamen wir dann ins Sumiswald an, wo wir ziemlich unfreundlich begrüsst wurden:"Wo isch de Chef vo dem Sauhuufe." Dann wurden uns die sehr attraktiven Psychologinnen vorgestellt welche uns durch den Tag begleiten würden.
Zuerst mussten wir eine kleine Präsentation vorbereiten, ich musste eine Präsentation machen über das 10-Jährige Jubiläum des Billiard Club Hintergümligen...
Nachher ist die Geschichte eigentlich schnell erzählt. Es gab etwa 10000 Fragen am Computer über die Persönlichkeit, die Intelligenz und über die Konzentrationsfähigkeit.
Das Resümee des ganzen war aber immer das spannendste, würden sie mich trotzdem nehmen, obwohl ich beim Nationalstolz "eher nicht" angekreuzt habe ;-)
Die nette Psychologin erzählte mir dann so einiges über meine Persönlichkeit aus dem Nähkästchen. Ich sei selbstkritisch, intelligent, könne gut vor Leuten und habe kein Gewissen. WAS? Kein Gewissen? Soso wie hab ich wohl wieder angestellt, dass ich als nicht Gewissenhaft da stehe.
Der Duro welcher uns abholen sollte hatte leider etwas Verspätung, so mussten wir unsere Zeit im Rekrutierungszentrum mit PlayStation gamen verbringen und kamen leider direkt auf den Ausgang wieder. Schade Schade ;-)

MG: Feuerbereit!
Da wir am Freitag das erste mal mit den Panzer schiessen wollten, waren unsere Instr diese Woche sehr davon besessen, alles doppelt bis dreifach zu üben. Bis wir den Drill intus hatten. Heute stand das Maschinengewehr an der Reihe. Wir mussten ca. 1 Stunde lang das MG laden, entladen, Feuerbereitschaft erstellen, Lauf- und Verschlusswechsel machen. 
Das wird mit der Zeit ziemlich langweilig und so fing ich an alle Kommandos welche man schreien muss, auf Französisch wieder zu geben. 
Plötzlich stand der Instr neben mir und sagte mir sehr bestimmt: "Gopfertelli Rüegg, was soll das? Machen sie e gefällig richtig. Das intressiert doch kein Schwein ob die das auch auf Deutsch können. Der Roman wird sie auch verstehen wenn sie es auf Deutsch sagen, der sieht ja auch was sie am machen sind. Oder haben sie das Gefühl, dass irgend ein Roman sich dazu bewegen würde nur ein Kommando auf Deutsch zu sagen?" 
In genau dieser Sekunde schrie der Roman neben mir aus volle Inbrunst: "WAFFE GELADEN"
Der Instr lief kopfschüttelnd weg :-D 
Zwischenbewertung: Wo bleibt ihr Soldatenstolz Rüegg?
Am Mittwoch stand neben dem Arbeiten an der 30mm Kanone auch die Zwischenbewertungen an. Dabei sprach der Klassenlehrer auch gleich seine Empfehlung für das Weitermachen als Offizier aus. Gespannt sass ich also an das kleine Tischlein vor unseren Klassenlehrer. Er sah mich an und sagte mir, das er sehr zufrieden mit mir sei, ich Arbeite gut mit (auch wenn meine Stärke mehr in der Theorie lagen) aber auch im praktischen sei ich mehr als genügend. NUR gopfertelli Rüegg ihre soldatische Haltung...
Ich solle mehr Stolz zeigen, darf nicht mehr während einer Theorie gähnen und mich auch sonst immer mehr mit der Brust raus bewegen. Dann werd ich wohl ein bisschen üben und ständig meine muskulöse Hühnerbrust in die Luft strecken.

Footing reloaded: Sie konnten es nicht lassen
Dachten wir doch, dass wir die Footings nun endlich hinter uns hatten, waren wir nicht wenig überrascht als der Klassenlehrer das Programm umstellte und uns am Dienstag Abend mit einem kleinen Footing überraschte. Hauptdarsteller waren dabei sicherlich wieder die Zahnstocher-Baumstämme welche wir in 5er Gruppen über die Panzerpiste schleppen durften. Zwischendurch gabs noch eine Erfrischung: ein Bad in einem Schlammloch...
Durch die Moorlandschaft trugen wir die Baumstämme auf den Hamburger-Hill von dort oben warfen wir die Stämme runter. Leider hat wohl ein Roman vergessen den Baumstamm auch los zu lassen und flog zusammen mit dem Baumstamm ins Tal. Doch zum Glück hatte er nur eine leichte Hirnerschütterung.
So verbringen also Anwärter ihren Dienstag Abend...

Ausgang: Schuhe putzt man im Tenu C
Am Mittwoch hatten wir FAK-Ausgang. Also war es klar, dass alle möglichst pingelig ihr Zimmer aufräumten. Doch als wir dann auf dem HV-Platz standen kam der Schock. Der Feldi kam und meinte, dass sehr viele Schuhe nicht geputzt seien und wir dies darum noch nachholen müssten. 
Zum Schluss meinte er noch. Schuhe werden aber nicht im Ausgänger sondern in den Arbeitsklamotten geputzt... Also musste ca. die halbe Kompanie sich noch umziehen gehen... Nei nei, dass ist aber keine Kollektivstrafe sondern wir lernen hier wie man Schuhe richtig putzt....

Romantischer Frühsport
Am Donnerstag Morgen, stand Frühsport auf dem Programm. Viele von uns konnten sich noch knapp an die öden Joggingrunden um die Hallen während unserer Zeit in der RS erinnern. Die Motivation war darum sehr sehr gross als uns der Wecker um 4:45 aus den Federn holte. Zusammen mit unserem Klassenlehrer joggten wir dann einmal um die kleine Panzerpiste und noch ein bisschen durch Thun. Das Panorama bei dieser klaren fast Vollmond war genial. Das lässt einem fast die Knieschmerzen vergessen.

Ein Leutnant mit Minderwertigkeitskomplex
Als wir so am Donnerstag-Abend vor der Halle standen um in die Dufour zurück zu verschieben, kam uns so ein Leutnant der PzGren Gefechtskompanie entgegen. Irgendwie hat der erste man versifft im eine Gefechtsmeldung zu machen, darum war er schon mal angepisst: "Macht man bei den Besatzern keine Gefechtsmeldung. Und das sollen Grenadiere sein? Und bei den Grenadieren hat man die Hände auch nicht in den Jackentaschen. Sie wollen ein zukünftiges Kader sein."
Natürlich dachten alle von uns an ein gewisses Loch das mit A anfängt. Als der Typ weg war kam dann plötzlich unser Instr raus und stand vor uns hin:"Hören sie mal, was fällt ihnen eigentlich ein. Sie lassen sich doch sicher nicht von irgend so einem Idioten ans Bein pinkeln welcher nicht mal selber das Perret auf hat und noch eine Zigarette raucht. Ausserdem hat der Idiot einfach auf unserem Hallenplatz seinen Scheiss geübt ohne uns zu Fragen. Das nächste mal wenn der wieder kommt waschen sie ihm die Kappe. Der muss nicht meinen nur weil er jetzt einen Strich auf dem Tenu hat könne er da den Macker raushängen."
HEHE

Schiessen oder Verschiessen?
Der Freitag trat ich mit sehr gemischten Gefühlen an. Zum einen stand das schiessen mit den Schüpas an zum andern mein Vortrag vor dem Oberst Leutant im Generalstab... Dieser wird über meinen Vorschlag für die OS entscheiden.
Am Morgen konnten wir aber zuerst Schiessen. Und ja es schoss. Mit allen Panzern. Und sogar ich durfte 5 Schuss an den Zielhang schmettern. 4 von 5 trafen ins Ziel. :-)
Doch am Nachmittag war der Vortrag an der Reihe. Wie in Trance verschoben wir 5 Anwärter mit dem Puch ins Schulkommando. Dort angekommen gings auch schon gleich los. Ich blabberte meine einstudierten Worte runter und erfüllte die 3 vorgegebenen Minuten auf die Sekunde genau... 
Zurück war ich schon um einiges erleichtert jetzt gings endlich ins lange Wochenende. Oder doch nicht?

Übung übers Wochenende...
Der Schuko wollte uns noch sehen vor dem langen Wochenende. Nur 5 Minuten, wurde uns mitgeteilt. Also standen wir da auf dem Platz und warteten. Dann kam er: "Das ganze halt. Kompanie daher. Der Wochenendurlaub ist gestrichen wir beginnen sofort mit der Übung selecta..." 
Mir fuhr es kalt durch den ganzen Körper. Wie erstarrt standen 140 Soldaten auf dem Platz.
"Ach war doch nur Spass! Ich wollte sie nur Informieren, dass die Selektionsphase nun endgültig beendet ist. Ich gratulieren ihnen." Phuuuu....