Samstag, 24. Mai 2008

Woche 5 OS: Ein denkwürdiger Freitag

Globi war doch im Militär. Unglaublich, diese Website zeichnet sich wohl nicht nur durch schlechte Witze, Unwahrheiten, Dramatisierungen und Verbreiten von bösen Gerüchten aus, sondern auch durch besonders schlechte Recherche! Es gibt das Buch „Globi wird Soldat“. Darauf wurde ich netterweise von meinem Klassenlehrer darauf hin gewiesen. Dieses habe ich nun bestellt, damit ich auch mal einen Verleich mit der Realität ziehen kann, ich werde euch dann exklusiv berichten, wie sich Globi den Krieg vorstellt.

PS: Anscheinend wird das Buch nicht mehr neu gedruckt, wegen rassistischen Aussagen...

PPS: Nun aber schnell zur ereignisreichen fünften Woche.

 

Wachtdienst: Hilfe ein Gummimann

Am Monntag konnten wir endlich wieder mal unser Wissen in Sachen Wachtdienst auf den neusten Stand bringen. So stand auch das verhaften von Personen auf dem Programm. In der Theorie ganz einfach. Der Zuverhaftende muss die Arme ausstrecken, dann nimm man seine Hand in den Schwanenhals (Man biegt sein Handgelenk so weit bis er quitscht wie ein herziges Ferkel) und bindet ihm die Kabelbinder um.

Theorie gut... Praktisch? Ich musste natürlich gerade den Gummimann, der auch nebenzu noch Gemüsebauer ist erwischen. Der Schwanenhals zeigte null Wirkung. Ich bog seine Hand hinunter bis er seinen Arm berührte. Er lachte nur. Gut, dann versuchte ich es mit grober Gewalt. Was dazu führte, dass er mich packte auf den Boden legte und mich fesselte. Sehr elegant. Da bin ich doch wieder mal froh, dass ich im Krieg eine grossen starken Panzer um mich rum hab ;-) War ziemlich ne peinliche Aktion

 

Wachtdienstschiessen: Blind...

Ja , das war noch lustig... Wachtdienstschiessen. Eigentlich nichts schweres vom Schiessablauf her. Einziges Problem, ich durfte meine Augenbinde nicht verwenden. Es macht ja auch wenig Sinn, denn in echt würde ich ja auch keine Augenbinde auf haben. Da ich aber aus irgend einem unergründlichen gentechnischen Defekt mein linkes Auge alleine nicht schliessen kann, ich aber Rechtshändler bin, wurde ich bis jetzt einfach mit Augenklappe ausgebildet. Soldat Pirat.... Macht nicht sehr viel Sinn... Ist aber so.

Die Trefferquote hielt sich dann auch sehr in Grenzen. Irgendwann lupfte es mir den Deckel und ich fing an mit links zu schiessen. Jetzt traff ich wenigsten die Terroristen. Vielleicht muss ich mich langsam daran gewöhnen.

 

Übung Sicuro: Die Gefechtshode number one

Am Abend wurde, dass erlernte mit einer kleinen Übung überprüft. Wir bezogen einen Bereitschaftsraum in der Sappeurarena. Unser Zug war für die Eingangskontrolle zuständig. Der Abend versprach spannend zu werden denn anscheinend sollten einige Markeure unser Sicherheitsdispositiv überprüfen kommen.

Ich wurde von unserem Zugführer zur Gefechtsordonanz gewählt. Ein Job mit Vor- und Nachteilen. So musste ich keine Wachtschicht übernehmen, war aber die ganze Nacht an zwei Funk gebunden, die ich zu gegebener Zeit mit irgend einem Intelligenten Funkspruch beantworten musste.

Etwa so:  Schlafen. Aufwachen. „An Wache von Zug 2, Frage Lage? Antworten“ .... „Verstanden, Schluss“ Weiterschlafen. Frag mich jetzt nicht, was die da geantwortet haben...

 

Sprachprobleme: Pornospino

Der Alarm um eine komplette Rundumsicherung zu veranlassen, war „Porco Spino“. Obwohl einige Ostschweizer (Böse Zungen behaupten es seien Österreicher) bis am Ende nicht begriffen, dass es sich dabei nicht um einen Angriff von Spinnenden Pornodarstellern handelt, sondern um ein Stachelschwein. Der Alarm Pornospino wurde somit zum Klassiker...

Und so auch diese Nacht, um ca 2 Uhr wurde der Alarm ausgelöst und die Leute rannten in ihre Posten. Ich als eidgenössisch diplomierte Gefechtsordananz trabte gemütlich hinter meinem Zugführer her und meldet ihm ob die verschiedenen Stellungen top waren.

Zum Schluss kam dann die Enttäuschung, die Patroullienwache hatte versagt (Waren halt auch Artilleristen) und es konnten feindliche Kräfte eindringen. Zum Glück stürmten sie nur den Kommandoposten und weckten mich nicht aus meinem süssen Schlaf ;-)

 

Artillerie live... Überlasst das Denken den Pferden die haben den grösseren Kopf...

Die Artillerie leistete sich diesen Abend auch einen grösseren Lapsus. Da am nächsten Tag einige Fahrzeuge bewegt werden mussten. Schickte jeder Zug einige Fahrer ins Bett. Die Artillerie schickte doch wirklich ALLE Fahrer ins Bett. Ergo, sie hatten ständig zuwenig Wachpersonal und baten uns ständig um hilfe. Die wir ihnen selbsredend nicht gaben. Unser Detachement war doch so sehr ausgelastet.

 

Beförderung zum Kompaniekommandant

Diese Nacht war weiter sehr ereignisvoll. Irgendwie hatten die anderen Züge Angst Verantwortung zu übernehmen oder selber Entscheidungen zu fällen. Und so funkten sie unseren Zugführer (und somit auch mich als Gefechtshodde) an und baten um eine Bestätigung oder eine Hilfe. Ich glaube ich hab an einem Abend noch nie soooo viele Veloständerprobleme aufs mal gehört. Funksprüche wie: „Dürfen wir unsere Wache durchs Tor schicken“, waren keine Seltenheit. Ein richtiger Kompaniekommandant wurde er dann erst, als sie in fragten ob sie doch die Sicherung wieder auf das normale Wachtdispositiv kürzen dürfen. Natürlich gab es da nur eine Antwort: „Sicher nicht! Weitermachen, Schluss.“ Die liebe Artillerie soll uns nur weiter bewachen teuflischguck

Übung Villagio

Kaum waren ich aus meinem warmen Schlafsack gekrochen, auf das Fahrrad gestiegen und zurück in die Halle verschoben gings doch schon los mit der nächsten Übung. Wieder ein Bereitschaftsraum, dieses mal aber vor allem mit Fokus auf den korrekten Ablauf des Bezugs und nicht primär um die Sicherung. Und kurz nach dem Bezug des Bereitschaftsraumes fand ich mich als Zugführer unserer Klasse wieder und musste alles koordinieren. Zum Glück hatte ich als einer der wenigen meine Checkliste dabei. Das gute am Zugführer ist ja, dass man nicht irgendwo auf einem Wachtposten warten muss bis die Zeit vorbei geht, sondern man kann im KP sitzen und alle um sich rum dirigieren. Noch besser geht dies natürlich wenn man als Unterstellte alles Offiziersaspiranten hat, die alle schon Ahnung von der Materie haben. So musste ich zB mein Gewehr nicht selber putzen und auch die grossen Krokis wurden mir alle von meinem Zugstrupp gezeichnet. Das Motto Kommandieren-Kontrolieren-Korrigieren hat wenn es funktioniert schon etwas verlockendes :D  Alles in allem eine spannende Übung.  Glücklich waren auch ca 5 Aspiranten die die Charche „Schlafen“ erhielten. Sie konnten den halben Nachmittag im Heu liegen und schlafen. Ja der Bereitschaftsraum muss realistisch gespielt werden!!!

Der Freitag

Der Rest der Woche verging wie im Fluge, denn am Freitag folgte etwas von den schon Legenden, Sagen und Mythen der Kavallerie erzählt haben sollen. Ein Event der das Leben jedes Offiziers verändern sollte. Man sagt sogar, dass man viele Kavalleristen und Pänzeler dieser Anlass ewig mit einem staren Blick ins Gesicht geschrieben wurde. Es gibt tausende Gerüchte darüber, und allesamt sind sie war oder sogar noch untertrieben um die tapferen Kämpfer davor nicht zu entmutigen. Die alten Eidgenossen gewannen viele Schlachte, denn nach diesem Tag konnte sie nichts mehr schocken, Hitler hatte Angst die Schweiz anzugreifen als er sah welche Strapazen Schweizer Offiziere der Panzertruppen überstanden. Die Rede ist von Übung Rotor, die Strecke besteht schon seit Urzeiten. Ein kleiner Velomarsch (nur 80km) soll kühne Kämpfer zu Übermut verleiten. Die leichte Packung soll sie zusätzlich verwirren und der kleine Waffenplatz OL um die Startreihenfolge festzulegen ist nur dazu da die Aspiranten zusätzlich zu verwirren und ihren Fokus zu vernebeln.

Gut, irgendwann ist man on the road. Man radelt frohen Mutes, der Geist von tausenden MLT-Offizieren begleitet einem über den ersten kleinen, feinen, steilen Hügel und bald wägt man sich schon in Gedanken ans Ziel. Doch dann folgt der erste Cross... Ein kleiner gelber Wegweiser zeigt anstatt auf die Strasse direkt in den Wald hinein. Doch vor einem liegt ein Hügel. Also absteigen Velo schultern und rauf. Das war schon etwas streng aber man kämpfte sich durch.

Gerüchte gingen um von Patroullien die bereits aus Angst umkehrten (oder war es weil sie vergessen hatten bei zwei Posten abzustempeln ;-) Idioten... :D). Es ging also weiter.Auf Teerstrassen hinunter ins Aaretal. Vor uns türmte sich ungeheuer der Belpberg auf. Und auch da wurde natürlich nicht die normale Route gewählt. Cross 2 folgte.  Doch von oben erwartete uns nicht ein angenehmer Blick ins Tal. Sondern schnell wieder der abstieg. Langsam näherten wir uns dem Längenberg und somit Cross 3. Die schlimmste aller Strecke. Sogar Frodo der den Mount Doom besiegte, währe hier umgekehrt. Doch anfänglich schien es doch gar nicht so schlimm. Ein kleiner Waldweg, das schien ja noch zu gehen, was wir alle nicht wussten... es war der Teufelspfad. Den plötzlich war kein Weg mehr da und es ging gerade den Berg hinauf. Es schien als wolle uns der Berg besiegen. Er war nahe dran. Die Muskeln brannten und so manches Fahrrad kullerte die schlammige Piste wieder hinab. Doch es ging weiter. Als wir fast oben waren wurden wir durch unsere Klassenlehrer durch nette zurufe wie: „Schneller Rüegg, weniger Schnöre meh Schaffe.“ „Hou lueg emal am Rüegg gönd au langsam dWitz us.“

Selbstbeherschung war also angesagt. Denn es waren nur noch wenige Meter bis oben. Oben gabs Spagetti, richtig J Sie bekamen mir gut. Nach einer halben Stunde gings weiter. Nach 5 Minuten war die Energie die man auf dem Berg getankt hatte schon wieder weg, doch mehr als die Hälfte war geschafft. Cross 4 kam einem wie ein Katzensprung den Berghinauf vor und auch die Fahrt bis Cross 5 war dazu da, sich wieder etwas locker zu machen. Auch wenn ein ziemlich zügiges Tempo angesagt war.

Wir standen also am Cross 5 eine grosse Wiese, steil wie Anton und  mit dem Gefühl als ob uns jemand Blei um die Füsse gebunden hätte ging es an den letzten wirklichen Aufstieg. Durch ein Bachbett und durch schlammige Wege kämpften wir uns hoch. Oben angekommen rochen wir die Lunte... Es könnte uns noch reichen um bis 17:00 zurück zu sein und so das Leistungsabtreten zu gewinnen. So schlugen wir ein Tempo an bei dem sogar Alex Züle schwindlig geworden währe. Die Strecke schien ewig lang. Mit Windschattenfahren versuchten wir die brennenden Muskeln zu entlasten. Immer schneller immer schneller. Da war schon das Tor beim Polygon schnell über den Sportplatz. Die Halle A, ja kein Traum wir waren da. Schnell die Räder ordentlich hingelegt und auf einem Glied aufgestellt und gemolden (verdammt es war 17:02). Der Chef OS kam auf uns zu: „Ahh, meine Uhr ist stehen geblieben. Genau 17:00. Ich gratuliere... Bhuuuu... Übung Rotor war geschafft. Die Legenden haben nicht übertrieben...  

Montag, 12. Mai 2008

Woche 4 OS: Inspektion und Schiessen

Achtung öffentliches Mobbing gegen Globisarmy im Gange!

Unglaublich aber war, Globi kommt im Militär unter die Räder. Den Globi hat keine Ahnung vom Krieg. So heisst es in der letzten Zeit äusserst häufig „Wie Globi sich den Krieg vorstellt“. Meisstens stellt sich Globi den Krieg einfach, locker und unkompliziert. Zumindest aber immer falsch vor.

Was ist nur aus dem Idol vieler schweizer Kinder geworde, der das Moralische Gewissen von so vielen Generationen unglaublich verändert hat. Globi passt nicht ins Militär. Wahrscheindlich ist Globi sogar untauglich, man weiss es nicht so genau. Ich werde aber sicher mal beim Globiverlag ein Buch über Globi im Militär auf Basis dieses Blogs anfordern. Damit das Militär dieses Buch auch gleich verwenden kann um die genau Vorstellung von Globi im Krieg auch Reglementarisch festgehalten zu haben.

Go for 5

Ja da hat sich der Sämi Schmid wieder was ganz tolles ausgedacht. Am 5.5 um 5 Uhr soll die ganze Schweiz 5km Rennen. Natürlich war da das ganze Militär Feuer und Flamme. So standen wir bald mal am Anfang der Panzerpiste und rannten unsere 5km ab. Eine doch sehr sinnvolle Sache. Kommt doch der Sport im Miliär sehr kurz...Die ganze Aktion ist wohl leider nicht ganz zur dicken Zivilbevölkerung durchgedrungen, die dies wohl am meisten nötig hätten.

Übung Mephisto

Auch diese Woche ging ein Tag in dieser Woche nicht ganz so einfach an uns vorbei. Eine kleine (Zitat Klassenlehrer: „Lustige“) Nachtübung wartete auf uns. Immerhin konnte ich 2 Stunden in meinem warmen Schlafsack pennen. Ein Tipp an alle die sich entschliessen auch mal ins Militär zu kommen. Kauft euch zwei grosse Plastiksäcke. Diese könnt ihr dann ganz einfach über die Füsse stülpen und mit den Schuhen im Schlafsack schlafen. Das ist vor allem eine Befriedigung wenn neben einem einige Kameraden fast erfrieren, weil sie zu faul sind die Schuhe auszuziehen und so nicht in den Schlafsack liegen können J.

 

Adversario – Schuelerreisli mit Lerneffekt

Die Übung Adversario war nicht, wie einige paranoide Nasen behaupteten eine extrem krasse Übung, nein nein. Es war eine taktische Übung, die unser Gespür für die verschmelzung des Geländes mit einer Kampfsituation verfeiner sollte. So fuhren wir den ganzen Tag mit den Duros im Raum Gürbetal rum und schauten uns so einige schöne Plätzchen an. Das Wetter war unglaublich schön. Strahlende Sonne und wir genossen den sichtlich „körplich“ lockeren Tag. Ab und zu mussten wir auch noch etwas Arbeiten. Aber wenn intressiert das schon. Unser Gruppenchef war der Klassenlehrer der Artillerie, er unterhielt uns mit einer vielzahl von Anektoten. Und wir konnten auch so einges an Information mitnehmen und unser Wissen erweitern. Wusstet ihr zB das James Bond den Rang Commander hat und das gleich mit Oberst Leutnant zu setzen ist. Ausserdem haben wir erfahren, dass die lieben Artilleristen immer mit einem Helm auf dem Panzer arbeiten müssen. Also wenn sie hinten den Panzerrauswischen müssen, dann haben die dazu einen Helm an :-P Naja manche Truppen haben so etwas nötig.

 

Zielhangschiessen – Selbständig machts noch mehr spass

Diese Woche konnten wir auch endlich wieder mal mit unserm Schützenpanzer schiessen gehen. Das beste dabei war, dass wir die Übungen selbst leiten durften. So hatten wir relativ viel Freiraum und man konnte auch so einiges ausprobieren. Für alle die sich entschliessen die OS zu machen, da gibt es evtl. an einem sehr heissen Tag die Übung „die Hölle gefriert zu“. Und das mitten in einer Übung mit dem Panzer. Knallhart die Übung. Leider unterliege ich dabei auch wieder der Schweigepflicht.

 

Inspektion – „Gäääähhhnnn“

Wiedermal Inspektion, wieder das selbe Spiel. Hinstehen, warten, Achtung, warten... etc. etc. etc. Anschliessend daran, etwas marschieren und schon war die Präsentation vorbei. Noch einwenig Zugschule. Dabei bewiess einer unserer Aspiranten ein extremes Geschick und wies den Zug in Einerkolonne zwischen zwei Autos durch (Abstand ca. 1 Meter), danach verwechselte er links und recht. Lies uns fast in die Wand laufen und rettete seine Aktion mit einer schnellen Wendung. Von oben sah es aus als ob wir auf dem AV Platz Snake spielen. :D

Mittwoch, 7. Mai 2008

Woche 3 OS: Programm léger

Die dritte Woche war nur drei Tage lang. Auffahrt sei Dank. Das Programm entsprach ziemlich stark der Ferienstimmung die uns überkam. 

Taktik, Taktik und Taktik
Diese Woche war sehr sehr Taktik lastig. Man bekam das Grundgerüst eines Offiziers in Sachen Taktik vermittelt. Für mich eine sehr spannende Sache, doch nicht für alle. Hier merkte man das einige wohl eher in die sportlichen Aktivitäten der OS interessiert waren. ;-) Nichts desto trotz genossen wir einige gemütliche Stunden im Theoriesaal, bei der auch ab und zu ein Besuch in der Soldatenstube rausschaute. 

Alarm Brisago
Die Gerüchte über mögliche Übungen wollten auch diese Woche nicht abreissen. Und so bürgerte sich bei einigen Aspiranten der Ausdruck Alarm Brisago für das Auftauchen unseres Klassenlehrers ein. Denn böse Gerüchte behaupten, das man ihn während der letzen Übung gemütlich eine Brisago Zigarre rauchen sah, während wir uns abmühten.

Sport - Pech mit etwas Glück
Unsere letzte Prüfung zum Militärsportleiter stand an. Eine Lektion vorbereiten und präsentieren. Die Lektion war ziemlich gut gelaufen. Mit dem einzigen Nachteil, dass ich das Einlaufen präsentieren musste, und das schlussendlich nur dieses bewertet wurde. Leider gefiel dies nicht so, wie unsere kreativen Spielideen. Irgendwie waren sie der Meinung, dass Bulldoggen ein zu brutales Spiel zum Einlaufen sei, keine Ahnung warum, diese Weicheier....

Pistolenschiessen
Leider musste ich diese Woche auch meine etwas erbärmlichen Ambitionen beim Pistolenschiessen erkennen. So eine ruhige Hand ist nicht wirklich meine Sache. Doch wenigsten kann man auch daran noch arbeiten. Der Spass ging dabei nicht verloren, auch wenn wir einen ganzen Nachmittag im strömenden Regen in der KD-Box standen.
Witzig war noch, dass ca die Hälfte der Truppe noch mal zur Halle (4km) zurück Velölen durften, weil sie irgend etwas vergessen hatten. Die Adjudanten waren hell begeistert von unserer Offizierwürdigen Leistung. Naja auch wir sind nicht perfekt. Aber immerhin hatte ich alles. Manchmal ist es gut wenn man faul ist, dann schaut man nähmlich doppelt auf solche Sachen, dass man ja nicht Sinnlos im Zeug rumrennen muss :-)

Samstag, 3. Mai 2008

Woche 2: Die grosse Angst vor einer Übung

Paranoia

Schlimmer als eine Übung zu haben, ist es wohl keine zu haben. Da solche Übungen ja immer unangekündigt  stattfinden, verbringt man die meiste übungsfreie Zeit damit, darüber nachzudenken wann, wo und wie die nächste Übung stattfinden wird.

Jeder Offiziersaspirant wird zum Aufklärer und Spion, alle Indizien über den Essensplan, das Wocheprogramm, Informationen von OS Absolventen, Anspielungen von Kadern, etc. werden analysiert und bei langen Mittagspausen genau ausgewertet. Kennt ihr den Film Beautiful Mind??? Das ist Kinderkram was da abgeht. Die wahren Verschwörungstheoretiker sind hier.

 

Sportausbildung – Der Ausbilder

Eine wirklich coole Sache ist, dass man im Militär die Ausbildung als Militärsportausbilder machen kann. Diese ist gleichbedeutend mit einem J&S Leiter der Nutzungsgruppe 1. Man kann dann auch den J&S Leiter aus einer dieser Sportarten anfordern. (Natürlich sollte man sie auch noch betreiben). Ich hab mir dann ernsthaft überlegt ob ich mir den J&S Ausweis für Karate oder JiuJitsu bestellen sollte. Das fühlt sich doch dann gleich recht krass und furchteinflössend an.

Vielleicht würde ja auch ein J&S im voltigieren für den nötigen Resekt sorgen.

 

Ausbildung – Hausgemacht

Diese Woche stand das erste mal Panzerausbildung auf dem Plan. Leider wurden unsere Hoffnungen etwas enttäuscht als wir den Auftrag bekamen selbst eine Lektion vorzubereiten über ein Thema das wir schon ziemlich aus dem FF kannten.

Der Tag stand also mehr im Thema der Unterrichtsmethodik als sich wirklich mit Panzertechnik zu beschäftigen.

Das ganze war auch sehr unterhaltsam, da wir manchmal etwas sehr mühsame „Rekruten“ waren und so einige Liegestützen pumpen mussten.

 

 Der ewige Muskelkater

Es ist jetzt Mittwoch Abend und es ist Zeit ein kleines Resume über meinen Muskelzustand zu schreiben. Letzte Woche hab ich mir ja nach der Übung einen extremen Muskelkater eingefangen und irgendwie hab ich’s geschafft mir zumindest einen Teil davon mir zu erhalten. Das heisst seit Freitag Abend dauernd Muskelkater.

Spontane Übungen wie am Dienstmorgen nach einem Alarm 4km secklen, am Montag die Sportlektion oder am Dienstag Abend den 12km Waffenlauf erhalten das romantische Gefühl in den Waden und Schenkeln. Die Hoffnung das sich der Körper darauf einstellt ist auch vergeblich. Zum Glück hab ich ne riessige Tube Perskindol gekauft. Ich glaub ich muss langsam Nachschub bestellen.

Selecta – Leider kein Kiosk

Die Übung Selecta war dazu da, um unser Wissen im Pisolenschiessen, Funken und in der Taktik zu prüfen.

Rassig gings mit dem Fahrrad richtung Auwald. Dort angekommen standen wir am Funkposten. Für mich war Funk eher einfach, da dies ziemlich zum täglichen Brot des Kommandanen gehört.

 

Zwischen den Zeilen lesen

Also hinstehen, Funk zusammenbauen und lade... ich sagte laden... verdammt wieso geht das jetzt nicht. Natürlich musste ich genau während der Prüfung ein defektes Gerät erhalten. Zum Glück waren die Instruktoren gütig mit mir und liessen mich ein anderes Funk benützt. Und da ohhh wunder gings plötzlich ohne Probleme. Aber ie das wohl so bei Kadern ist schiebt man zuerst mal die Schuld den Untergeordneten zu.

Tja und dan gings los: „Laden sie auf dem Hauptnetz das Aufklärer Netz und auf dem 1.Nebennetz nehmen sie das FU Netz“.

Kein Problem für uns. Schnell waren die Funkstationen programmiert. Doch bei der Kontrolle war er alles andere als zufrieden. Der liebe Herr Adjudant von der Artillerie meinte nämlich, dass wir das 2.Nebennetz vergessen hätten und das wir dies aus seinen Aussagen heraus hören hätten müssen. Ja nehh ist klar. Aber auch hier heisst „Hier, Verstanden“ und weitermachen. Denn diskutieren bringt ja eh nichts.  Ist ja klar wenn er sag man solle das erste Nebennetz laden, dass dies impliziert, dass man das zweite auch gleich läd. Schliesslich kauf ich auch immer gleich Tomatensauce ein wenn meine Mutter will das ich Spaghetti einkaufe. ;-)

 Der Rest der Funkprüfung ging dann ziemlich reibungslos.

 

Indiana Jones – Greni fiever

Das Schiessen war auch ein spektakel. Oder besser gesag der Weg dazu. Zwischen Schiesstand und Parkplatz befindet sich ein kleiner Fluss ca 3 Meter breit. Als wir die Brücke überqueren wollten kam unser Klassenlehrer auf uns zu und sagte: „Diese Brücke ist im Fall gesprengt. Sie sollten wissen was das heisst. Nun gab es verschiedene Ansätze das Problem zu lösen.

PzGrenadier-Methode: Querdurck, scheiss auf kaltes Wasser und nasse Kleider

Aufklärer-Methode: Laufen wir weit rundum bis zur nächsten Brücke und überqueren es dort.

PzSappeur-Methode: Bauen wir eine Brücke aus dem vielen Holz das rumliegt und fallen nachher ganz ins Wasser

Leo und Besatzer Methode: Man holle ganz viel anlauf und springe mit ganzer Kraft über den Fluss

Artillerie-Methode: Gleich wie bei den Besatzer, mit dem Unterschied das man vorher versucht hat das GT oder den Rucksack über den Fluss zu werfen und ihn dabei im Fluss versenkt hat.

Gerüchten zu folge tat es uns unser Klassenlehrer übrigens gleich und kämpfte sich durchs kalte Wasser auf die andere Seite. Ganz nach dem Motto „Dasch ebe na geil gsi!“

Der feine Unterschied

Die Schiessprüfung war nicht gerade mein meisterstück, allzu oft riss mir ein Schuss ab. Am Schluss hatte ich dann doch noch bestanden. Phu. Viel wichtiger war aber, was während des ersten Ladens passierte. Unser Klassenlehrer befohl ein Laden. Also Magazin rein,  Verschluss nach hinten ziehen und den Entspannhebel drücken. Doch dann machte es neben mir plötzlich „Päng“. Irgend so ein Idiot von Artillerist hat doch wirklich den Abzug gedrückt. Zum Glück war seine Waffe irgendwo gegen die Scheibe gerichtet und nicht gegen mich. Mein Puls war auf 180 J So sah wohl Friendly Fire aus.

Naja, natürlich versuchte er sich rauszureden. Irgendwas mit die Waffe war Schuld. Doch das half im auch nicht mehr viel. Der Hauptmann sagte nur: „Ja klar liegt es an der Waffe, schliesslich haben genau sie das Model bei dem der Entspannhebel eine Schuss auslöst. Da hatten sie jetzt aber Pech, dass genau sie diese Waffe gefasst haben...“

 

Nacharbeit? NEIN DANKEEEEEE

Eigentlich hatte sich die Mehrheit der OS schon damit abgefunden ihren Samstag Morgen in der Nacharbeit zu verbringen, währe da nicht unser Hauptmann gewesen. Der machte uns doch einen Strich durch die Rechnung und wir nahmen dankend an. Denn er erkannte richtig, dass es nichts bringen würde wenn wir eine Prüfung nachholen ohne vorher dafür Zeit zu bekommen um den Stoff aufzuholen. Und so konnten wir glücklich ins nächste Wochenende starten.

Nachtrag erste Woche: SKANDAL im Sperrbezirk... ähh in der OS

Wer schon mal in letzter Zeit eine RS bei den Panzertruppen, vornehmlich bei den Panzergrenadieren und ihren Besatzer gemacht hat, weiss was sich gehört beim Grüssen. Denn beim Grüssen legt man nicht nur die Hand an die Schläfe, nein man lässt sie nachher auch mit gehörigem Schwung gegen das rechte Bein knallen, damit es einen richtigen „Chlapf“ gibt. Genau und nun ist das unvorstellbare passiert, unser Grenadierherz wurde entzwei gerissen. Den ab sofort ist das Klopfen verboten. Wenn man es doch macht hört man den Kadi gerne mal über den Platz brüllen: „Rüegg, noch einmal und dann töte ich sie.“

PS: Natürlich meint er das nur im Scherz, hoffe ich zumindest. Obwohl ihn das mit der Zeit unglaubwürdig macht, ein Aspirant hat schon ca 3 „Todesdrohungen“ bekommen. Und er lebt immer noch, wie unfair. ;-P

Samstag, 26. April 2008

Woche 1 OS: ALAAAAARRRRMMMM!

Mit etwas flauem Magen bin ich diesen Montag wieder nach Thun eingerückt, nach der eher legeren Zeit in Bern, war ich ziemlich gespannt mit wie viel Tempo die OS losgehen würde.

 

Einrücken

Die Anzeichen standen am Anfang ziemlich gut, das Einrücken und Materialfassen ging ziemlich schnell und auch die Panzer mussten nicht mit umständlichen Mat kontrollen gefasst werden. Sondern wurden durch offizierswürdige Kontrollen ersetzt (Dh. Deckel auf, alles da, Deckel zu)

Lucky Luke Teil 1

Ziemlich überraschend bekamen wir dann auch schon die Pistole gereicht, keine zeremonielle Übergabe wie beim Sturmgewehr. Lediglich einige Betriebsoldaten die sichtlich Freude am verteilen der Schiesseisen hatten.

Für uns war die Freude nur von kurzer Dauer. Da irgend ein Idiot, irgendwo einige Gewehre aus der Kaserne geklaut hatte, mussten jetzt alle Waffen eingesperrt werden. Und so wurde nicht mit unseren Wild West Duellen und auch die kleine Jack Bauers mussten ihre Freude am romantischen „Klick“ wenn man abdrückt, auf später vertagen.

 

Unsere Klasse

Natürlich war ich in der OS wieder in einer neuen Klasse. Diese trägt den Namen Mech Kl. Dabei sind Pz Gren Bes, Pz Gren Gef, Pz Sap und dLeo Buebe. (Tschuldigung langsam haben mich die Abkürzungen wirklich eingeholt)

Kenner werden unumgänglich merken, dass also die ganze Elite des Waffenplatz Thuns sich in dieser Klasse vereint.

Unser Klassenlehrer würde ich als alten Fuchs bezeichnen. Ein Pz Greni der alten Schule. Er zeichnet sich durch manchmal sehr subtile ironische Bemerkungen und eine straffe Führung aus. Mal schauen was da noch so auf uns zu kommen mag. Seine Sprüche wie: „das isch früener ebe na geil gsi!“ sind schon fast legendär.

Unser Logo ist ein Teufel. Denn wenn der Teufel mit uns ist kann er nicht gegen uns sein, wurde uns gesagt.

Lucky Luke Teil 2

Endlich war es soweit, die Pistolen wurden wieder aus den Kisten geholt und mit glänzenden Augen fingen wir an zu Riggeln (da kam wohl so bei einigen die Erinnerung an alte Cowboy und Indianerspiele hoch). Die  Pistole (nach Angaben unseres Klassenlehrers nur dazu gut in einem überfüllten Lift für Ruhe zu Sorgen), bekam auch schon bald ihre Feuertaufe. Schon am Mittwoch verschoben wir in die KD-Box und liessen unsere ersten Schüsse ab. Mein Fazit: Macht ziemlich Spass, treffen tut man ziemlich mies. Da jede leichte Verschiebung eine ziemlich grosse Distanz auf der Scheibe ausmacht.

 

Was ein gelber Offizier ausmacht!

Eine der bis jetzt besten Theorien, war sicherlich die mit dem oben genannten Titel. Da wir ja eine gemischte OS sind (Nein nicht Frauen und Männer, sondern Artilleristen und Pänzeler, obwohl man da auch Parallelen ziehen könnte...), ist es auch wichtig Farbe zu zeigen. Und den Zusammenhalt der Panzer Truppen zu stärken.

Die Panzertruppen, direkte Nachfolger der Kavallerie sind wohl schon immer Kampfentscheiden gewesen. Und so lernten wir in dieser Theorie die: „Die Panzertruppen haben einen kecken und wagemutigen Reitergeist, Schema und Regeln verachten sie weil sie dazu erzogen wurden.“ Richtig, weil sie dazu erzogen wurden!

Leider zählt dieser Satz bei der Zimmerordnung nicht.

Zum Schluss blieb mir noch einen Satz unseres Klassenlehrers hängen: „Sie müssen durchbeissen, denn es wird hart – dafür sorge ich persönlich!“

Ja, da wussten wir nicht, dass es allzu bald war werden würde...

 

Freitag, Freitag ach du holder Freitag...

Am Donnerstag Abend hatten wir Ausgang... Unser Kadi wies uns mit einem subtilen Hinweis darauf hin, dass wir vielleicht nicht allzu viel trinken sollten. Und so waren wir dann nicht überrascht als wir schon bald geweckt wurden.

Über die anschliessende Übung, darf ich euch leider nichts erzählen. Diese untersteht der strengsten Geheimhaltung die das Militär kennt. 

Diese zwei Informationen kann ich euch aber geben:

Der Anfang: Unser Klassenlehrer weckt uns mit seiner imposanten Stimme mit den Worten: ALAAAARRRMMM!

Das Ergebnis:

-       8 Blattern

-       1 Wolf

-       Muskelkater bis Montag Abend

 

Das einzige was wohl während dieser Übung nicht gefordert wurde, ist wohl der Magen. Doch wer braucht schon mehr als zwei Militärguezli und ein Täffeli Schoggi.

Zurück kam der wahre Schock... Die anderen Klassen hatten keine Übung oder nur eine sehr easy Übung... Der Kadi meinte nur: „Ja es ist halt so, dass die Mech Kl manchmal ETWAS mehr leistet...“ Ja wenn’s nur etwas ist.

 

Kompanieschule

Wie ich vielleicht schon ein paar mal erwähnt habe, ist die Kompanieschule eine Lieblingsbeschäftigung vieler Rekruten, Aspiranten, etc. Lustig wird es aber erst, wenn eine Klasse eine Übung hatte wie die davor erwähnte. Noch lustiger ist es, wenn die andern Klassen den ganzen Tag fast nur Theorie hatten.

Stellt euch vor, dass ein lahmer Gaul neben zwei Rennrösser (wenn auch nur mittelmäsige)  gestellt wird.

Leider gibt’s kein Film davon. Der währe wohl auf YouTube ein Renner geworden :-P

 

12 Kilometer in die Hölle

Am Samstag Morgen stand nicht, wie fast jeden Samstag das HV auf dem Plan, sondern ein Patton Lauf. 12 Kilometer der Aare entlang auch bekannt als der lange Aarelauf. Mit Rucksack und ein bisschen Gepäck gings um ca 5:30 los. Unsere Klasse war dispensiert, da hatte der Chef wohl mitleid mit uns.

Ich war aber einer der wenigen, welche die Herausforderung trotzdem annahmen. Und so rannte ich die 12 Kilometer mit brennenden Beinen... Am Schluss hats leider nicht gereicht, aber schon erstaunlich was man so leisten kann wenn man es nur irgendwie schafft den Kopf auszuschalten.

Jetzt wartet der gleiche Lauf am nächsten Dienstag nochmals auf mich... Wir machen solche Sachen ja gerne mehrmals.

Montag, 31. März 2008

Der Of-Lehrgang

Endlich melde ich mich aus der Versenkung zurück um euch einen ultimativen, übersichtlichen und haargenauen Bericht über den Of-Lehrgang in Bern zu schreiben. Natürlich alles exklusiv rapportiert von unserem Sondergeheimreporter.

Einrücken, Fahnenübergabe, etc.
Ich rückte am Montag ordnungsgemäss ein. Das ganze Gepäck im Schlepptau. Bei der Kaserne Bern angekommen, hatte ich zuerst mal den Anschiss. Da ich der einzige der Panzertruppen in meiner Klasse war. Und somit kannte ich kein Schwein. Aber ja, natürlich konnte ich mich auch darüber freuen, dass die Leuten genau das Dokument wollten, dass ich zuunterst in meiner grossen Tasche verstaut hatte. Machte mir spezielle Freue meine Unterhosen auf dem ganzen AV-Platz zu verteilen um das Papier zu finden.
Als dann alles geklappt hatte und wir unsere Zimmer bezogen hatten (Bei mir gabs zwischen Füsilier, Fliegersoldat und Artillerist alles), wurden wir von unserem Kommandanten begrüsst. Die Einheit Wille in der ich eingeteilt war, ist eine von drei Einheiten. Zwei Deutsche (Herzog und Wille) und ein Russ (Guisan).
Was "speziell" am ganzen Morgen war, wir machten eine offizielle Fahnenübergabe. Dies war für alle neu. Man stolziert in 4er Kolonne auf den AV-Platz geführt durch den Zugführer (in unserem Fall der Klassenlehrer) dort marschiert der Feldi mit der Fahne von Links nach Rechts, der Kommandant grüsst das Feldzeichen während im Hintergrund die Militärmusik den Fahnenmarsch spielt. Zum Schluss singt man dann noch die Nationalhymne und fertig ist der Zauber. Traditionen sind ja schliesslich da um gewahrt zu werden.

Klassenlehrer: E hüere geyle Siech
Unser Klassenlehrer, war nicht ein "normaler" Klassenlehrer, sondern ein Schüler der Militärakademie, welcher bei uns sein Praktikum absolvierte. Im Rang war er Kadi und im Herzen ein Walliser. Er verstand sich auch darin sehr sehr schnell zu sprechen! Die ersten zwei Tage verstand man ihn also nur wenn er in Schriftsprache sprach. Das schnelle Wallisertitsch war einfach zu viel für uns.
Trotzdem ist er ein ziemlich guter Lehrer (hat auch Erfahrung, war Geschichtslehrer am Gimi), er wusste uns zu packen mit witzigen Pointen, Frechen Sprüchen und YouTube Videos. So hatte er auch ein ziemlich guten Gespür wer Müde war und wer nicht. Er wies die Müden aber nicht zurecht sondern wusste es mit gezielten Sprüchen sie wieder mit zu reissen. 

Wer hat meine Schuhe geputzt???
Nicht schlecht Herr Specht dachte ich mir, als ich eines Nachmittags an meinem zweiten Paar Schuhe vorbeischlenderte. Die waren doch wirklich geputzt. Unglaublich, das süsses Offiziersleben hat mich eingeholt ;-) Auch das Essen war unglaublich man bekam immer zwei Menus am Mittag und eine Cola dazu. Am Morgen gabs immer Aufschnitt, Käse, Orangensaft und Kaffee aus der Espressomaschine. Ausserdem hatte es ein Fernsehzimmer, dass nach der Arbeit immer rege genutzt wurde. Hotel Bern welcomes you :-) :-)

Führungsausbildung
Ein grosser Teil der vier Wochen war dazu da, uns in der Führungsausbildung zu fördern. So lernten wir den Führungsrythmus kennen und mussten unendlich viele mal die Lage beurteilen. So konnten wir das ganze auch in praktischen Beispielen üben. Wir mussten zB einen eingekesselten Zug retten und die Verletzten weg bringen. 
Für mich war die Aufgabe als Kampftruppler kein Problem. Doch einige hatten so ihre liebe Mühe. Einige ganz kreative Sanis zB. glaubten daran, dass sie mit einem Zug im Unbebauten Gebiet ein Ablenkungsmanöver machen könnten, währen das unbewaffnete ungeschützte Sanifahrzeug quer durchs Krisengebiet fährt. 
Aber ja ein Sani will halt Kundschaft in seinem Feldlazarett und drum war wohl diese Idee auch gerechtfertigt...

Unser Kommandant
Die Lehrgangseinheiten wurden nicht wie in der RS oder UO durch einen Hauptmann geführt. Chef war ein Kommandant. Wenn man ihm einen Anhängsel geben müsste wie bei Karl dem Kühnen. Dann würde er Wohl Peter der Sanftmütige getauft. Er zeichnete sich dadurch aus, dass seine Zusammenschisse etwa so tönten: "Schämed nech, Schämed nech würkli" und sein Befehl "Setzen" so war: "Lehrgangsejnhejt liisslig Platzneh".
Auch seine Stimme war immer sehr ruhig und sanft. Für mich persönlich war dies kein Problem. Aber natürlich gibt es immer irgendwelche (meisstens Füsiliere...) die sich schon fast herausgefordert fühlen auch als Offiziersaspirant die Grenzen seiner Vorgesetzten auszulotten. Das führte schlussendlich dazu, dass wir die ganze dritte Woche kein Ausgang und ABV um 22:00 hatten, da sich einige nicht an die Vorgaben des Kommandanten über das Verhalten im Ausgang gehalten hatten.

Esercito oder so...
Irgendwie hatte unser Kommandant die vorliebe, jedem Unterrichtsblock einen italienischen Namen zu geben, das führte dazu, dass man dann nie wirklich eine Ahnung hatte was mir als nächstes machen.
Ein Höhepunkt des Of-Lehrgang war wohl der Besuch in Thun. Jetzt fragt ihr euch sicher wieso wir einen Besuch in Thun machen, denn von da komm ich ja. Wir konnten dort einen ganzen Tag die Leistungen der Teilstreitkraft Heer betrachten. Und vor allem die wunderschönen Schützenpanzer sowie die Oltimer auch bekannt unter dem Namen Leopard Zwo. Natürlich konnten wir auch eine Panzerfaust in die Hand nehmen, eine Pumpgun durchladen (Nennt sich zu Deutsch Allzweck gewehr :-P) auf einer Panzerhaubitze rumklettern (das sind die mit dem längsten Rohr (bitte nicht falsch verstehen)) und bei den Übermittelern reinschauen wie sie den so ihre Antennen aufstellen. 
Fazit: Man bin ich froh, hab ich den richtigen Job im Militär erwischt. Es gibt wohl nur wenige Jobs di so interessant und spassig zu gleich sind. Zum Schluss gabs noch eine Vorführung der Panzer in der Moorlandschaft. Natürlich kamen die meissten nicht aus dem staunen raus, als der Schüpa und der Leo mit 50km/h sich durch den Dreck kämpften. Von mir gab es nur ein müdes Lächeln und die Hoffnung, dass ich bald selber wieder hier cruisen darf...
Trotzdem muss man sagen, war der Fahrer des Schüpas eine ziemliche Memme... Der hat sogar gebremst als er über den Hamburgerhill brauste...

Führung? Nie gehört
Da Thun ja meine Homebase war, wurde ich vom Kommandanten als Detachementchef ausgewählt. Ich hatte die Ehre die Klasse den ganzen Tag rum zu führen. Und dabei fiel mir das erste mal die wirklich grossen Unterschiede in der Grundausbildung der verschiedenen Truppengattungen auf. Ich bin ja immer noch der Meinung, dass wenn man etwas macht, dann macht man es richtig. So habe ich zB gelernt, dass man Verschiebungen prinzipiell immer im Gleich- oder Laufschritt macht. Alles andere sieht nach Wandergruppe Hintergümligen aus. Auch habe ich gelernt, dass während einer Verschiebung nicht geschwatzt wird. Naja, der wilde Haufen liess sich dann aber doch noch bändigen. Und da es nicht an mir lag ihnen zu zeigen wie man richtig verschiebt, war es ja eigentlich egal. 
Etwas ziemlich witziges ist dann aber doch noch passiert: Um 10:00 hatten wir 20 Minuten Pause. Es hatte irgendwo auf dem Platz eine kleine Kantine. Diese war natürlich genau am andern Ende des Platzes als wir waren. Damit also nicht allzu viel Pause verloren ging, liess ich die Gruppe im Laufschritt verschieben. Als ich nach der Strecke (ca. 300 Meter) war ca noch 3/4 der Gruppe da. Alle andern haben schon schlapp gemacht... Und ich dachte immer ich sei Unsportlich, aber da gab es noch ganz andere Kaliber bei den Logistikern, Fliegersoldaten und ABC Truppen...

Aeronautica
Wie viele von euch wissen, besteht die Armee nicht nur aus den Bodentruppen, neben dem Fussvolk gibt es auch noch eine Luftwaffe. Die Möglichkeiten dieser konnten wir uns an einem Tag in Meiringen zugute führen.
Die Verschiebung erfolgte (wie nach Thun übrigens auch), hinten auf einem Lastwagen. Man sitzt da zusammengepfercht in 5 Reihen im Schoss des Vordermann. Diese Transportmethode hat den Vorteil, dass man ziemlich viele auf so einen Lastwagen bringt, vom bequem kann aber keine Rede sein. Irgendwie gelang es mir dann aber doch einzuschlafen (der Wollensau sei dank) und ca. eine Stunde später kamen wir in Meiringen an.
Dieser Tag war für mich einer der spannendsten, da ich vom Heer bin konnte ich hier viel lernen und es gab auch viel zu bestaunen. Super Pumas, Cougar, Alouette, FA18, Rapier, MIKA, Fallschirmaufklärer und die Drohne wurden uns gezeigt. Zum Schluss gab es noch eine Flugshow. Wirklich eindrücklich, was so ein Super Puma alles kann. Und auch die FA18 gehen ziemlich ab. Heimlich haben wir alle gehofft, dass die Flugzeuge noch schnell bei Franz Weber übers Dach fliegen und dort den Nachbrenner zünden.
War das jetzt böse? Nehhhhh....

Ein scharfes Maul
Jede Woche hatten wir einen Test im Computerraum, Aufpasser war immer der gleiche Oberstleutnant. Er viel vor allem durch seine Sprüche auf welche sich prinzipiell unter der Gürtellinie ansiedelten. So sagte er einem Kameraden: "Sie sind wohl in der zweiten Klasse stehen geblieben!"
Was Antwortet man darauf? Die Antwort:
Büro: "Wie bitte? Ich hab mich da glaube ich verhört?"
Privat: "Naja lieber i de zweite Klass stah bliebe als mit 40i e Glatze"
Strassenslang: "Wotsch eis id Fresse man!"
Militärisch: "Hier, verstanden"
Tobys Antwort: "Dann habe ich ja die beste Voraussetzung um Berufsoffizier zu werden."

Zum Glück hat er mir das nicht an den Kopf geworfen. Sonst währs wohl übler für mich rausgekommen. 

Ein Spruch von ihm muss ich aber auch noch hier zitieren: "Lieber e Tochter im Puff als en Sohn bi de Logistik!"

Kommunikation & Konfliktmanagement
Zu den spannendsten Unterrichtslektionen gehörten definitiv die ZIKA Stunden (Zentrum für Information und Kommunikation). Wir wurden da von ausgebildeten Trainern gecoachet. Der Unterricht war dazu da, unser Kommunikationsverhalten zu analysieren und zu verbessern. Spannend  war dies vor allem, da man kleine Gruppen hatte, und so die Möglichkeit bestand sich etwas näher kennen zu lernen.
Man konnte auch ziemlich schnell aufdecken wer schlecht Kritik vertragen konnte und wer sehr gut darin war diese auszuteilen (meissten sind das die gleichen Person zu deutsch auch Besserwisser). Wir hatte auch einen sehr intressanten Fall in der Gruppe, ich würde ihn als Aufbrausend beschreiben. Jedesmal, wenn er nicht ganz deiner Meinung war sagte er es dir ziemlich deutlich. Was zeitweise zu Unstimmigkeiten in der Gruppe führte. 
Manchmal ist es dann spannend ihm einfach nicht zu antworten oder ihn zu ignorieren. Das macht ihn dann fast noch aggresiver, aber die Situation wird um so witziger :-P 
Trotzdem bin ich dann etwas erschrocken, dass genau der die beste Abschlussnote der Gruppe bekam. Es zeigt mir wieder mal, dass im Militär eine grosse Klappe meistens mehr bringt, als das auch was konstruktives dabei heraus kommt...

Die "praktischen" Übungen
Nachdem wir den Führungsrythmus intus hatten ging es nun darum, diesen auch anzuwenden. Dazu hatten wir einige praktische Bsp. Wir fuhren also ins Gelände und mussten nacheinander einen Bereitschaftsraum, eine Raumsicherung und eine Sperre errichten. Prinzipiell war aber nicht sehr viel praktisches dran, ausser, dass wir an den entsprechenden Ort gefahren sind und dann dort das Blatt der Entscheidungsfindung ausgefüllt hatten. Natürlich war es genau an diesen drei Tagen sau kalt, dass man sich vom ewigen Rumstehen den A. gehörig abfrohr. Aber ja schlussendlich war es doch spannend, so eine Situation im Gelände anzuschauen. Auch wenn man die Sperre, inkl Panzersperren, Richtladungen und Maschinengewehren nicht aufbauen durfte. Naja, aber vielleicht war das auch besser so, weiss ja nicht wie das rausgekommen wäre, wenn ein Sani das ganze aufgestellt hätte :-P

Storia: Unser Tag...
Eines der grösseren Projekte, welches wir über die ganze Zeit verfolgten war das Geschichtsprojekt Storia. Dazu wurden mussten wir in Gruppen ein Projekt zu einer militärischen historischen Begebenheiten präsentieren. Murten, Neuenegg und Mon Vuie (oder so ähnlich) waren die Orte. Geschichtskenner werden jetzt natürlich genau wissen, was sich an diesen wichtigen Orten abgespielt hat. Für alle anderen gibt es Wikipedia. ;-) Das ganze sollte an einem Tag präsentiert werden. An diesem Tag fuhren wir an die besagten Orte, wurden über den geschichtlichen Hintergrund aufgeklärt und mussten eine Entscheidungsfindungsübung machen.
Ausserdem bekamen wir einen Knigge Kurs, (was für die einten wohl bitter nötig war) und bekamen einen Spezial Event zu gemüte geführt. Als Special Event konnten wir eine Brauerei besuchen und anschliessend auch ein Bier degustieren (dazu musste extra eine Bewilligung beim Kommandanten der Schule eingeholt werden). 
Ein fast gelungener Tag, währe das Wetter nicht so saukalt gewesen. 
Witzig war nur, dass die Klassenlehrer und Kommandanten immer von "UNSEREM" Tag gesprochen haben, da wir ihn von a bis z selber planen mussten. Unser Tag war dann aber gar nicht so spektakulär wie man sich, dass so vorstellt. Denn die meisste Zeit war man in der Vorbereitung einer Entscheidungsfindung und nicht am Bier degustieren in der Brauerei...

Referenten
Ab und zu besuchten uns auch externe Referenten. Unter anderem ein SVP-Nationalrat. Dieser Vortrag war wohl einer der unterhaltsamsten. Nicht weil der Politiker etwas sinnvolles brabelte. Sondern weil es witzig war mal so eine SVP Meinung zu hören und zu merken wie verquer so ein SVP Denken manchmal ist. So wollte er das Geld welches die Armee mehr benötigte bei "der Calmy-Rey abzwacken", denn die fliegt da die ganze Zeit mit ihrem Bundesratsjet durch die Gegend, weil grad kein Linienflug fliegt zur passenden Zeit. Und das arme VBS muss für die Sicherheit sorgen. Ist das nicht eine Schweinerei??? Doch Doch,  und darum soll sie das jetzt gefälligst selber bezahlen. 
Aber nicht nur da zockt uns di Calmy ab, nein nein es kommt noch schlimmer. Das VBS muss auch dafür blechen, dass irgendwo auf der Welt Minen geräumt werden. Und dass sei ja im Ausland also müsse dafür auch die Calmy dafür aufkommen (am besten noch mit ihrem eigenen Lohn :-P).
Wisst ihr was das traurigste an der Sache war? Es gab doch wirklich irgendwelche Pappnassen, Zivilisationsversager und Turnbeutelvergesser die so ein Scheiss noch glauben.  
Am besten nehmen wir der Calmy-Rey ihren Flieger weg, und lassen sie ab jetzt nur noch Economy mit Easy-Jet fliegen, aber nur wenn sie genug früh bucht. 
Aber eigentlich währe es ja wohl auch angebracht, dass jedes Reiseziel und die entsprechende Garderobe vorher von einer Komission besprochen wird, dass auch ja nichts schieff geht. Ich meine wer will schon Ausländer die sich in fremden Länder anpassen und aus Respekt vor der Kultur ein kleines unscheinbares Kopftuch tragen. 
Aber ja gewisse Parteien waren wohl schon immer mehr begeistert davon Leute rauszuschmeissen als sie sinnvoll zu integrieren.
Hmm... also liebe Leser, es tut mir leid, ich bin jetzt gerade etwas zu politisch geworden. Ich wollte euch eigentlich nur zeigen, wie einige Politiker einer gewissen Partei angehören argumentieren. 

Der Of-LG Zusammengefasst
Zum Schluss muss ich sagen, war der Of-LG ziemlich lehrreich. Man hatte genug Möglichkeiten den Führungsrhythmus zu üben und wurde auch immer durch spannende Referate unterhalten. Einziges Manko: Fast kein Sport. Nicht weil ich das unglaublich gerne mache, sicher nicht. Sondern weil nach meinen Ferien die OS folgt. Und wenn man da nicht ausreichend fit ist, ja dann wirds hart...


Samstag, 1. März 2008

Woche 9 UOS: Adieu...

KVK Of-Lehrgang: Ein sehr hmm sinnloser Tag
Am Montag hatten die Of-Anwärter wieder ein Spezialprogramm. Wir durften uns einige einführende Theorien anhören und anschliessend auch noch einen Test für den Of-LG schreiben. Aber alles von Anfang an, den der Tag fing schon sehr interessant an.
Um 7 Uhr fanden wir uns im Theoriesaal ein und um ca. 7:05 trat der Chef Kaderschule ein. Er legte seine Sachen hin, schaute uns an und meinte: "Einer meldet mir, sie da vorne sie melden." Dieser stand auf und meldete die Klasse. Dann warteten wir wieder. Um 7:10 kam der Kadi-Stv und der Chef schnauzte ihn an:"Wann sollten sie hier sein?" Kadi-Stv:"Um 7:15 um zu melden."
Chef:"Auf dem Tagesbefehl stand, 7:00 das gilt auch für sie. Ausserden", dabei drehte er sich zu uns um,"schauen sie mal auf ihren Tagesbefehl, wann steht da, dass sie melden dürfen, genau 7:15. Wieso haben sie dann so früh gemolden? Auftragstreue meine Herren. Das war nun ein Test und sie haben ihn nicht bestanden!"
Wie bitte? Hatte der Herr nicht gerade gesagt "Melden sie!", das war kein "Wollen sie nicht melden" oder "Währe es jetzt nicht Zeit  um zu melden?". Nein, das war ganz klar ein Befehl. Ja und wer hat den Tagesbefehl unterschrieben? Ach neh, der Chef selber. Natürlich darf der ihn nicht abändern, nein nein. sicher nicht....
Ist ja egal, er wollte uns wohl einfach seine Macht demonstrieren auch nachher hielt er sich wieder nicht zurück mit Fachausdrücken. Er erwähnte auch ca 3 mal, dass er der Chef der Kaderschule sei, wie er Angst hätte, dass wir dies vergessen würde.
Die anschliessende Theorie welche wir mittels eigenen kleinen Präsentationen gemacht hatten, war dann mehr oder minder interessant. Leider stand dafür viel zu wenig Zeit zur Verfügung, was das ganze auch irgendwie sinnlos machte da man so sicher nicht viel profitieren konnte...
Die anschliessende Prüfung war auch ein Witz, wir konnten sie so viel mal wiederholen wie wir wollten. Auch war niemand da der uns beaufsichtigte. Also eine grosse Abschreiberei. Aber ja, nicht Problem meiner Stufe!

WEMA

Mit riessen Schritten geht’s richtung Zielline der UOS 22-3. Doch die letzte Woche sollte noch einmal ein harter Brocken werden. Nicht wegen eines harten Footings oder schweren Prüfungen, sondern wegen der WEMA. Leider weiss ich nicht mehr genau was WEMA heisst. Prinzipiell geht es bei der WEMA darum alles Material welches man während der UOS gebraucht hat wieder zu retablieren und an das Zeughaus zurückzugeben. Leider hiess das für uns auch die Panzer zurück zu geben. Und da stand einiges an Arbeit an. Die Panzer mussten bis aufs letzte geputzt werden. Kanone und MG ausgebaut und entfettet werden. Die Adjudanten waren während dieser Zeit sehr gereizt und man bekam einige male einen ziemli unbegründeten Zusammenschiess. Auch stand man ziemlich viel nur rum. Da die Züghüüsler das Wort SCHNELL nicht kennen. Sowieso hat man irgendwie das Gefühl, dass das Zeughaus ein Reintegrationszentrum für IV Rentner ist. Sehr viele dieser Leute sind sehr, hmmm, speziell, dass macht es nicht unbedingt einfach mit ihnen zu arbeiten. Zum Beispiel bestanden sie darauf, dass zuerst ALLE Panzer abgenommen werden müssen, bevor die Kanone wieder eingebaut werden durfte. Da aber nur einer die Panzer abnahm verbrachte ich den Nachmittag mit warten. Ist wohl eine sehr effiziente Methode welche sie sich da ausgedacht haben.

Was mich aber fast am meissten nervte. Punkt 5 Uhr war Schluss. Diese faulen Säcke waren sich auch noch zu schade einige Minuten überstunden zu machen. So mussten wir einige Arbeit auf den nächsten Tag verschieben, da sie sich zu schade waren, einmal im Jahr etwas mehr zu machen!

Mich nimmt ziemlich wunder wie so eine Bewerbung für einen Zeughäusler aussieht. Ich stelle mir das etwa so vor:

„Wir suchen einen Mann, welcher sich vor allem durch seine pingelige Art auszeichnet. Sonstige Anforderungen werden nicht gestellt. Dicker Bauch oder schlechter Haarschnitt sind jedoch von Vorteil. Wir bitten ihnen ein Arbeitsumfeld in dem sie garantiert nicht zu viel Arbeiten müssen und sich auch nicht allzu sehr anstrengen müssen. Durch die Arbeit bim Bund sind sie auch vor jeglichen Lohnkürzungen, Entlassungen geschützt. Wir freuen uns auf ihre Bewerbung. PS: Falls sie nicht schreiben können, dann dürfen sie sich auch mündlich bei uns melden, falls sie dafür auch zu scheu sind darf auch ihre Mutter anrufen.“

 Zum Glück ging auch diese Zeit vorbei und ich war froh als wir am Donnerstag alles Material, die Panzer, die Munition und die Halle erfolgreich abgeben konnten.

Ein Abschlussabend wie man sich ihn wünscht

Endlich war es soweit, der Klassenabend stand an. Doch wir waren alle etwas geschockt, als uns der Klassenlehrer mit der Nachricht überraschte, dass wir zuerst noch ein Footing hatten. Natürlich dachten wir alle an einen Scherz. Aber als wir so am Donnerstag Abend da standen, meinte er es total ernst: "Wir hören so auf wie wir angefangen haben". Und so spurteten wir in Richtung Hindernisbahn. Diese konnten wir dann einige male geniessen. Anschliessend gings weiter zum Lastwagenwaschplatz. In einer Grube wartet eine riessige Pfütze mit ziemlich abgestandenem Wasser auf uns. Doch da gabs nichts, dreimal durchrobben.

Als wir alle pflotschnass waren konnten wir uns umziehen gehen. Wir waren natürlich alle froh. Und von weitem konnten wir die Marschmusik hören. Wir folgten den schönen Tönen und fanden ein kleines Holzhaus davor ein Bierzapfhahn und einige Weissweinflasche. Unsere Klassenlehrer hatten uns schon erwartet. 

Mit den denkwürdigen Worten des Klassenlehrers wurde der Abend eröffnet: "Meine Herren heute dürfen sie mal etwas unaständig sein, aber ich sage ihnen eines! Wenn sie zurück in der Kaserne sind, dann sind sie ausgekotzt. Sie können von mir aus den ganzen Weg lang sich übergeben. Aber in der Kaserne will ich nichts dergleichen von unserer Klasse hören."

Lecker! Ein Fondue wartete nur darauf verschlungen zu werden. Wir sagen, redeten und hatten einen sehr guten Abend. Der mir wohl noch lange in erinnerung bleiben wird. 

Doch die Krönung sollte am Schluss noch folgen. Denn wir mussten einen 5-Punkte Befehl befehlen für die Aufräumarbeiten. Ich war der Glücklich der die Befehlsausgabe machen durfte. Und so befahl ich ein Detachement dazu alle Gläser zu leeren. Die nahmen das ziemlich ernst. Und leerten sogar den Bierzapfhahn... :-) Sie waren dann auch die, die wohl den kurvigsten Nachhauseweg hatten...

Adieu UOS

Und schon waren die neun Wochen UOS vorbei. Eine wirklich tolle Zeit! Von der ich noch viel zu erzählen hab. Nächste Woche gehts ab in den Of-Lehrgang auf Bern. Dort wird uns wohl einiges an Theorie erwarten!