Freitag, 29. Februar 2008

Woche 8 UOS: Inspektion und BERM :)

Inspektion: Preparations

Nachdem wir den ganzen Montag damit verbracht hatten uns auf die Inspektion vorzubereiten. Stand am Dienstag die Inspektion an. Doch eines nach dem andern.

Der Montag begann mit dem einüben der Inspektionsformation. Unser Kadi-Stv schärfte uns zum Xten mal ein, dass wir unser Bajonett unbedingt putzen mussten. Da der liebe Inspizient extrem scharf auf die Kontrolle dessen sei.

Anschliessend mussten wir unsere Lektionen vorbereiten. Ich musste eine Lektion über das putzen der Schutzmaske vorbereiten. Und wie ich feststellen musste war dies bitter nötig. Hatte meine Schuma doch seit Finale Wahrheit (Man erinnere sich an Woche 7 der RS) keinen Putzlappen mehr gesehen. Und da wir bei Finale alle getarnt waren strahlte mich die Schuma in einem freundlichen Grün-Braun an... Der Spass fing aber erst an als ich den Trinkschlauch wegnahm. Da lief doch wirklich noch einen ganzen Gutsch Wasser raus. Mhhhhmmm. Wenigsten konnte ich keine Bewohner finden, die sich in meiner Schuma angesiedelt hatten.

Nachdem wir am Nachmittag auch wieder für die Inspektion vorbereiteten, waren wir dann alle happy als wir unser verdientes Bier im traditionellen Ausgang vor der Inspektion geniessen konnten.

 

Inspektion: Ein Inspizient in Fahrt

*ironiemodus ein* Endlich war es so weit, die Inspektion stand an und wir waren alle begeistert bei der Sache und positiv überrasch über den Verlauf *ironiemodus aus*. Naja leider nicht. Wir stellten uns also Morgens in einer Saufrühe (ohne Zmorgen...) auf. Dann wurden unsere Fussstellung per Pannendreieck überprüft und die Körperhaltung und Kleidung aufs kleinste Detail kontrolliert. Langsam frohren mir die Finger ab. Und ich war wohl nicht der einzige. Die Morgenkälte die dank der Sternenklaren Nacht herrschte war nicht zu überspüren (oder sagt man da auch übersehen?) Dann endlich nach etwa 20 Minuten wurden wir ins Achtung gestellt. Dies war nicht eine Befreiung wie jetzt vielleicht viele denken, nein es ist lediglich das Zeichen, dass es endlich los geht und man für längere Zeit das privileg hat Bockstill wie ein Zinnsoldat zu stehen. Der Oberstleutnant wanderte durch die Reihen. Blabberte ab und zu einige Worte. Und ging weiter. Und plötzlich passierte es. Ein dumpfes Rummpeln und ein mehr oder wenig lautes TOOOCKK. Und in der vorderen Reihe lag einer Bewusstlos am Boden. Irgendwie sah das ganze noch witzig aus. Aber das darf man ja eigentlich nicht öffentlich sagen... Und nach ca 30 Sekunden das gleiche Spiel noch einmal... Die Leute vielen... Anscheinend vertragen einige die Kälte noch weniger als ich.

Nach ca 15 Minuten wurden wir erlöst ein warmes „RUHN“ des Kadi-Stvs löste unsere Glieder aus der Erstarung. War es jetzt vorbei? Nein es fing erst an...

„Ganze Kompanie im Harst defilieren!“ Defi was? Und wieso muss sich die ganze Kompanie auf den armen Horst stellen? Ja etwa so sahen den Befehlenden ca 120 Gesichter an. Doch er erklärte es uns schnell und so standen wir in kurzer Zeit in 8-er Kolonne da und marschierten am Oberstleutnant vorbei. Auch der Frontwechsel klappte erstaundlicherweise Reibungslos.

Zum Schluss kam aber das Desaster. Gewehrtragart: Untergehängt... Wo zum Geier soll man das Gewehr unterhängen? Wieder 120 fragende Gesichter. Gut.... Gewehr angehängt... Ja sind wir hier im Jagtverein, wer will das schon wissen wie man sich das Gewehr nach Reglement anhängt.

Ein sichtlich verzweifelter Blick traf uns vom Kadi-Stv. Wenigsten liess uns der Oberstleutnant endlich in Ruhe mit dem Zeugs.

 

Inspektion: Endlich geht’s aufwärts

Der Rest der Inspektion ist relativ schnell erzählt. Wir mussten den Funk bedienen. Einen Befehl aufschreiben und unsere Lektionen halten. Ach ja, dann war da noch die Gruppenschule die wir wohl am besten meisterten. Natürlich hatten wir auch einen kleinen Vorteil da der Inspizient unser Klassenlehrer war.

Meine Lektion lief nicht schlecht. Einzig war wohl die Kritik des Inspizienten (ich sei ein Liirisiech) etwas störend. Aber ich hatte trotzdem eine drei und das ist ja ganz ok.

Inspektion: Bilanz

Die Biland war nicht so vernichtend wie wir uns das alles vorstellten. Es reichte für die Note Gut. Vor allem durch unser Fachwissen an den verschiedenen Waffensystemen und unsren sackstarken Lektionen. Trotzdem war mir der Oberstleutnant nicht sehr sympatisch. Er verwendete sehr viele Fremdwörter (wahrscheindlich um seine Intelligenz hervorzuheben) und wich auch daurernd vom Thema ab um irgendwelche Intelligenten Sätze zu blabbern. Auch betonte er immer das er der Chef der Kaderschule sei. So als ob er Angst hätte, dass wir dies vergessen würden. Aber ja vielleicht ist meine subjektive Meinung nur etwas beeinflusst durch einen Geschichte die ich euch nächste Woche erzählen werde...

 

Mittwoch: Ein Satz

Wir wiederholte die Lehrlektion der Inspektion, damit alle eine Bewertung bekamen und dies war ziemlich langweilig, einödig und vor allem nicht erwähnenswert.

 

PS: Nein wirklich, glaubt es mir ihr wollt es nicht wissen.

PS2: Falls irgend jemand denkt irgendwo in diesem Satz sollte ein Punkt sein. Dann soll er wissen, dass ich ihn bewusst ignoriert habe, da sonst meine Einsatz Pointe nicht aufgegangen währe

PS3: Nein ich versuche hier nicht künstliche Ironie zu erzeugen! Ich will den Leser nur über das Leben im Militär informieren. Solche verbalen PS ausrutscher sollten nicht mehr vorkommen, aber irgendwo musste ich’s ja schreiben. Naja, ein intelligenter Schreiber hätte wohl einfach einen andern Titel gewählt... Aber hey ich bin mit der Schreibmaschine aufgewachsen... Glaube ich auf jeden Fall.

PS4: Unglaublich nach einer kurzen Schreibpause ist mir gerade was wichtiges eingefallen, dass ja noch passiert ist. Und dass hätte sogar Auswirkungen auf das Thema vom Mittwoch gehabt... Darum:

 

Die Beförderung

Am Dienstagabend warfen wir uns in den noch so chicen, ungebrauchten PA-TAZ und verschoben in Richtung Expo Gelände. Dort wurden wir im offiziellen Rahmen befördert. Der Obersleutnant schwang wieder einige schöne Worte über Verantwortung, Rechte, Pflichten aber vor allem über viele Fachbegriffe welche er stolz aus seinem Wortschatz hervorklaupte.

Dann war es so weit. Die Nationalhymne erklang und wir sangen mit, nach 9 Wochen jeweils Montags und Freitags singen, waren wir ja schon fast ein richtiges Männerchörchen J . Dann mussten wir uns beim Klassenlehrer anmelden und bekamen über die Standarte die Beförderung. Nun dürfen wir uns offiziell Obergefreiter nennen (umgangsprachlich Adidas Soldat à Wegen den drei Schrägstrichen). Obergefreiter ist sozusagen der Anlern-Rang zum Wachtmeister. Und viele die den Rang tragen, haben plötzlich das Gefühl sie seine etwas besseres auf dieser Welt. Da bin ich hingegen froh, dass ich das nicht glaube das ich es bin. Denn ich weiss es ja ;-)

 

Übung Centro: Caramba auf mein Top

Ein grosses Zückerchen (gibt es überhaupt ein grosses CHEN?) war sicher die Übung Centro. Zusammen mit den Gefechtlern. Es galt mit den Panzern einen Bereitschaftsraum in Blumenstein zu beziehen. Nachdem wir dies einige male in der Häuserkampanlage geübt hatten verschoben wir Richtung Blumenstein.

Genial waren die Einweiser der Gefechtler die so gut getarnt waren, dass man sie fast nicht sah. (Einer auf dem Kreisel in Blumenstein ein echte Attraktion. Und dann gings schon los.

Ich war Zugführer Stv und somit Commander auf dem Panzer Tre. „Piccolo Tre bereit machen zum Caramba, Igel auf mein Top.“

Und mit einem riessen Tempo fuhren wir in den Innenhof einer Schreinerei. „Caramba – Fahrer Rampe tief“ und schon rannten die Gefechler raus und sicherten den Raum. Sah schon ziemlich eindrücklich aus. Und das Jugendhaus nebenan war schon ziemlich verdutzt, dass wir gerade die Schreinerei einnahmen.

Danach bauten wir den Bereitschaftsraum stetig aus, wir stellten Wachen, tarnten die Panzer und verpflegten uns mit Hilfe der Bordküche des Panzers (Ohne scheiss der hat einen Kocher), dann gings aber relativ schnell ins Bett, da wir armen armen Besatzer ja unsere 6 Stunden schlaf benötigen. Mit dem Wissen von den bis auf die Zähne bewaffneten Gefechtlern beschützt zu werden schlief ich auch bald friedlich ein.

Mola: Let’s rock

Nachdem wir am Morgen den Bereitschaftsraum wieder verlassen hatten, machten wir uns direkt auf den Weg in die Mohrlandschaft. Dort sollten wir unsere erste und einzige Geländefahrschule bekommen. Natürlich war dies eine geniale Erfahrung, mit eine riessen Tempo über die Geländepiste zu rasen, ab und zu die durchgeschüttelten Gefechtler in die grösste Glunge aussteigen lassen und dann weiterfahren. Ach da könnte ich glaub Stunden drin verbringen und man hörte über den Funk nicht nur einmal die Stimme des Klassenlehrers: „Meine Herren fahren sie angepasst, sie haben noch einige Leute im Mannschaftsraum“

Woche 7 UOS: Insieme zusammen sind wir stark

FASPA: Das ganze noch einmal

Nachdem wir ja den Manöverparcours in der RS schon einmal mit einer Prüfung im FASPA abgeschlossen hatten, waren wir nicht gerade sehr begeistert, als uns der Klassenlehrer kundtat, dass wir diesen Test nochmals wiederholen durften.

Nach ca. 15 Minuten Training im FASPA gings dann auf die virtuelle Piste. Ich war nicht wirklich zuversichtlich, da ich im Training ziemlich alles umgefahren hatte, was so dastand.

Doch es funktionierte, und ich bestand den Test. Jetzt konnte ich also am Abend doch in den Ausgang J

 

Ausbildung auf Stufe Schule

Irgendwie bekomme ich immer das Gefühl, dass wenn wir unterricht auf Stufe Schule haben, alles langsam und weniger organisiert läuft. Man sollte doch denken, dass die Hohen es mehr im Griff haben sollten. Doch da ist man manchmal weit daneben.

Am Montag sowie am Dienstag hatten wir Ausbildung auf Stufe Schule. Es began mit Kartenlehre, bei der wir wiedermal hörten was eine Höhenkurve ist (ziemlich zum einschlafen...) zum Glück war es ziemlich frostig kalt. So musste man wenigstens gezwungenermassen Wach bleiben.

Danach folgte eine Stunde Selbststudium. Militärisch könnte man Selbststudium als Auftragstaktik betrachten. Dabei wird der Weg nicht vorgeschrieben, wie man gewissen Stoff lernt. Der Weg zum Ziel führt bei 99% aller Selbststudien in die gleiche richtig. Ist dies doch faszinierend, da man immer von verschiedenen Lerntypen etc. redet. Am Schluss waren alle genau gleich am lernen. Nämlich in dem sie den Kopf in einer langen Pause lüfteten.

Am Montag konnten wir noch für das Wettschiessen vom Dienstag üben. Für mich eine ziemliche Blamage, so schlecht war ich wirklich noch nie... 62 Punkte....

Für viele war das Training ein Erfolg und so tauschten auch einige fleissig ihre Schiesszettel aus. Damit sie Morgen einen hatten, welcher genug Punkte für das Abzeichen drauf hatte. (Was ich ziemlich peinlich fand....)

 

Schiessabzeichen... you owned yourself a sharpshooter batch

Nachdem ich schon beim Sportabzeichen knapp versagt hatte (um einen Punkt auch durch sehr ungenaue Messung...) galt es nun die Ehre meiner Familie wieder herzustellen. Ein unendlicher Druck lastete auf mir. Waren doch meine Erbanlagen in Sachen schiessen ziemlich verkümmert...

Bevor ich aber schiessen konnte. Musste ich noch mit einem Puch ins Munitionsmagazin frässen. Da einige Gefechtler nicht fähig waren richtig zu zählen (es fehlten ja nur gerade 1000 Schuss...)

Dann war es so weit. Ein Schuss folgte dem anderen. Und am Schluss waren es 73 Punkte. Es war also geschafft.

Von unseren Klasse hatten es ziemlich viele geschafft. Und nur einer (diese riessen Pfeife, Weichei, etc.) hat denn Zettel eines Kollegen genommen. Hoffen wir, dass sie ihm das Abzeichen weit in die Brust anpinnen das er seine Lüge zu spüren bekommt :-P

 

Übung „Insieme“ – Kampf mit Gepäck

Endlich war es soweit die Übung Insieme stand an. Eine Übung bei der die Gefechtler auch mitmachten. Es wurden während dieser Übung die Angriffsformation geübt. Schiessen-Fahren-Schiessen-Gefechtler ausladen-Warten-Schiessen-Mit Nebel zurückziehen.

So sah in etwa das Programm aus. Die Gefechtler machten ihre Aufgabe sehr gut! Sie befolgten unsere Befehle und hielten sich sonst auch an die Regeln.

Eine gelungene Übung obwohl wir sie nicht erfüllten (Gefechtler waren zu langsam) denke ich konnten beide Seiten profitieren. Und sie werden das Wort Caramba (Befehl um auszubooten) nicht so schnell vergessen.

 

Spezialprogramm für die Of-Anwärter

Wiedermal wurde ein Spez Programm für die Of-Anwärter gefahren. Wir mussten die Zwischenprüfungen für einige Führungsmodule ablegen. Dies zusammen mit unserem soooo geliebten Kadi-Stv... Der Gipfel war, dass sie uns den falschen Test vorlegten... Ich habs zuerst gar nicht gemerkt. Dachte mir nur, hmm die wollen ja komische Sachen wissen. Aber irgendjemand hats rausgefunden. Mal schauen was jetzt passiert. Die Motivation den Test noch einmal zu schreiben hat keiner. Aber wer weiss. Vielleicht hat der Kadi-Stv ja das Bedürfnis uns in einem Ausgang seinen Fehler ausbaden zu lassen....

 

Übung on the road

Am Freitag stand endlich die Übung on the road an, auf die wir so sehnlichst warteten. Ein Ausflug mit den Panzern bis auf Huttwil und dann zurück über Burgdorf nach Thun. Wir starteten Morgensfrüh. Es war unglaublich kalt. Mein Nasenspitz fing an seine Koffer zu packen, da er die Nase gestrichen voll hatte. Ich konnte gleich als erstes die Prüfung ablegen. Mehr oder weniger souverän lenkte ich den Panzer durch die engen Strassen am Morgenverkehr vorbei. Wirklich Spass machte es mir nicht, und ich war ziemlich froh als wir den ersten Marschhalt machten. Dort wurde mir dann auch mitgeteilt, dass ich die Prüfung bestanden hätte (wenn auch nur knapp), ziemlich erleichtert sass ich nun auf dem Commanderposten und genoss den immer noch schei..kalten Tag.

In Burgdorf angekommen, machten wir Mittagspause. Wir verkrochen uns in den Mannschaftsraum und genossen dort unser Essen. Die Heizung verwandelte den Raum bald in eine Sauna. Ziemlich angenehm. Leider war die Pause viel zu schnell vorbei und so ging es weiter. Doch plötzlich gab sich die schöne Sonja einen Schupf und entblösste sich von ihrem Hochnebelkostüm und beschenkte uns mit einigen Sonnenstrahlen. So  machte Panzerfahren doch spass.

Zurück in Thun mussten wir dann noch das ganze Material retablieren und so war der Ausflug schon wieder vorbei...

 

Kompanieschule – Was für eine Freude

Am Freitag Abend, hatten wir als Vorbereitung auf die Inspektion vom Dienstag einwenig Kompanieschule. Der Feldweibel hatte heute wieder mal einen guten Tag und wir konnten einige Male hin und her rennen... Als wir dann total verschwitzt waren, stellte er uns in Inspektionsform auf. Und liess uns einige Minuten im Achtung frieren. Zum Glück war die Übung nach ca. 30 Minuten vorbei. Das warme Bett wartete nämlich sehnsüchtig auf mich!!!

Sonntag, 17. Februar 2008

Woche 6 UOS: Schiessen, Schiessen, Schiessen

Leider war es mir letzte Woche nicht möglich die Berichte nachzuführen. Hier also ein kurzer Überblick was so lief in Woche 6.

Ein Soldat ausser Rand und Band
Diese Woche stand ein Soldat ziemlich im Mittelpunkt. Dies aber ziemlich negativ... Zuerst hatte er die 30mm Gurten im Panzer so verwürgt, dass der Reparaturdienst kommen musste um ihn wieder zu flicken. Anschliessend hatte er als einziger immer MG-Störungen am laufenden Band. Beim zweiten Schiessen, vergass er bei der 30mm Kanone die Antriebswelle einzudrücken (dies ist ziemlich übel), es hat alles verklemmt und im Doppel Gurtenglieder Kanal lagen ziemlich grosse Metalspähne.
Das ganze rundete er damit ab, dass er im Ausgang aus einem Lokal einen Aschenbecher klauen wollte und dabei erwischt wurde... Meine Damen und Herren ihr zukünftiger Ausbildner und Kader ;-)

Zielhangschiessen von A-Z
Diese Woche war Klassenwoche. Wir verbrachten also die meisste Zeit am Zielhang und schossen mit unseren Panzer. Unser Klassenlehrer war total aus dem Häuschen da wir bis auf den vorhin genannten Fall praktisch keine Störungen hatten. Er war so begeistert, dass er uns sogar eine kleine Grillparty herrichtete. Am Donnerstag, als wir alle ziemlich müde vom Nachtschiessen zurück kamen und unsere Magen knurrten, stand in unserer Halle ein Grill mit saftigen Schweinssteaks drauf. Dazu gab es ein kühles Bierchen. Die wissen schon wie man Soldaten motiviert :-)

Unsere neuen Zugführer
Eine sehr gute Sache war, dass uns die Aspiranten der OS diese Woche begleiteten und an unsere Übungen als Zugführer mitmachten. So konnte man gleich sehn was so ein evtl zukünftiger Zugführer alles kann und was nicht ;-) Erstaunt hat es mich jedoch wie wenig sie vom Panzer wussten. Dachte mir immer die sind voll die Cracks auf diesem Thema. Aber wiess aussieht kommt wohl die Ausbildung am Panzer in der OS ziemlich kurz.

Eine gespenstische Ruhe auf dem Waffenplatz
Nun war es endlich so weit, die Rekruten verschwanden in die Verlegung nach Bure oder weiss ich wohin. Und so legte sich Mitte Woche eine gespenstische Ruhe über den Waffenplatz. Keine brüllenden Wachmeister, keine demotivierten Rekruten. Nur ein paar arme Kaderschüler welche noch einwenig länger hier in Thun bleiben konnten ;-)

Samstag, 2. Februar 2008

Woche 5 UOS: An alle Bivio Dachs....

Diese Woche mussten wir erst am Montag Abend einrucken. Dementsprechend freuten wir uns auf eine kurze Woche.

Dienstag: Ach was war am Dienstag nur los?
Ja dieser Tag ging wohl als einer der unspektakulärsten der ganze UOS durch. Am Morgen hatten wir wieder FUM Ausbildung. Das Führen einer Gruppe stand auf dem Speiseplan. Wie man Leute motiviert oder wie man mit Stresssituationen umegeht. (In einem so Stressfreien Umfeld wie dieser Theorie sehr schlecht nachvollziehbar)
Nachdem wir gegen unsere Müdigkeit erfolgreich angekämpft hatten konnten wir uns in unsere Sporttenus werfen und machten uns auf den Weg zur Turnhalle. Doch heute stand kein Fussball oder so auf dem Plan... Nein, für uns Offizieranwärter hatten sie sich etwas ganz tolles ausgedacht. Die Hindernissbahn sowie den Kraft+Konditionstest. Hört sich doch schon sehr gut an oder? 
Irgendwie hab ich das ganze dann hinter mich gebracht und war froh dann eine wohltuende Dusche zu geniessen. 
Am Nachmittag gingen wir noch locker 300 Meter Schiessen. Das ganze mit dem Duro, also auch locker. 
Nach einem leckeren (ja das gibts in der Militärkantine auch) Essen, mussten wir noch ca. 5000 MG Schuss auf eine Strippe aufmunitionieren (oder abspitzen oder nennt man das jetzt aufspitzen...) und dann ja dann gings eigentlich schon ins Bett... Wirklich sehr anstrengend dieser Tag...

Schultag: Ach neeeehhh nicht noch einmal Führungsausbildung
Am Mittwoch hatten wir wieder Schultag, wir Of-Anwärter hatten wieder ein Sonderprogramm. Den ganzen Tag mussten wir uns Theorien über Kommunikation und Konfliktmanagement anhören. Sehr geschickt eingefädelt der höheren Ofs. Mussten alle Of-Anwärter einen Teil präsentieren. So musste ich den ganzen Tag irgendwelchen schlecht gemachten Präsentationen zuhören von Leuten die eigentlich meistens (noch) keine Ahnung von der Materie haben. 
Ausserdem können die mir ja lang erzählen von irgendwelchen Konfliktformen und Anlässen. Ohne praktische Beispiele ist die Info wahrscheindlich ziemlich nichts Wert. Die Ausbildung war also nicht mal Migros Budget sonder wahrscheindlich eher Prix Garantie...
Doch da wir ja alle jetzt Offiziere werden wollten müssen wir das ja können und darum war das schon richtig so... Bla Bla Bla... 
Das Highlight war dann ca. um 17:00 hetzte uns der Kadi Stv noch einmals Raus auf die Panzerpiste, da er mit unserer Leistung nicht zufrieden war. Wir seien nicht Aufmerksam oder so und damit wir das lernen mussten wir die Gruppe auf der Panzerpiste in 15 Minuten melden. So lernten wir sicher wie man Aufmerksamer ist. (Tja er kann nichts dafür er ist ein Füsel ;-))

Leutnant Rüegg???
Am Mittwoch um 11:00 war für mich auch Vorschlagserteilung angesagt. Hatten sich die ganzen Anstrengungen gelohnt? Waren Da Capo 0-3 alle Sinnlos? Ich trat also ins Büro des Obersleutnant im Gst Weber und der begrüsste mich mit einem netten: Rüegg? So ein Dossier hab ich nicht." 
"HA" der Witzbild... Er liess mich setzen und teilte mir mit, dass es bei mir keine Diskussion gäbe. Ich dürfe aber nicht mehr Gähnen im Daher :D (Da hat doch der Klassenlehrer das in meinen Bericht geschrieben...)
Nach ca. 5 Minuten hatte ich den Zettel unterschrieben und machte mich auf den Weg, zurück zur spannenden Theorie... Leutant Rüegg, diese armen Rekruten. Hoffen wir mal das von denen keiner meinen Blog liesst ;-)

Der Wasserfall...
Da wir am Donnerstag bereits um 4:30 mit dem Erstellen der Gefechtsbereitschaft anfingen, verbrachte ich den grössten Teil des Ausgangs im Bett um etwas Schlaf vorzuhollen. 
Doch nachdem ich friedlich in meinem Bettchen geschlafen hatte, fing meine Blase um ca. 3 Uhr an zu drücken. Kein Problem. Kopf auf Autopilot schalten und schnell raus zur Tür aufs WC... Geistig fing ich schon an die Schleusen zu öffnen. Doch plötzlich stand ich an der Zimmertür und sie war... GESCHLOSSEN... Das konnte doch nicht sein. Welcher Idiot schliesst das Zimmer ab wenn wir drin sind. Im Dunkeln suchte ich nach dem Schlüssel (Das Fass fing langsam zu überlaufen)... Kein Schlüssel da... Ein Freund wurde wach und versuchte die Türe mit etwas Gewalt zu öffnen.
Nicht... Was soll ich nun tun? Mich aus dem Fenster erleichtern? Nein besser nicht. Aaahh ich hatte ja noch die Notfallnummern. Also schnell auf den Kommando Posten anrufen, vielleicht war ja wer da der mich aus meiner Not retten konnte.
Doch da war niemand. Wenigstens konnte mir der nette Herr die Telefonnummer des Haupttors der Kaserne geben.
Dann rief ich dort an:
Tor: "Klick... Wachdispositiv Tor 20, Soldat Müller"
Ich: "Grüezi, sie ich han es Problem mir sind im Zimmer 1018 igschlosse. Irgend en lustige het sZimmer vo use gschlosse."
Tor: "Wie bitte? Wennd sie mich verarsche?"
Ich: "Ja klar, ich lüüt so us Witz am 3 am Morge am Wachposte ah zum sie zverarsche..."
Tor: "Demfall muessi dSecuritas schicke!"
Ich: "Wieso dSecuritas? Sie chönd au schnell uecho und dTüre ufmache. Wahrschindli steckt de Schlüssel use im Schlüsselloch."
Tor: "Ja ich bin elei da, chan nöd guet ue cho. Den müesst ich ja dReserve aktiviere"
Ich: "Mached sie das"
Tor: "Hend sie schnell e Minute Ziit?"
Ich: "Ja kei Angst ich lauf ihne nöd Weg"
5 Minute spöter
Tor: "Guet ich schick ihne eine verbi..."
Ich: "Merci"
Und nach ca 10 Minuten öffnete einer die Tür. Mein Retter, mein weisser Prinz, mein Held. So schnell war ich wohl noch nie auf der Toilette.

Aufmunitionieren: Mun Chef gibt Vollgas
Da nach dieser Aktion an schlafen nicht mehr zu denken war. (Also ja, ich hätte schon noch geschlafen aber mein Kamerad der fürs Material zuständig war, hielt mich davon ab) Machten wir uns auf den Weg zur Halle um uns einen Puch zu schnappen und das Munitionsmagazin etwas zu leeren.  :-)
Das freute mich natürlich, da wir heute den ganzen Tag mit dem Schützenpanzer schiessen werden.
Um ca. 4:15 standen wir mit einem Teil der Munition (es hatte nicht alles Platz im Puch) vor der Halle, da kam auch schon unser Klassenlehrer. Dieser war schwer beeindruckt über unsere Leistungsbereitschaft, da er nicht erwartet hatte, dass wir schon jetzt die Munition bereitstellten (Zitat: Ich hatte noch nie so eine initiative Klasse)
Jeder Panzer bekam 160 Schuss. Eine Menge mit der man doch was anfangen konnte. Das Aufmunitionieren ging dann auch ziemlich schnell voran.  Und ich als Mun Chef war mächtig am rotieren, dass am Schluss auch alle genug Schüsse hatten.

Mittwoch: "Ja, es schiesst"
Nachdem wir aufmunitioniert hatten, assen wir in der Halle unser Morgenessen. (viel besser als in der Kaserne, da man kleine Confischäleli bekommt unter denen es auch Nutella und Honig hat ;-)).
Um 7:00 war Prontokontrolle und wir fuhren mit den Panzern an die 900 Meter Marke. Ich war als Richter beim Panzer UNO eingeteilt. Konnte also als erster Schiessen. Der Rest der Crew waren alles gute Leute. Also hatten wir einen riessen Spass auf unserem Panzer.
Die Waffen wurden geladen und nach einigen Systemfehler-Schiessen (macht man um die Waffe aufs Ziel zu richten) gings los mit der ersten Übung. 
Irgendwie kam es mir wie eine Mischung aus Kriegsspiel und Moorhuhn vor. (Jaja immer diese Gamer, keinen Bezug zur Realität mehr...).
Ab jetzt könnt ihr mich auch offiziell Lucky Luke oder so nennen. Ich traf ziemlich gut. Und schoss den anderen Panzern sogar ihre Ziele weg, da sie nicht trafen (war aber erlaubt, das nennt sich dann Feuerunterstützung :)
Den ganzen Tag wechselten wir uns beim Schiessen ab. Und es gab nur einmal einige komplikationen, als sich ein Schuss festgebrannt hatte und wir mit dem grossen Werkzeug und mit der Unterstützung unseres Instruktors die Patrone wieder rauswürgen mussten. 
Am Nachmittag absolvierten wir dann die ersten Übung aus dem fahrenden Panzer. Ziel war es aus einer Lauerstellung (mit dem schönen Namen LAURA) an den Damm der 900 Metermarke zu fahren (Name DACHS) und dort alle Ziele zu bekämpfen und anschliessend wieder zurück in die LAURA zu fahren. 
So standen fünf Panzer da und warteten sehnsüchtig auf den Befehl: "An alle Bivio Dachs, Beobachtungshalt, marsch" 
Der Fahrer drückt auf die Tube, hält sanft am Damm vorne und dann kommen schon die Ziele rauf. 
Kommandant: "Schützenpanzer, 11 Uhr"
Richter: "Erkannt, Feuer, Treffer"
Kommandant: "Infantrieziel 1 Uhr"
Richter: "Erkannt, Feuer, Treffer"
Kommandant: "Fahrer Rückwärts marsch LAURA"
Und der Fahrer braust vollgas Rückwärts zurück in die LAURA.

Ein wirklich erfolgreicher Tag, der sehr viel Spass gemacht hatte. Ich selbst konnte ca. 40 Schuss verschiessen.
Da war es uns auch egal, dass wir bis 22:00 die Panzer putzten und die Munition etc. wieder versorgen mussten. Der Tag war gelungen!

Freitag: Roiplen und FASPA
Am Freitag war dann ein leichtes Programm dazu da uns wieder etwas zu erholen. Zuerst mussten wir wieder mal in den Fahrsimulator. Leider machte mir das ganze nicht so ein grosser Spass. Da ich etwa 5 bis 7 mal einen "Unfall" produzierte. Ich sei anscheinend zu schnell über ein Hindernis gefahren. Tja nicht so schlimm. Aber mit der Zeit nervte es schon die ganze Zeit mich wieder neu anzumelden...
Da wir beim Roiplen (Ablegen und wieder Aufziehen der Raupe) noch etwas schwachbrüstig waren. Konnten wir dass an diesem Morgen noch einmal üben. Es ging alles ziemlich glatt. Und wir hatten die Raupe im nu wieder aufgezogen. 
Am Nachmittag hätten wir dann Taktikausbildung gehabt (was mich eigentlich brennend interessiert hätte!) doch ich hatte Urlaub und konnte darum schon um 14:15 mich von der Truppe entfernen :-) 

Hier noch einige Bilder (obwohl man das glaube ich nicht mehr darf)


Soldat super Cool (mit der krassen Militärsonnenbrille)

Die Aussicht vom Richterplatz

Ein müder Richter am Morgen

An der 900 Meter marke


Pänngggg

Samstag, 26. Januar 2008

Woche 4 UOS: Endlich schiesst der Panzer

Kaderbeurteilung Zwo: Kein Gewissen das mich trübt.
Am Montag gings schon wieder Vollgas weiter mit den Offiziersanwärter Prüfungen. Heute stand die Kaderbeurteilung 2 auf dem Plan, ein Tag im Rekrutierungscenter Sumiswald.
Schon ziemlich früh am Morgen, standen wir also im Ausgänger bereit für die Verschiebung mit dem Duro. 
Nach ca einer Stunde Fahrt kamen wir dann ins Sumiswald an, wo wir ziemlich unfreundlich begrüsst wurden:"Wo isch de Chef vo dem Sauhuufe." Dann wurden uns die sehr attraktiven Psychologinnen vorgestellt welche uns durch den Tag begleiten würden.
Zuerst mussten wir eine kleine Präsentation vorbereiten, ich musste eine Präsentation machen über das 10-Jährige Jubiläum des Billiard Club Hintergümligen...
Nachher ist die Geschichte eigentlich schnell erzählt. Es gab etwa 10000 Fragen am Computer über die Persönlichkeit, die Intelligenz und über die Konzentrationsfähigkeit.
Das Resümee des ganzen war aber immer das spannendste, würden sie mich trotzdem nehmen, obwohl ich beim Nationalstolz "eher nicht" angekreuzt habe ;-)
Die nette Psychologin erzählte mir dann so einiges über meine Persönlichkeit aus dem Nähkästchen. Ich sei selbstkritisch, intelligent, könne gut vor Leuten und habe kein Gewissen. WAS? Kein Gewissen? Soso wie hab ich wohl wieder angestellt, dass ich als nicht Gewissenhaft da stehe.
Der Duro welcher uns abholen sollte hatte leider etwas Verspätung, so mussten wir unsere Zeit im Rekrutierungszentrum mit PlayStation gamen verbringen und kamen leider direkt auf den Ausgang wieder. Schade Schade ;-)

MG: Feuerbereit!
Da wir am Freitag das erste mal mit den Panzer schiessen wollten, waren unsere Instr diese Woche sehr davon besessen, alles doppelt bis dreifach zu üben. Bis wir den Drill intus hatten. Heute stand das Maschinengewehr an der Reihe. Wir mussten ca. 1 Stunde lang das MG laden, entladen, Feuerbereitschaft erstellen, Lauf- und Verschlusswechsel machen. 
Das wird mit der Zeit ziemlich langweilig und so fing ich an alle Kommandos welche man schreien muss, auf Französisch wieder zu geben. 
Plötzlich stand der Instr neben mir und sagte mir sehr bestimmt: "Gopfertelli Rüegg, was soll das? Machen sie e gefällig richtig. Das intressiert doch kein Schwein ob die das auch auf Deutsch können. Der Roman wird sie auch verstehen wenn sie es auf Deutsch sagen, der sieht ja auch was sie am machen sind. Oder haben sie das Gefühl, dass irgend ein Roman sich dazu bewegen würde nur ein Kommando auf Deutsch zu sagen?" 
In genau dieser Sekunde schrie der Roman neben mir aus volle Inbrunst: "WAFFE GELADEN"
Der Instr lief kopfschüttelnd weg :-D 
Zwischenbewertung: Wo bleibt ihr Soldatenstolz Rüegg?
Am Mittwoch stand neben dem Arbeiten an der 30mm Kanone auch die Zwischenbewertungen an. Dabei sprach der Klassenlehrer auch gleich seine Empfehlung für das Weitermachen als Offizier aus. Gespannt sass ich also an das kleine Tischlein vor unseren Klassenlehrer. Er sah mich an und sagte mir, das er sehr zufrieden mit mir sei, ich Arbeite gut mit (auch wenn meine Stärke mehr in der Theorie lagen) aber auch im praktischen sei ich mehr als genügend. NUR gopfertelli Rüegg ihre soldatische Haltung...
Ich solle mehr Stolz zeigen, darf nicht mehr während einer Theorie gähnen und mich auch sonst immer mehr mit der Brust raus bewegen. Dann werd ich wohl ein bisschen üben und ständig meine muskulöse Hühnerbrust in die Luft strecken.

Footing reloaded: Sie konnten es nicht lassen
Dachten wir doch, dass wir die Footings nun endlich hinter uns hatten, waren wir nicht wenig überrascht als der Klassenlehrer das Programm umstellte und uns am Dienstag Abend mit einem kleinen Footing überraschte. Hauptdarsteller waren dabei sicherlich wieder die Zahnstocher-Baumstämme welche wir in 5er Gruppen über die Panzerpiste schleppen durften. Zwischendurch gabs noch eine Erfrischung: ein Bad in einem Schlammloch...
Durch die Moorlandschaft trugen wir die Baumstämme auf den Hamburger-Hill von dort oben warfen wir die Stämme runter. Leider hat wohl ein Roman vergessen den Baumstamm auch los zu lassen und flog zusammen mit dem Baumstamm ins Tal. Doch zum Glück hatte er nur eine leichte Hirnerschütterung.
So verbringen also Anwärter ihren Dienstag Abend...

Ausgang: Schuhe putzt man im Tenu C
Am Mittwoch hatten wir FAK-Ausgang. Also war es klar, dass alle möglichst pingelig ihr Zimmer aufräumten. Doch als wir dann auf dem HV-Platz standen kam der Schock. Der Feldi kam und meinte, dass sehr viele Schuhe nicht geputzt seien und wir dies darum noch nachholen müssten. 
Zum Schluss meinte er noch. Schuhe werden aber nicht im Ausgänger sondern in den Arbeitsklamotten geputzt... Also musste ca. die halbe Kompanie sich noch umziehen gehen... Nei nei, dass ist aber keine Kollektivstrafe sondern wir lernen hier wie man Schuhe richtig putzt....

Romantischer Frühsport
Am Donnerstag Morgen, stand Frühsport auf dem Programm. Viele von uns konnten sich noch knapp an die öden Joggingrunden um die Hallen während unserer Zeit in der RS erinnern. Die Motivation war darum sehr sehr gross als uns der Wecker um 4:45 aus den Federn holte. Zusammen mit unserem Klassenlehrer joggten wir dann einmal um die kleine Panzerpiste und noch ein bisschen durch Thun. Das Panorama bei dieser klaren fast Vollmond war genial. Das lässt einem fast die Knieschmerzen vergessen.

Ein Leutnant mit Minderwertigkeitskomplex
Als wir so am Donnerstag-Abend vor der Halle standen um in die Dufour zurück zu verschieben, kam uns so ein Leutnant der PzGren Gefechtskompanie entgegen. Irgendwie hat der erste man versifft im eine Gefechtsmeldung zu machen, darum war er schon mal angepisst: "Macht man bei den Besatzern keine Gefechtsmeldung. Und das sollen Grenadiere sein? Und bei den Grenadieren hat man die Hände auch nicht in den Jackentaschen. Sie wollen ein zukünftiges Kader sein."
Natürlich dachten alle von uns an ein gewisses Loch das mit A anfängt. Als der Typ weg war kam dann plötzlich unser Instr raus und stand vor uns hin:"Hören sie mal, was fällt ihnen eigentlich ein. Sie lassen sich doch sicher nicht von irgend so einem Idioten ans Bein pinkeln welcher nicht mal selber das Perret auf hat und noch eine Zigarette raucht. Ausserdem hat der Idiot einfach auf unserem Hallenplatz seinen Scheiss geübt ohne uns zu Fragen. Das nächste mal wenn der wieder kommt waschen sie ihm die Kappe. Der muss nicht meinen nur weil er jetzt einen Strich auf dem Tenu hat könne er da den Macker raushängen."
HEHE

Schiessen oder Verschiessen?
Der Freitag trat ich mit sehr gemischten Gefühlen an. Zum einen stand das schiessen mit den Schüpas an zum andern mein Vortrag vor dem Oberst Leutant im Generalstab... Dieser wird über meinen Vorschlag für die OS entscheiden.
Am Morgen konnten wir aber zuerst Schiessen. Und ja es schoss. Mit allen Panzern. Und sogar ich durfte 5 Schuss an den Zielhang schmettern. 4 von 5 trafen ins Ziel. :-)
Doch am Nachmittag war der Vortrag an der Reihe. Wie in Trance verschoben wir 5 Anwärter mit dem Puch ins Schulkommando. Dort angekommen gings auch schon gleich los. Ich blabberte meine einstudierten Worte runter und erfüllte die 3 vorgegebenen Minuten auf die Sekunde genau... 
Zurück war ich schon um einiges erleichtert jetzt gings endlich ins lange Wochenende. Oder doch nicht?

Übung übers Wochenende...
Der Schuko wollte uns noch sehen vor dem langen Wochenende. Nur 5 Minuten, wurde uns mitgeteilt. Also standen wir da auf dem Platz und warteten. Dann kam er: "Das ganze halt. Kompanie daher. Der Wochenendurlaub ist gestrichen wir beginnen sofort mit der Übung selecta..." 
Mir fuhr es kalt durch den ganzen Körper. Wie erstarrt standen 140 Soldaten auf dem Platz.
"Ach war doch nur Spass! Ich wollte sie nur Informieren, dass die Selektionsphase nun endgültig beendet ist. Ich gratulieren ihnen." Phuuuu....

Samstag, 19. Januar 2008

Woche 3 UOS: Letztes Footing diese Woche...

Prüfungswut reloaded: Start in die Woche

Kaum in die neue Woche gestartet, hagelt es auch schon wieder eine neue Prüfung ins Haus. Dieses mal über das Chassis des Panzers. Leider wurden wir nicht über die Prüfung informiert... Darum war ich auch dementsprechend schlecht. Tja, ist ja auch nicht allzu wild, wer will schon am Montag in den Ausgang. Läuft ja sowieso nix ;-)

Trotzdem ist es mit der Zeit ziemlich ätzend, wenn man fast jeden Tag eine Prüfung hat. Da geht ja unsere Stunde am Mittag anstatt fürs Schlafen fürs Lernen drauf und das darf doch nicht sein.

 

Schiessausbildung: Schützen LAAAADEEENNN

Diese Woche hatte ich die Ehre auch mal eine Schiessübung zu leiten. Das hörte sich dann etwa so an: 

Toby: „Schützen für einmal drei Schuss auf Scheibe T Schiessstellung Kniend ohne Zeitlimite... VORBEREITEN.... BEREIITTTTT...... FFFFEEEEUUUUEEERRR!!!!“

PAMMM PAMMMM PAAADAAAABAMMM PAMMMMM

Toby:“HAAAAAAAALLLTTT, SICHERNNNN... Patroulienstellung...“

Und schon wars fast vorbei. Macht also noch Spass so eine Übung zu Leiten nur das sporadische Überschlagen meiner Stimme wenn ich voller Inbrunst schreie muss ich noch irgendwie in den Griff kriegen.

Fachausbildung Kanone: Scharfe Sache

Also wenn es etwas an diesem Panzer zu bemängeln gibt, dann ist es der Aus- und Einbau der Waffe. Die meisten Kanten sind nicht gebrochen, ohne Arbeitshandschuhe würde man sich ziemlich schnell einen Finger abschneiden.
Auch sonst ist der Waffenausbau eher "unbequem" die DGZ (Doppel Gurten Zufuhr) ist ziemlich unhandlich, diese muss abgenommen werden und durch den Mannschaftsraum rausgenommen werden. Das Gewicht dieser macht es auch nicht gerade einfacher. Doch einmal drausen, kommt schon das Nächste, das Waffengehäuse. Ein ziemlich grosser Stahlblock... Schwer wie Sau. Der muss irgendwie hinunter gehievt werden. 
Eine Auflockerung war dann der Wettbewerb, wer den Verschluss zuerst auseinander und wieder zusammengesetzt hatte. Ich brachte es auf 58 Sekunden. Pas mal. 

Schultag: Das ganze HHHHAAAALLLT

Der Schultag begann mit einer Stunde schlafen, ähh Selbststudium. Danacht hatten wir einen Vortrag vom Chef PPD (Psychologischer Irgendwas Dienst) uns wurde einwenig über die Tätigkeit des Führers erzählt und welche Fehler man als Führer machen kann. Idiotische Sachen wie aus einer dreckigen Pfütze trinken oder sich das Berret Abzeichen in die Hand hauen zu lassen seien also totaler Schwachsinn. Man muss sich mehr als Erwachsenenbildner sehen. Ein guter Punkt, das sollten sich doch einige hinter die Ohren schreiben.

Wie putzt man ein Gewehr richtig? Wusstet ihr, dass man eine Laufbürste nach 6-facher Anwendung auswechseln muss? All diese Fragen wurden uns von einem Adjutanten der wahrscheinlich doppelt bis dreifach so schwer wie ich bin. erklärt. Eine sehr unterhaltsame Stunde, denn er wusste uns, das eher trockene Thema, sehr abwechslungsreich und mit sehr viel Witz zu verklickern.

Danach gings weiter. Der Chef der UOS empfing uns auf dem HV Platz und schrie laut:"Das Ganze halt, Kompanie Daher. Änderung des Tagesbefehls." Schon zogen bei mir Schreckensbilder von einer sinnlosen Figgerübung vor den Augen durch. Und so sah es am Anfang auch aus. Sturmgewehr, GT, etc. packen und sich mit den Fahrrädern vor der Halle D bereithalten.

Ein riessen Ameisenhaufen setzte sich in Bewegung, alle versuchten ihr Material zusammen zu sammeln und so kam es auch, dass fast alle zu spät zur Befehlsausgabe kamen. Das passte dem Oberst Leutnant natürlich gar nicht. Und er erklärte uns (wie immer) extrem ausführlich wieso Zeit der wichtigste Faktor sei. Anschliessend verschoben wir mit dem Velo auf Steffisburg (natürlich nicht alle, denn die Weicheier von Stäblern und Leobuebe hatten ja gar keine Velos). Dort wurden wir in Gruppen aufgeteilt und mussten eine Sicherungsaufgaben präsentieren. Für unsere Gruppe hiess es die Kontrolle von Motorfahrzeugen vorzubereiten. Die anderen bereiteten Checkpoints, Beobachtungsposten und Patrouillen vor. Das ganze war dann leider nicht allzu spannend, da man keine Zeit hatte, selbst die verschiedenen Posten auszuprobieren, sondern man begnügte sich mit der Präsentation. Die teils auch sehr dürftig war.
 Witzig war aber, dass alle Präsentationen auf Französisch sein mussten.(Damit die Romans auch mal einen Vorteil hatten), Das klappte ziemlich gut bis auf die Gefechtler, konnten alle ihre Präsentationen auf Französisch halten. Aber Gefechtler sind auch dazu da zu kämpfen und zu sterben und nicht um Französisch zu sprechen... 

Da Capo 2: Break the Da Capo Code

Am Mittwoch Abend, stand nicht wie erhofft der FAK-Ausgang an. Sondern für alle Offiziers-Anwärter Da Capo DUE. Eine Art von Intelligenz-Test. Zuerst musste abere eine Vieraden Übung gelöst werden. Man musste in kurzer Zeit herausfinden: 1. Wieviel Türen das MunMag hat, 2. Wie viele Tore die Hüsihalle hat und 3. Wie viele Parkplätze vor der Turnhalle mit Verwaltung angeschrieben sind. Da wir alle Zusammenarbeiten konnten, wurde diese Übung ziemlich schnell gelöst.

Danach gings in den Theoriesaal, dort warteten drei Tests auf uns: Politik, Denksport und Ölplattform. Der Politiktest handelte vom Bundesrat, Nationalrat, etc. war also nicht allzu schwer. Bei der Denksportaufgabe gings schon mehr zur Sache! Ein Logical. Also im Stil von: Der Schweizer trinkt Milch, Der Fussballer hat eine Rote Mütze, Der Teetrinker eine Katze, Wer fährt den Grünen Porsche? Nach einigem zögern habe ich eine annehmbare Antwort gefunden... 

Der absolute Hammer war jedoch die Ölplattform. Folgende Situation: Ich bin Chef einer Ölplattform, diese bekommt ein Leck und verliert 25000 Dollar pro Stunde. Ziel ist es die Ölplattform möglichst schnell und mit möglichst kleinem Kostenaufwand zur Reparieren.

Reparieren können dieses Loch nur 3 Ingenieure welche sich an einer rauschenden Firmenparty befinden, die Ersatzteile befinden sich 150km im Landesinneren, bei der Arbeitercrew steht ein Schichtwechsel an, Eine Presseführung war für diesen Tag geplant, das Loch sieht ganz nach Sabotage aus, Umweltaktivisten haben sich vor dem Firmensitz versammelt und ein Sturm zieht am Nachmittag auf. Zur Verfügung hatte man diverse Mittel: Helikopter, Cessna, Sportfahrzeug, Lastwagen, Schnellboot, Kutter, etc. Wobei zu beachten war, dass jedes Gefährt verschiedene Geschwindigkeiten, Ladegewicht und Kosten hatte. Ausserdem konnten einige Fahrzeuge während des Sturmes nicht eingesetzt werden....

Eine ziemliche Informationsflut also. Platz hatte man eine A3 Seite... Für einige war dies schon zu viel und sie gaben auf. Ich machte mich an die Arbeit, schrieb die Ausgangslage auf, machte ein Konzept, Berechnete gewisse Faktoren und machte ein Diagramm sowie Sofortmassnahmen. Leider entdeckte ich 5 Minuten vor Schluss, dass ich einen gröberen Berechnungsfehler gemacht hatte... Tja konnte man nicht mehr ändern.

Aus Frust gingen wir dann anschliessend 20 Chicken Wings und ein Picher Bier bei Hooters trinken. Das löste so manche Sorgen auf.  

Sim-Piste: Born to be wild

Ein absoluter Höhepunkt der Woche war aber das Fahren auf der SIM-Piste. Mit geschlossener Luke und mit der Erlaubnis das zu tun was man will gings los. Vollgas Vorwärts, Vollgas Rückwärts (immerhin ca. 30km/h) mit Rückfahrkamera, Ortslenkungen und das Beste! Eine Vollbremsung (so das es den Panzer auf die vordersten Laufräder aufstellt) in der RS war das streng verboten. Doch hier wird ja auch der Extremfall geübt. Wirklich ein grosser Spass. Einziger Wehrmutstropfen war, dass ich nie auf den Commander-Platz durfte, da mein Commander seine Fahrerprüfung nicht bestanden hatte und somit nicht fahren konnte.

Fachausbildung: Panzerabschleppen – Stotter Stotter Bruuuumm Bruuummmm

Die zweite Wochenhälfte bestand hauptsächlich aus Fachausbildung. Unter anderem konnten wir einen Panzer anschleppen und ihn Überbrücken. Schon noch eindrücklich welche Kraft so ein Panzer hat.

Auch die Nebelwerfer durften wir montieren. Und uns wurde versprochen, dass wir bald mal auch eine Zünden dürfen. Freue mich schon aufs Kommando. Retorno, Retorno, Rally Treffpunkt 72, Nebel 3,2,1 Top...

Footing: Klappe die letzte...

Das letzte Footing während unserer Unteroffiziersschule fand am Donnerstagabend statt. Diesmal war es keine Gruppenleistung die uns ans Ziel brachte, sondern jeder für sich (Was mich einwenig demotivierte, da man in der Gruppe ein viel grösseres Erlebnis hat). Es galt also 2400 Meter auf der Rundbahn zu rennen. Danach die Kampfstiefel montieren und zur Hindernisbahn und zurück rennen. Jeder packte dann sein Velo und radelte einmal um die Panzerpiste. Zum krönenden Abschluss konnten wir noch einmal zur Hindernisbahn rennen. Um das ganze abzurunden, schrieben wir noch einen Test über das letzte FUM Modul. Nicht wirklich ein spezielles Footing, aber müde war man trotzdem am Schluss.

Wochenrückblick: Ach die armen Stäbler

An der Kompanieaussprache. Waren die Stäbler wieder mal die Unterhaltung pur. Die armen bemängelten das sie am Mittwoch nur Johnny zu essen bekamen. Machen wir also alle eine Dose Mitleid auf. Denn sie mussten schon in Woche zwei grausam leiden, als sie eine Stunde mit der Kompanie in der Kälte stehen mussten und beim AV drei mal hin und her gerannt sind.

Feldi: Fröhliche Abendunterhaltung

Ja als wir gemütlich von der Kompanieaussprache zurück kamen wartete der Feldweibel schon sehnsüchtig auf uns. Er habe eine Zimmerinspektion durchegeführt und kein Zimmer habe bestanden. Darum werde das jetzt geübt. 

Wir konnten also alles unser Material auf den HV-Platz tragen (der Gütige hat uns aber erlaubt das  Mobiliar im Zimmer stehen zu lassen). Nachdem wir dann alle unser Zeugs unten hatten (Ein super intelligenter Gefechtler warf sein Schlafsack aus dem Fenster direkt aufs Pavillondach. Zum Glück haben die eine Häuserkampfausbildung, also konnten sie ihn auch gleich wieder fachmännisch runterholen.

Der absolute Lacher war aber ein Anwärter der Aufklärer. Dieser lief die ganze Übung lang mit einer Spiderman Maske rum. Als es der Feldi bemerkte kam es zu einer sehr witzige Unterhaltung:

Feldi:"Gopferteli, spinned sie eigentli, jetzt ziehnt sie sofort die scheiss Maske ab!"

Aufklärer:"Wenn mir Glück hend wird Gott eus beidne helfe!"

Feldi (etwas verwirrt):"Jetzt ziehnt sie die Maske sofort ab!"

Aufklärer:"Wieso?"

Feldi:"Wills i keim Reglement staht, das mer mit somene Ding dörf umelaufe!"

Aufklärer:"Es staht au i keim Reglement das Kollektivstrafe erlaubt sind."

Feldi:"Das isch kei Kollektivstraf. Sie sind nöd fähig Zimmerordnig zerstelle und jetzt düemmer das zeme Üebe."

Aufklärer:"Ja aber sie, ich mach mini Zimmerordnig immer korrekt, und fühl mi voll ungrecht behandlet."

Feldi:"Ohh sie Arme. Den schriebed sie doch en 6.5er wenns ene nöd passt."

Aufklärer:"Nei er fändi da verhalte eifach denebet."

Halbe Kompanie:"Schnauze, schrieb din 6.5er"

ENDE

Sonntag, 13. Januar 2008

Woche 2 UOS: Meine Herren, das ist ja fürchterlich, HAAA!

Unser neuer Klassenlehrer: Ein Gelächter für die Welt
Nachdem unser Klassenlehrer in der ersten UOS Woche in den Ferien war, lernten wir ihn an diesem Montag kennen. Er, 41 und war bei den Radfahrern. Der ist mit 41 immer noch fitter als die meissten von uns. 
Seine Ausdrucksweise lässt sich leider nur schwer auf eine schriftliche Ebene bringen. Aber trotzdem ist es sehr witzig im zuzuhören, da er doch ein sehr lauter und kräftiges Lachen hat welches er auch gerne einsetzt. Ansonsten ist er extrem kompetent und weiss wie er den Stoff rüberbringen muss. Und Sprüche mit voller Inbrunst aus seinem Mund wie: "Rüüüeeggg sie sind eine Rakete" oder "Also das ist ja füüüürchterlich, HAAA" sind wirklich immer sehr witzig.

Führungsausbildung unteres Milizkader: Toby der Initiative
Diese Woche hatten wir das erste Mal FUM (Führungsausbildung unteres Milizkader) auf dem Tagesplan stand irgendwas von Selbsterkennung. Dabei wurde uns das DISC Model vorgestellt. Beim DISC Modell wird anhand von ca 100 Fragen ermittelt was man selber für ein Typ ist (Dominant, Initiativ, Stetig, Gewissenhaft). 
Ich selbst gehöre zu den Initiativen Typen. Vertrage es also gar nicht, wenn ich keine Zuneigung oder sogar Ablehnung bekomme. Dafür reisse ich gerne Sachen an, kann Leute mitreissen und habe auch Spass bei der Arbeit.
War also doch sehr spannend zu sehen, was einem so ein DISC Modell über sich selbst erzählt. 

Sturmgewehrausbildung: Immer und immer wieder...
Am Montag Morgen verschoben wir zuerst mit den Fahrrädern in den Auwald um unsere Schiessausbildung etwas voran zu treiben, dabei stand vor allem das Leiten einer Schiessübeung auf dem Programm. Immer ein Anwärter musste also das Schiessprogramm durchgeben und es anschliessend leiten.
Was mit der Zeit etwas langweilig wurde, da man ca 4 Mal das gleiche Programm schoss. Aber dafür war die Scheibe dann auch ziemlich kaputt geschossen :-)

Höheres Kader = Tenu Schlampe
Wenn ihr irgendwo schlechte Beispiele für ein Tenu suchen wollt müsst ihr also nicht zu den Sanitätstruppen oder zu den Stäbler gehen. Es reicht wenn ihr ins Schulkommando geht und dort die Herren Oberst Leutnant etc. anschaut. Eine sehr witzige Angelegenheit, wenn uns ein Oberst eine  Theorie über das militärische Verhalten hat und dann selbst mit offener Jacke etc. da steht :-)

Ausbildung auf Stufe Schule: Ja wie jetzt?
Am Mittwoch hatten wir Ausbildung auf Stufe Schule. Dabei stand der Wachdienst auf dem Programm. Unser Kadi begrüsste uns und erzählte uns, dass er die neuen Weisungen aus dem Blick erfahren habe und auf seine Nachfrage beim VBS wurden diese auch bestätigt... (Gute Informationspolitik). 
Also wurden wir neu mit geladenem und durchgeladenem Gewehr ausgebildet (Das ganze natürlich nur mit Trockenübungen). 
Jedoch war das ganze meiner Ansicht nach etwas enttäuschend, denn vieles das wir in der RS gelernt haben war anscheinend falsch und man merkte auch das es ziemlich grosse Unterschiede zwischen den verschiedenen Klassen gab. Trotzdem war es witzig, das Festnehmen von Leuten zu üben und auch die Durchsuchungen zu repetieren. Zum Schluss bin ich mir nun eifach nicht mehr sicher wie ich jemand festnehmen muss, da jeder wohl eine andere Meinung darüber hat. Aber für irgendwas gibts ja das Grundschulreglement, das wird mir sicher verraten wie ich es richtig mache.

Da Capo - Da macht kein Spass
Mittwoch Abend stand der FAK-Ausgang auf dem Plan. Also zogen wir uns um, richteten das Zimmer und stellten uns auf dem HV-Platz auf. Doch die Freude war nur von kurzer Dauer... Die Offiziersanwärter mussten heute ihre erste Übung absolvieren (Da Capo Uno) dabei wurde die physische Belastbarkeit geprüft. 
Also zurück und sich wieder in den TAZ stürzen. Einen kleinen Rucksack packen und los gehts. Zuerst 15 Kilometer in zwo Stunden rennen (wir machten das in 1:25), danach 90 Minuten Orientierungslauf (bei unser dauerte das ganze 120 Minuten) und dann durften wir wieder zurück rennen (1:40). Vor allem das Zurückrennen war für mich eine grosse Qual, da ich mir das Knie beim OL verrenkt habe. Und so nur humpelnd ans Ziel kam. Jedoch war es der grosse Aufwand wert. Am Schluss reichte es uns doch rechtzeitig ins Ziel. Um 2:00 Morgens lag ich todmüde in meinem Bett. Was für eine Nacht...

Footing light mit Spassfaktor
Da mein Knie wirklich ziemlich schmerzte, musste ich beim Footing (man erinnere sich an die Baumstammtragübung) nur teils mitmachen. Die kurzen Verschiebungen von Posten zu Posten konnte ich und einigen andere Of-Anwärter mit dem Puch machen. Die Posten waren dann ziemlich anstrengend: Hindernisbahn, Robben auf gefrorenem Boden (autsch), Baumstämme auf den Hamburger-Hill tragen, Baumstämme rumrollen und als absolute Krönung: In einer ca 20cm tiefen Pfütze robben (Diese musste zuerst aufgebrochen werden, da sie zugefroren war...) ziemlich witzig.
Am Schluss waren alle froh wieder zurück in der Halle zu sein und auch die ewigen: "Meine Herren, dass ist ja fürchterlich. Sie sind keine Grenadiere" konnte niemand demotivieren. Der Klassengeist wird immer besser.

Oh Canda - Ohhhh Helvetia
Nach diesen sehr anstrengenden Tagen schlenderte ich über den Hallenplatz und sang einwenig vor mich hin, was mir gerade so durch den Kopf ging. Zu meinem Leidwesen, war dies die kanadische Nationalhymne. Dies hörte ein Instruktor. Der rief mich auch prompt zu ihm ("Rüegg daher, Dai Dai"). Dann gings etwa so weiter: "Gopfertelli Rüegg, mir scheisseegal wenn sie jede verdammt Morge vor dSchwiizerfahne anestönd dSchwiizer Nationalhymne singed, en Psalm ufseged oder gege die wunderschöne Berge betet, aber die kanadisch Hymne willi nie meh ghöre. Da chönt sie au grad ihre Pimmel uspacke und so über de Waffeplatz innelaufe. Verstande?" Jawohl verstanden ;-)

Test, Test ahh und noch ein Test
Diese Woche war gespickt mit Tests. FUM Test, Anwärter Test, Test übers Panzer Chassis und ein Test über den Turm. Schlimmer als in der Schule, natürlich alles inkl. Nachsitzen wenn man nicht genügte. Aber zum Glück konnte ich überall mindestens bestehen. Phuuuu... 
Hinausheben will ich da nur der Chassis-Test. Unser Instruktor wusste genau wie er uns verwirren konnte
Er: "Rüegg, wo ist der Betriebsstundenzähler Motor"
Ich: "Da unten im Loch"
Er: "Sicher?"
Ich: "Jawohl, sicher?"
Er: "Ja aber für was ist denn der da auf der linken Seite?"
Ich: "Für das Getriebe!"
Er: "Sind sie da wirklich sicher?"
Ich: "Ähh, ja"
Er: "Ja aber schauen sie mal genau hin, wo gehen die Kabel hin?"
Ich: "Die Kabel... die gehen doch ans Getriebe? Das stimmt doch also"
Er: "Naja wenn sie sich sicher sind, dann soll ich das so aufschreiben?"
Ich: "Ja ich bin mir sicher!"
Er: "Gut, die antwort stimmt nämlich so"

Summa Summarum
Zum Schluss kann man wohl sagen, dass der Hunger beim Essen kommt. Die Unteroffiziersschule ist eine sehr spannende Sache und alle die Zeit dafür haben, kann ich es nur empfehlen. Die Ausbildung ist sehr professionell und auch der Teamgeist und die allgemeine Stimmung erlebe ich sehr positiv. Auch kann man sich mal einen Spass erlauben und die Instruktoren beenden nicht jeder Witz mit einem: "Gopfertelli Rüegg jetzt hebet sie mal ihres Muul oder sust setzts e Rundi um dHalle."
Für mich, als sehr kommunikative Person eine wirkliche wohltat. :-)