Samstag, 2. Februar 2008

Woche 5 UOS: An alle Bivio Dachs....

Diese Woche mussten wir erst am Montag Abend einrucken. Dementsprechend freuten wir uns auf eine kurze Woche.

Dienstag: Ach was war am Dienstag nur los?
Ja dieser Tag ging wohl als einer der unspektakulärsten der ganze UOS durch. Am Morgen hatten wir wieder FUM Ausbildung. Das Führen einer Gruppe stand auf dem Speiseplan. Wie man Leute motiviert oder wie man mit Stresssituationen umegeht. (In einem so Stressfreien Umfeld wie dieser Theorie sehr schlecht nachvollziehbar)
Nachdem wir gegen unsere Müdigkeit erfolgreich angekämpft hatten konnten wir uns in unsere Sporttenus werfen und machten uns auf den Weg zur Turnhalle. Doch heute stand kein Fussball oder so auf dem Plan... Nein, für uns Offizieranwärter hatten sie sich etwas ganz tolles ausgedacht. Die Hindernissbahn sowie den Kraft+Konditionstest. Hört sich doch schon sehr gut an oder? 
Irgendwie hab ich das ganze dann hinter mich gebracht und war froh dann eine wohltuende Dusche zu geniessen. 
Am Nachmittag gingen wir noch locker 300 Meter Schiessen. Das ganze mit dem Duro, also auch locker. 
Nach einem leckeren (ja das gibts in der Militärkantine auch) Essen, mussten wir noch ca. 5000 MG Schuss auf eine Strippe aufmunitionieren (oder abspitzen oder nennt man das jetzt aufspitzen...) und dann ja dann gings eigentlich schon ins Bett... Wirklich sehr anstrengend dieser Tag...

Schultag: Ach neeeehhh nicht noch einmal Führungsausbildung
Am Mittwoch hatten wir wieder Schultag, wir Of-Anwärter hatten wieder ein Sonderprogramm. Den ganzen Tag mussten wir uns Theorien über Kommunikation und Konfliktmanagement anhören. Sehr geschickt eingefädelt der höheren Ofs. Mussten alle Of-Anwärter einen Teil präsentieren. So musste ich den ganzen Tag irgendwelchen schlecht gemachten Präsentationen zuhören von Leuten die eigentlich meistens (noch) keine Ahnung von der Materie haben. 
Ausserdem können die mir ja lang erzählen von irgendwelchen Konfliktformen und Anlässen. Ohne praktische Beispiele ist die Info wahrscheindlich ziemlich nichts Wert. Die Ausbildung war also nicht mal Migros Budget sonder wahrscheindlich eher Prix Garantie...
Doch da wir ja alle jetzt Offiziere werden wollten müssen wir das ja können und darum war das schon richtig so... Bla Bla Bla... 
Das Highlight war dann ca. um 17:00 hetzte uns der Kadi Stv noch einmals Raus auf die Panzerpiste, da er mit unserer Leistung nicht zufrieden war. Wir seien nicht Aufmerksam oder so und damit wir das lernen mussten wir die Gruppe auf der Panzerpiste in 15 Minuten melden. So lernten wir sicher wie man Aufmerksamer ist. (Tja er kann nichts dafür er ist ein Füsel ;-))

Leutnant Rüegg???
Am Mittwoch um 11:00 war für mich auch Vorschlagserteilung angesagt. Hatten sich die ganzen Anstrengungen gelohnt? Waren Da Capo 0-3 alle Sinnlos? Ich trat also ins Büro des Obersleutnant im Gst Weber und der begrüsste mich mit einem netten: Rüegg? So ein Dossier hab ich nicht." 
"HA" der Witzbild... Er liess mich setzen und teilte mir mit, dass es bei mir keine Diskussion gäbe. Ich dürfe aber nicht mehr Gähnen im Daher :D (Da hat doch der Klassenlehrer das in meinen Bericht geschrieben...)
Nach ca. 5 Minuten hatte ich den Zettel unterschrieben und machte mich auf den Weg, zurück zur spannenden Theorie... Leutant Rüegg, diese armen Rekruten. Hoffen wir mal das von denen keiner meinen Blog liesst ;-)

Der Wasserfall...
Da wir am Donnerstag bereits um 4:30 mit dem Erstellen der Gefechtsbereitschaft anfingen, verbrachte ich den grössten Teil des Ausgangs im Bett um etwas Schlaf vorzuhollen. 
Doch nachdem ich friedlich in meinem Bettchen geschlafen hatte, fing meine Blase um ca. 3 Uhr an zu drücken. Kein Problem. Kopf auf Autopilot schalten und schnell raus zur Tür aufs WC... Geistig fing ich schon an die Schleusen zu öffnen. Doch plötzlich stand ich an der Zimmertür und sie war... GESCHLOSSEN... Das konnte doch nicht sein. Welcher Idiot schliesst das Zimmer ab wenn wir drin sind. Im Dunkeln suchte ich nach dem Schlüssel (Das Fass fing langsam zu überlaufen)... Kein Schlüssel da... Ein Freund wurde wach und versuchte die Türe mit etwas Gewalt zu öffnen.
Nicht... Was soll ich nun tun? Mich aus dem Fenster erleichtern? Nein besser nicht. Aaahh ich hatte ja noch die Notfallnummern. Also schnell auf den Kommando Posten anrufen, vielleicht war ja wer da der mich aus meiner Not retten konnte.
Doch da war niemand. Wenigstens konnte mir der nette Herr die Telefonnummer des Haupttors der Kaserne geben.
Dann rief ich dort an:
Tor: "Klick... Wachdispositiv Tor 20, Soldat Müller"
Ich: "Grüezi, sie ich han es Problem mir sind im Zimmer 1018 igschlosse. Irgend en lustige het sZimmer vo use gschlosse."
Tor: "Wie bitte? Wennd sie mich verarsche?"
Ich: "Ja klar, ich lüüt so us Witz am 3 am Morge am Wachposte ah zum sie zverarsche..."
Tor: "Demfall muessi dSecuritas schicke!"
Ich: "Wieso dSecuritas? Sie chönd au schnell uecho und dTüre ufmache. Wahrschindli steckt de Schlüssel use im Schlüsselloch."
Tor: "Ja ich bin elei da, chan nöd guet ue cho. Den müesst ich ja dReserve aktiviere"
Ich: "Mached sie das"
Tor: "Hend sie schnell e Minute Ziit?"
Ich: "Ja kei Angst ich lauf ihne nöd Weg"
5 Minute spöter
Tor: "Guet ich schick ihne eine verbi..."
Ich: "Merci"
Und nach ca 10 Minuten öffnete einer die Tür. Mein Retter, mein weisser Prinz, mein Held. So schnell war ich wohl noch nie auf der Toilette.

Aufmunitionieren: Mun Chef gibt Vollgas
Da nach dieser Aktion an schlafen nicht mehr zu denken war. (Also ja, ich hätte schon noch geschlafen aber mein Kamerad der fürs Material zuständig war, hielt mich davon ab) Machten wir uns auf den Weg zur Halle um uns einen Puch zu schnappen und das Munitionsmagazin etwas zu leeren.  :-)
Das freute mich natürlich, da wir heute den ganzen Tag mit dem Schützenpanzer schiessen werden.
Um ca. 4:15 standen wir mit einem Teil der Munition (es hatte nicht alles Platz im Puch) vor der Halle, da kam auch schon unser Klassenlehrer. Dieser war schwer beeindruckt über unsere Leistungsbereitschaft, da er nicht erwartet hatte, dass wir schon jetzt die Munition bereitstellten (Zitat: Ich hatte noch nie so eine initiative Klasse)
Jeder Panzer bekam 160 Schuss. Eine Menge mit der man doch was anfangen konnte. Das Aufmunitionieren ging dann auch ziemlich schnell voran.  Und ich als Mun Chef war mächtig am rotieren, dass am Schluss auch alle genug Schüsse hatten.

Mittwoch: "Ja, es schiesst"
Nachdem wir aufmunitioniert hatten, assen wir in der Halle unser Morgenessen. (viel besser als in der Kaserne, da man kleine Confischäleli bekommt unter denen es auch Nutella und Honig hat ;-)).
Um 7:00 war Prontokontrolle und wir fuhren mit den Panzern an die 900 Meter Marke. Ich war als Richter beim Panzer UNO eingeteilt. Konnte also als erster Schiessen. Der Rest der Crew waren alles gute Leute. Also hatten wir einen riessen Spass auf unserem Panzer.
Die Waffen wurden geladen und nach einigen Systemfehler-Schiessen (macht man um die Waffe aufs Ziel zu richten) gings los mit der ersten Übung. 
Irgendwie kam es mir wie eine Mischung aus Kriegsspiel und Moorhuhn vor. (Jaja immer diese Gamer, keinen Bezug zur Realität mehr...).
Ab jetzt könnt ihr mich auch offiziell Lucky Luke oder so nennen. Ich traf ziemlich gut. Und schoss den anderen Panzern sogar ihre Ziele weg, da sie nicht trafen (war aber erlaubt, das nennt sich dann Feuerunterstützung :)
Den ganzen Tag wechselten wir uns beim Schiessen ab. Und es gab nur einmal einige komplikationen, als sich ein Schuss festgebrannt hatte und wir mit dem grossen Werkzeug und mit der Unterstützung unseres Instruktors die Patrone wieder rauswürgen mussten. 
Am Nachmittag absolvierten wir dann die ersten Übung aus dem fahrenden Panzer. Ziel war es aus einer Lauerstellung (mit dem schönen Namen LAURA) an den Damm der 900 Metermarke zu fahren (Name DACHS) und dort alle Ziele zu bekämpfen und anschliessend wieder zurück in die LAURA zu fahren. 
So standen fünf Panzer da und warteten sehnsüchtig auf den Befehl: "An alle Bivio Dachs, Beobachtungshalt, marsch" 
Der Fahrer drückt auf die Tube, hält sanft am Damm vorne und dann kommen schon die Ziele rauf. 
Kommandant: "Schützenpanzer, 11 Uhr"
Richter: "Erkannt, Feuer, Treffer"
Kommandant: "Infantrieziel 1 Uhr"
Richter: "Erkannt, Feuer, Treffer"
Kommandant: "Fahrer Rückwärts marsch LAURA"
Und der Fahrer braust vollgas Rückwärts zurück in die LAURA.

Ein wirklich erfolgreicher Tag, der sehr viel Spass gemacht hatte. Ich selbst konnte ca. 40 Schuss verschiessen.
Da war es uns auch egal, dass wir bis 22:00 die Panzer putzten und die Munition etc. wieder versorgen mussten. Der Tag war gelungen!

Freitag: Roiplen und FASPA
Am Freitag war dann ein leichtes Programm dazu da uns wieder etwas zu erholen. Zuerst mussten wir wieder mal in den Fahrsimulator. Leider machte mir das ganze nicht so ein grosser Spass. Da ich etwa 5 bis 7 mal einen "Unfall" produzierte. Ich sei anscheinend zu schnell über ein Hindernis gefahren. Tja nicht so schlimm. Aber mit der Zeit nervte es schon die ganze Zeit mich wieder neu anzumelden...
Da wir beim Roiplen (Ablegen und wieder Aufziehen der Raupe) noch etwas schwachbrüstig waren. Konnten wir dass an diesem Morgen noch einmal üben. Es ging alles ziemlich glatt. Und wir hatten die Raupe im nu wieder aufgezogen. 
Am Nachmittag hätten wir dann Taktikausbildung gehabt (was mich eigentlich brennend interessiert hätte!) doch ich hatte Urlaub und konnte darum schon um 14:15 mich von der Truppe entfernen :-) 

Hier noch einige Bilder (obwohl man das glaube ich nicht mehr darf)


Soldat super Cool (mit der krassen Militärsonnenbrille)

Die Aussicht vom Richterplatz

Ein müder Richter am Morgen

An der 900 Meter marke


Pänngggg

Samstag, 26. Januar 2008

Woche 4 UOS: Endlich schiesst der Panzer

Kaderbeurteilung Zwo: Kein Gewissen das mich trübt.
Am Montag gings schon wieder Vollgas weiter mit den Offiziersanwärter Prüfungen. Heute stand die Kaderbeurteilung 2 auf dem Plan, ein Tag im Rekrutierungscenter Sumiswald.
Schon ziemlich früh am Morgen, standen wir also im Ausgänger bereit für die Verschiebung mit dem Duro. 
Nach ca einer Stunde Fahrt kamen wir dann ins Sumiswald an, wo wir ziemlich unfreundlich begrüsst wurden:"Wo isch de Chef vo dem Sauhuufe." Dann wurden uns die sehr attraktiven Psychologinnen vorgestellt welche uns durch den Tag begleiten würden.
Zuerst mussten wir eine kleine Präsentation vorbereiten, ich musste eine Präsentation machen über das 10-Jährige Jubiläum des Billiard Club Hintergümligen...
Nachher ist die Geschichte eigentlich schnell erzählt. Es gab etwa 10000 Fragen am Computer über die Persönlichkeit, die Intelligenz und über die Konzentrationsfähigkeit.
Das Resümee des ganzen war aber immer das spannendste, würden sie mich trotzdem nehmen, obwohl ich beim Nationalstolz "eher nicht" angekreuzt habe ;-)
Die nette Psychologin erzählte mir dann so einiges über meine Persönlichkeit aus dem Nähkästchen. Ich sei selbstkritisch, intelligent, könne gut vor Leuten und habe kein Gewissen. WAS? Kein Gewissen? Soso wie hab ich wohl wieder angestellt, dass ich als nicht Gewissenhaft da stehe.
Der Duro welcher uns abholen sollte hatte leider etwas Verspätung, so mussten wir unsere Zeit im Rekrutierungszentrum mit PlayStation gamen verbringen und kamen leider direkt auf den Ausgang wieder. Schade Schade ;-)

MG: Feuerbereit!
Da wir am Freitag das erste mal mit den Panzer schiessen wollten, waren unsere Instr diese Woche sehr davon besessen, alles doppelt bis dreifach zu üben. Bis wir den Drill intus hatten. Heute stand das Maschinengewehr an der Reihe. Wir mussten ca. 1 Stunde lang das MG laden, entladen, Feuerbereitschaft erstellen, Lauf- und Verschlusswechsel machen. 
Das wird mit der Zeit ziemlich langweilig und so fing ich an alle Kommandos welche man schreien muss, auf Französisch wieder zu geben. 
Plötzlich stand der Instr neben mir und sagte mir sehr bestimmt: "Gopfertelli Rüegg, was soll das? Machen sie e gefällig richtig. Das intressiert doch kein Schwein ob die das auch auf Deutsch können. Der Roman wird sie auch verstehen wenn sie es auf Deutsch sagen, der sieht ja auch was sie am machen sind. Oder haben sie das Gefühl, dass irgend ein Roman sich dazu bewegen würde nur ein Kommando auf Deutsch zu sagen?" 
In genau dieser Sekunde schrie der Roman neben mir aus volle Inbrunst: "WAFFE GELADEN"
Der Instr lief kopfschüttelnd weg :-D 
Zwischenbewertung: Wo bleibt ihr Soldatenstolz Rüegg?
Am Mittwoch stand neben dem Arbeiten an der 30mm Kanone auch die Zwischenbewertungen an. Dabei sprach der Klassenlehrer auch gleich seine Empfehlung für das Weitermachen als Offizier aus. Gespannt sass ich also an das kleine Tischlein vor unseren Klassenlehrer. Er sah mich an und sagte mir, das er sehr zufrieden mit mir sei, ich Arbeite gut mit (auch wenn meine Stärke mehr in der Theorie lagen) aber auch im praktischen sei ich mehr als genügend. NUR gopfertelli Rüegg ihre soldatische Haltung...
Ich solle mehr Stolz zeigen, darf nicht mehr während einer Theorie gähnen und mich auch sonst immer mehr mit der Brust raus bewegen. Dann werd ich wohl ein bisschen üben und ständig meine muskulöse Hühnerbrust in die Luft strecken.

Footing reloaded: Sie konnten es nicht lassen
Dachten wir doch, dass wir die Footings nun endlich hinter uns hatten, waren wir nicht wenig überrascht als der Klassenlehrer das Programm umstellte und uns am Dienstag Abend mit einem kleinen Footing überraschte. Hauptdarsteller waren dabei sicherlich wieder die Zahnstocher-Baumstämme welche wir in 5er Gruppen über die Panzerpiste schleppen durften. Zwischendurch gabs noch eine Erfrischung: ein Bad in einem Schlammloch...
Durch die Moorlandschaft trugen wir die Baumstämme auf den Hamburger-Hill von dort oben warfen wir die Stämme runter. Leider hat wohl ein Roman vergessen den Baumstamm auch los zu lassen und flog zusammen mit dem Baumstamm ins Tal. Doch zum Glück hatte er nur eine leichte Hirnerschütterung.
So verbringen also Anwärter ihren Dienstag Abend...

Ausgang: Schuhe putzt man im Tenu C
Am Mittwoch hatten wir FAK-Ausgang. Also war es klar, dass alle möglichst pingelig ihr Zimmer aufräumten. Doch als wir dann auf dem HV-Platz standen kam der Schock. Der Feldi kam und meinte, dass sehr viele Schuhe nicht geputzt seien und wir dies darum noch nachholen müssten. 
Zum Schluss meinte er noch. Schuhe werden aber nicht im Ausgänger sondern in den Arbeitsklamotten geputzt... Also musste ca. die halbe Kompanie sich noch umziehen gehen... Nei nei, dass ist aber keine Kollektivstrafe sondern wir lernen hier wie man Schuhe richtig putzt....

Romantischer Frühsport
Am Donnerstag Morgen, stand Frühsport auf dem Programm. Viele von uns konnten sich noch knapp an die öden Joggingrunden um die Hallen während unserer Zeit in der RS erinnern. Die Motivation war darum sehr sehr gross als uns der Wecker um 4:45 aus den Federn holte. Zusammen mit unserem Klassenlehrer joggten wir dann einmal um die kleine Panzerpiste und noch ein bisschen durch Thun. Das Panorama bei dieser klaren fast Vollmond war genial. Das lässt einem fast die Knieschmerzen vergessen.

Ein Leutnant mit Minderwertigkeitskomplex
Als wir so am Donnerstag-Abend vor der Halle standen um in die Dufour zurück zu verschieben, kam uns so ein Leutnant der PzGren Gefechtskompanie entgegen. Irgendwie hat der erste man versifft im eine Gefechtsmeldung zu machen, darum war er schon mal angepisst: "Macht man bei den Besatzern keine Gefechtsmeldung. Und das sollen Grenadiere sein? Und bei den Grenadieren hat man die Hände auch nicht in den Jackentaschen. Sie wollen ein zukünftiges Kader sein."
Natürlich dachten alle von uns an ein gewisses Loch das mit A anfängt. Als der Typ weg war kam dann plötzlich unser Instr raus und stand vor uns hin:"Hören sie mal, was fällt ihnen eigentlich ein. Sie lassen sich doch sicher nicht von irgend so einem Idioten ans Bein pinkeln welcher nicht mal selber das Perret auf hat und noch eine Zigarette raucht. Ausserdem hat der Idiot einfach auf unserem Hallenplatz seinen Scheiss geübt ohne uns zu Fragen. Das nächste mal wenn der wieder kommt waschen sie ihm die Kappe. Der muss nicht meinen nur weil er jetzt einen Strich auf dem Tenu hat könne er da den Macker raushängen."
HEHE

Schiessen oder Verschiessen?
Der Freitag trat ich mit sehr gemischten Gefühlen an. Zum einen stand das schiessen mit den Schüpas an zum andern mein Vortrag vor dem Oberst Leutant im Generalstab... Dieser wird über meinen Vorschlag für die OS entscheiden.
Am Morgen konnten wir aber zuerst Schiessen. Und ja es schoss. Mit allen Panzern. Und sogar ich durfte 5 Schuss an den Zielhang schmettern. 4 von 5 trafen ins Ziel. :-)
Doch am Nachmittag war der Vortrag an der Reihe. Wie in Trance verschoben wir 5 Anwärter mit dem Puch ins Schulkommando. Dort angekommen gings auch schon gleich los. Ich blabberte meine einstudierten Worte runter und erfüllte die 3 vorgegebenen Minuten auf die Sekunde genau... 
Zurück war ich schon um einiges erleichtert jetzt gings endlich ins lange Wochenende. Oder doch nicht?

Übung übers Wochenende...
Der Schuko wollte uns noch sehen vor dem langen Wochenende. Nur 5 Minuten, wurde uns mitgeteilt. Also standen wir da auf dem Platz und warteten. Dann kam er: "Das ganze halt. Kompanie daher. Der Wochenendurlaub ist gestrichen wir beginnen sofort mit der Übung selecta..." 
Mir fuhr es kalt durch den ganzen Körper. Wie erstarrt standen 140 Soldaten auf dem Platz.
"Ach war doch nur Spass! Ich wollte sie nur Informieren, dass die Selektionsphase nun endgültig beendet ist. Ich gratulieren ihnen." Phuuuu....

Samstag, 19. Januar 2008

Woche 3 UOS: Letztes Footing diese Woche...

Prüfungswut reloaded: Start in die Woche

Kaum in die neue Woche gestartet, hagelt es auch schon wieder eine neue Prüfung ins Haus. Dieses mal über das Chassis des Panzers. Leider wurden wir nicht über die Prüfung informiert... Darum war ich auch dementsprechend schlecht. Tja, ist ja auch nicht allzu wild, wer will schon am Montag in den Ausgang. Läuft ja sowieso nix ;-)

Trotzdem ist es mit der Zeit ziemlich ätzend, wenn man fast jeden Tag eine Prüfung hat. Da geht ja unsere Stunde am Mittag anstatt fürs Schlafen fürs Lernen drauf und das darf doch nicht sein.

 

Schiessausbildung: Schützen LAAAADEEENNN

Diese Woche hatte ich die Ehre auch mal eine Schiessübung zu leiten. Das hörte sich dann etwa so an: 

Toby: „Schützen für einmal drei Schuss auf Scheibe T Schiessstellung Kniend ohne Zeitlimite... VORBEREITEN.... BEREIITTTTT...... FFFFEEEEUUUUEEERRR!!!!“

PAMMM PAMMMM PAAADAAAABAMMM PAMMMMM

Toby:“HAAAAAAAALLLTTT, SICHERNNNN... Patroulienstellung...“

Und schon wars fast vorbei. Macht also noch Spass so eine Übung zu Leiten nur das sporadische Überschlagen meiner Stimme wenn ich voller Inbrunst schreie muss ich noch irgendwie in den Griff kriegen.

Fachausbildung Kanone: Scharfe Sache

Also wenn es etwas an diesem Panzer zu bemängeln gibt, dann ist es der Aus- und Einbau der Waffe. Die meisten Kanten sind nicht gebrochen, ohne Arbeitshandschuhe würde man sich ziemlich schnell einen Finger abschneiden.
Auch sonst ist der Waffenausbau eher "unbequem" die DGZ (Doppel Gurten Zufuhr) ist ziemlich unhandlich, diese muss abgenommen werden und durch den Mannschaftsraum rausgenommen werden. Das Gewicht dieser macht es auch nicht gerade einfacher. Doch einmal drausen, kommt schon das Nächste, das Waffengehäuse. Ein ziemlich grosser Stahlblock... Schwer wie Sau. Der muss irgendwie hinunter gehievt werden. 
Eine Auflockerung war dann der Wettbewerb, wer den Verschluss zuerst auseinander und wieder zusammengesetzt hatte. Ich brachte es auf 58 Sekunden. Pas mal. 

Schultag: Das ganze HHHHAAAALLLT

Der Schultag begann mit einer Stunde schlafen, ähh Selbststudium. Danacht hatten wir einen Vortrag vom Chef PPD (Psychologischer Irgendwas Dienst) uns wurde einwenig über die Tätigkeit des Führers erzählt und welche Fehler man als Führer machen kann. Idiotische Sachen wie aus einer dreckigen Pfütze trinken oder sich das Berret Abzeichen in die Hand hauen zu lassen seien also totaler Schwachsinn. Man muss sich mehr als Erwachsenenbildner sehen. Ein guter Punkt, das sollten sich doch einige hinter die Ohren schreiben.

Wie putzt man ein Gewehr richtig? Wusstet ihr, dass man eine Laufbürste nach 6-facher Anwendung auswechseln muss? All diese Fragen wurden uns von einem Adjutanten der wahrscheinlich doppelt bis dreifach so schwer wie ich bin. erklärt. Eine sehr unterhaltsame Stunde, denn er wusste uns, das eher trockene Thema, sehr abwechslungsreich und mit sehr viel Witz zu verklickern.

Danach gings weiter. Der Chef der UOS empfing uns auf dem HV Platz und schrie laut:"Das Ganze halt, Kompanie Daher. Änderung des Tagesbefehls." Schon zogen bei mir Schreckensbilder von einer sinnlosen Figgerübung vor den Augen durch. Und so sah es am Anfang auch aus. Sturmgewehr, GT, etc. packen und sich mit den Fahrrädern vor der Halle D bereithalten.

Ein riessen Ameisenhaufen setzte sich in Bewegung, alle versuchten ihr Material zusammen zu sammeln und so kam es auch, dass fast alle zu spät zur Befehlsausgabe kamen. Das passte dem Oberst Leutnant natürlich gar nicht. Und er erklärte uns (wie immer) extrem ausführlich wieso Zeit der wichtigste Faktor sei. Anschliessend verschoben wir mit dem Velo auf Steffisburg (natürlich nicht alle, denn die Weicheier von Stäblern und Leobuebe hatten ja gar keine Velos). Dort wurden wir in Gruppen aufgeteilt und mussten eine Sicherungsaufgaben präsentieren. Für unsere Gruppe hiess es die Kontrolle von Motorfahrzeugen vorzubereiten. Die anderen bereiteten Checkpoints, Beobachtungsposten und Patrouillen vor. Das ganze war dann leider nicht allzu spannend, da man keine Zeit hatte, selbst die verschiedenen Posten auszuprobieren, sondern man begnügte sich mit der Präsentation. Die teils auch sehr dürftig war.
 Witzig war aber, dass alle Präsentationen auf Französisch sein mussten.(Damit die Romans auch mal einen Vorteil hatten), Das klappte ziemlich gut bis auf die Gefechtler, konnten alle ihre Präsentationen auf Französisch halten. Aber Gefechtler sind auch dazu da zu kämpfen und zu sterben und nicht um Französisch zu sprechen... 

Da Capo 2: Break the Da Capo Code

Am Mittwoch Abend, stand nicht wie erhofft der FAK-Ausgang an. Sondern für alle Offiziers-Anwärter Da Capo DUE. Eine Art von Intelligenz-Test. Zuerst musste abere eine Vieraden Übung gelöst werden. Man musste in kurzer Zeit herausfinden: 1. Wieviel Türen das MunMag hat, 2. Wie viele Tore die Hüsihalle hat und 3. Wie viele Parkplätze vor der Turnhalle mit Verwaltung angeschrieben sind. Da wir alle Zusammenarbeiten konnten, wurde diese Übung ziemlich schnell gelöst.

Danach gings in den Theoriesaal, dort warteten drei Tests auf uns: Politik, Denksport und Ölplattform. Der Politiktest handelte vom Bundesrat, Nationalrat, etc. war also nicht allzu schwer. Bei der Denksportaufgabe gings schon mehr zur Sache! Ein Logical. Also im Stil von: Der Schweizer trinkt Milch, Der Fussballer hat eine Rote Mütze, Der Teetrinker eine Katze, Wer fährt den Grünen Porsche? Nach einigem zögern habe ich eine annehmbare Antwort gefunden... 

Der absolute Hammer war jedoch die Ölplattform. Folgende Situation: Ich bin Chef einer Ölplattform, diese bekommt ein Leck und verliert 25000 Dollar pro Stunde. Ziel ist es die Ölplattform möglichst schnell und mit möglichst kleinem Kostenaufwand zur Reparieren.

Reparieren können dieses Loch nur 3 Ingenieure welche sich an einer rauschenden Firmenparty befinden, die Ersatzteile befinden sich 150km im Landesinneren, bei der Arbeitercrew steht ein Schichtwechsel an, Eine Presseführung war für diesen Tag geplant, das Loch sieht ganz nach Sabotage aus, Umweltaktivisten haben sich vor dem Firmensitz versammelt und ein Sturm zieht am Nachmittag auf. Zur Verfügung hatte man diverse Mittel: Helikopter, Cessna, Sportfahrzeug, Lastwagen, Schnellboot, Kutter, etc. Wobei zu beachten war, dass jedes Gefährt verschiedene Geschwindigkeiten, Ladegewicht und Kosten hatte. Ausserdem konnten einige Fahrzeuge während des Sturmes nicht eingesetzt werden....

Eine ziemliche Informationsflut also. Platz hatte man eine A3 Seite... Für einige war dies schon zu viel und sie gaben auf. Ich machte mich an die Arbeit, schrieb die Ausgangslage auf, machte ein Konzept, Berechnete gewisse Faktoren und machte ein Diagramm sowie Sofortmassnahmen. Leider entdeckte ich 5 Minuten vor Schluss, dass ich einen gröberen Berechnungsfehler gemacht hatte... Tja konnte man nicht mehr ändern.

Aus Frust gingen wir dann anschliessend 20 Chicken Wings und ein Picher Bier bei Hooters trinken. Das löste so manche Sorgen auf.  

Sim-Piste: Born to be wild

Ein absoluter Höhepunkt der Woche war aber das Fahren auf der SIM-Piste. Mit geschlossener Luke und mit der Erlaubnis das zu tun was man will gings los. Vollgas Vorwärts, Vollgas Rückwärts (immerhin ca. 30km/h) mit Rückfahrkamera, Ortslenkungen und das Beste! Eine Vollbremsung (so das es den Panzer auf die vordersten Laufräder aufstellt) in der RS war das streng verboten. Doch hier wird ja auch der Extremfall geübt. Wirklich ein grosser Spass. Einziger Wehrmutstropfen war, dass ich nie auf den Commander-Platz durfte, da mein Commander seine Fahrerprüfung nicht bestanden hatte und somit nicht fahren konnte.

Fachausbildung: Panzerabschleppen – Stotter Stotter Bruuuumm Bruuummmm

Die zweite Wochenhälfte bestand hauptsächlich aus Fachausbildung. Unter anderem konnten wir einen Panzer anschleppen und ihn Überbrücken. Schon noch eindrücklich welche Kraft so ein Panzer hat.

Auch die Nebelwerfer durften wir montieren. Und uns wurde versprochen, dass wir bald mal auch eine Zünden dürfen. Freue mich schon aufs Kommando. Retorno, Retorno, Rally Treffpunkt 72, Nebel 3,2,1 Top...

Footing: Klappe die letzte...

Das letzte Footing während unserer Unteroffiziersschule fand am Donnerstagabend statt. Diesmal war es keine Gruppenleistung die uns ans Ziel brachte, sondern jeder für sich (Was mich einwenig demotivierte, da man in der Gruppe ein viel grösseres Erlebnis hat). Es galt also 2400 Meter auf der Rundbahn zu rennen. Danach die Kampfstiefel montieren und zur Hindernisbahn und zurück rennen. Jeder packte dann sein Velo und radelte einmal um die Panzerpiste. Zum krönenden Abschluss konnten wir noch einmal zur Hindernisbahn rennen. Um das ganze abzurunden, schrieben wir noch einen Test über das letzte FUM Modul. Nicht wirklich ein spezielles Footing, aber müde war man trotzdem am Schluss.

Wochenrückblick: Ach die armen Stäbler

An der Kompanieaussprache. Waren die Stäbler wieder mal die Unterhaltung pur. Die armen bemängelten das sie am Mittwoch nur Johnny zu essen bekamen. Machen wir also alle eine Dose Mitleid auf. Denn sie mussten schon in Woche zwei grausam leiden, als sie eine Stunde mit der Kompanie in der Kälte stehen mussten und beim AV drei mal hin und her gerannt sind.

Feldi: Fröhliche Abendunterhaltung

Ja als wir gemütlich von der Kompanieaussprache zurück kamen wartete der Feldweibel schon sehnsüchtig auf uns. Er habe eine Zimmerinspektion durchegeführt und kein Zimmer habe bestanden. Darum werde das jetzt geübt. 

Wir konnten also alles unser Material auf den HV-Platz tragen (der Gütige hat uns aber erlaubt das  Mobiliar im Zimmer stehen zu lassen). Nachdem wir dann alle unser Zeugs unten hatten (Ein super intelligenter Gefechtler warf sein Schlafsack aus dem Fenster direkt aufs Pavillondach. Zum Glück haben die eine Häuserkampfausbildung, also konnten sie ihn auch gleich wieder fachmännisch runterholen.

Der absolute Lacher war aber ein Anwärter der Aufklärer. Dieser lief die ganze Übung lang mit einer Spiderman Maske rum. Als es der Feldi bemerkte kam es zu einer sehr witzige Unterhaltung:

Feldi:"Gopferteli, spinned sie eigentli, jetzt ziehnt sie sofort die scheiss Maske ab!"

Aufklärer:"Wenn mir Glück hend wird Gott eus beidne helfe!"

Feldi (etwas verwirrt):"Jetzt ziehnt sie die Maske sofort ab!"

Aufklärer:"Wieso?"

Feldi:"Wills i keim Reglement staht, das mer mit somene Ding dörf umelaufe!"

Aufklärer:"Es staht au i keim Reglement das Kollektivstrafe erlaubt sind."

Feldi:"Das isch kei Kollektivstraf. Sie sind nöd fähig Zimmerordnig zerstelle und jetzt düemmer das zeme Üebe."

Aufklärer:"Ja aber sie, ich mach mini Zimmerordnig immer korrekt, und fühl mi voll ungrecht behandlet."

Feldi:"Ohh sie Arme. Den schriebed sie doch en 6.5er wenns ene nöd passt."

Aufklärer:"Nei er fändi da verhalte eifach denebet."

Halbe Kompanie:"Schnauze, schrieb din 6.5er"

ENDE

Sonntag, 13. Januar 2008

Woche 2 UOS: Meine Herren, das ist ja fürchterlich, HAAA!

Unser neuer Klassenlehrer: Ein Gelächter für die Welt
Nachdem unser Klassenlehrer in der ersten UOS Woche in den Ferien war, lernten wir ihn an diesem Montag kennen. Er, 41 und war bei den Radfahrern. Der ist mit 41 immer noch fitter als die meissten von uns. 
Seine Ausdrucksweise lässt sich leider nur schwer auf eine schriftliche Ebene bringen. Aber trotzdem ist es sehr witzig im zuzuhören, da er doch ein sehr lauter und kräftiges Lachen hat welches er auch gerne einsetzt. Ansonsten ist er extrem kompetent und weiss wie er den Stoff rüberbringen muss. Und Sprüche mit voller Inbrunst aus seinem Mund wie: "Rüüüeeggg sie sind eine Rakete" oder "Also das ist ja füüüürchterlich, HAAA" sind wirklich immer sehr witzig.

Führungsausbildung unteres Milizkader: Toby der Initiative
Diese Woche hatten wir das erste Mal FUM (Führungsausbildung unteres Milizkader) auf dem Tagesplan stand irgendwas von Selbsterkennung. Dabei wurde uns das DISC Model vorgestellt. Beim DISC Modell wird anhand von ca 100 Fragen ermittelt was man selber für ein Typ ist (Dominant, Initiativ, Stetig, Gewissenhaft). 
Ich selbst gehöre zu den Initiativen Typen. Vertrage es also gar nicht, wenn ich keine Zuneigung oder sogar Ablehnung bekomme. Dafür reisse ich gerne Sachen an, kann Leute mitreissen und habe auch Spass bei der Arbeit.
War also doch sehr spannend zu sehen, was einem so ein DISC Modell über sich selbst erzählt. 

Sturmgewehrausbildung: Immer und immer wieder...
Am Montag Morgen verschoben wir zuerst mit den Fahrrädern in den Auwald um unsere Schiessausbildung etwas voran zu treiben, dabei stand vor allem das Leiten einer Schiessübeung auf dem Programm. Immer ein Anwärter musste also das Schiessprogramm durchgeben und es anschliessend leiten.
Was mit der Zeit etwas langweilig wurde, da man ca 4 Mal das gleiche Programm schoss. Aber dafür war die Scheibe dann auch ziemlich kaputt geschossen :-)

Höheres Kader = Tenu Schlampe
Wenn ihr irgendwo schlechte Beispiele für ein Tenu suchen wollt müsst ihr also nicht zu den Sanitätstruppen oder zu den Stäbler gehen. Es reicht wenn ihr ins Schulkommando geht und dort die Herren Oberst Leutnant etc. anschaut. Eine sehr witzige Angelegenheit, wenn uns ein Oberst eine  Theorie über das militärische Verhalten hat und dann selbst mit offener Jacke etc. da steht :-)

Ausbildung auf Stufe Schule: Ja wie jetzt?
Am Mittwoch hatten wir Ausbildung auf Stufe Schule. Dabei stand der Wachdienst auf dem Programm. Unser Kadi begrüsste uns und erzählte uns, dass er die neuen Weisungen aus dem Blick erfahren habe und auf seine Nachfrage beim VBS wurden diese auch bestätigt... (Gute Informationspolitik). 
Also wurden wir neu mit geladenem und durchgeladenem Gewehr ausgebildet (Das ganze natürlich nur mit Trockenübungen). 
Jedoch war das ganze meiner Ansicht nach etwas enttäuschend, denn vieles das wir in der RS gelernt haben war anscheinend falsch und man merkte auch das es ziemlich grosse Unterschiede zwischen den verschiedenen Klassen gab. Trotzdem war es witzig, das Festnehmen von Leuten zu üben und auch die Durchsuchungen zu repetieren. Zum Schluss bin ich mir nun eifach nicht mehr sicher wie ich jemand festnehmen muss, da jeder wohl eine andere Meinung darüber hat. Aber für irgendwas gibts ja das Grundschulreglement, das wird mir sicher verraten wie ich es richtig mache.

Da Capo - Da macht kein Spass
Mittwoch Abend stand der FAK-Ausgang auf dem Plan. Also zogen wir uns um, richteten das Zimmer und stellten uns auf dem HV-Platz auf. Doch die Freude war nur von kurzer Dauer... Die Offiziersanwärter mussten heute ihre erste Übung absolvieren (Da Capo Uno) dabei wurde die physische Belastbarkeit geprüft. 
Also zurück und sich wieder in den TAZ stürzen. Einen kleinen Rucksack packen und los gehts. Zuerst 15 Kilometer in zwo Stunden rennen (wir machten das in 1:25), danach 90 Minuten Orientierungslauf (bei unser dauerte das ganze 120 Minuten) und dann durften wir wieder zurück rennen (1:40). Vor allem das Zurückrennen war für mich eine grosse Qual, da ich mir das Knie beim OL verrenkt habe. Und so nur humpelnd ans Ziel kam. Jedoch war es der grosse Aufwand wert. Am Schluss reichte es uns doch rechtzeitig ins Ziel. Um 2:00 Morgens lag ich todmüde in meinem Bett. Was für eine Nacht...

Footing light mit Spassfaktor
Da mein Knie wirklich ziemlich schmerzte, musste ich beim Footing (man erinnere sich an die Baumstammtragübung) nur teils mitmachen. Die kurzen Verschiebungen von Posten zu Posten konnte ich und einigen andere Of-Anwärter mit dem Puch machen. Die Posten waren dann ziemlich anstrengend: Hindernisbahn, Robben auf gefrorenem Boden (autsch), Baumstämme auf den Hamburger-Hill tragen, Baumstämme rumrollen und als absolute Krönung: In einer ca 20cm tiefen Pfütze robben (Diese musste zuerst aufgebrochen werden, da sie zugefroren war...) ziemlich witzig.
Am Schluss waren alle froh wieder zurück in der Halle zu sein und auch die ewigen: "Meine Herren, dass ist ja fürchterlich. Sie sind keine Grenadiere" konnte niemand demotivieren. Der Klassengeist wird immer besser.

Oh Canda - Ohhhh Helvetia
Nach diesen sehr anstrengenden Tagen schlenderte ich über den Hallenplatz und sang einwenig vor mich hin, was mir gerade so durch den Kopf ging. Zu meinem Leidwesen, war dies die kanadische Nationalhymne. Dies hörte ein Instruktor. Der rief mich auch prompt zu ihm ("Rüegg daher, Dai Dai"). Dann gings etwa so weiter: "Gopfertelli Rüegg, mir scheisseegal wenn sie jede verdammt Morge vor dSchwiizerfahne anestönd dSchwiizer Nationalhymne singed, en Psalm ufseged oder gege die wunderschöne Berge betet, aber die kanadisch Hymne willi nie meh ghöre. Da chönt sie au grad ihre Pimmel uspacke und so über de Waffeplatz innelaufe. Verstande?" Jawohl verstanden ;-)

Test, Test ahh und noch ein Test
Diese Woche war gespickt mit Tests. FUM Test, Anwärter Test, Test übers Panzer Chassis und ein Test über den Turm. Schlimmer als in der Schule, natürlich alles inkl. Nachsitzen wenn man nicht genügte. Aber zum Glück konnte ich überall mindestens bestehen. Phuuuu... 
Hinausheben will ich da nur der Chassis-Test. Unser Instruktor wusste genau wie er uns verwirren konnte
Er: "Rüegg, wo ist der Betriebsstundenzähler Motor"
Ich: "Da unten im Loch"
Er: "Sicher?"
Ich: "Jawohl, sicher?"
Er: "Ja aber für was ist denn der da auf der linken Seite?"
Ich: "Für das Getriebe!"
Er: "Sind sie da wirklich sicher?"
Ich: "Ähh, ja"
Er: "Ja aber schauen sie mal genau hin, wo gehen die Kabel hin?"
Ich: "Die Kabel... die gehen doch ans Getriebe? Das stimmt doch also"
Er: "Naja wenn sie sich sicher sind, dann soll ich das so aufschreiben?"
Ich: "Ja ich bin mir sicher!"
Er: "Gut, die antwort stimmt nämlich so"

Summa Summarum
Zum Schluss kann man wohl sagen, dass der Hunger beim Essen kommt. Die Unteroffiziersschule ist eine sehr spannende Sache und alle die Zeit dafür haben, kann ich es nur empfehlen. Die Ausbildung ist sehr professionell und auch der Teamgeist und die allgemeine Stimmung erlebe ich sehr positiv. Auch kann man sich mal einen Spass erlauben und die Instruktoren beenden nicht jeder Witz mit einem: "Gopfertelli Rüegg jetzt hebet sie mal ihres Muul oder sust setzts e Rundi um dHalle."
Für mich, als sehr kommunikative Person eine wirkliche wohltat. :-)

Donnerstag, 3. Januar 2008

Sendepause...

Zwei Wochen konnte ich meine Ferien geniessen.

Doch schon bald gehts wieder zurück und ab dem 6. Januar bin ich zurück in Thun. Natürlich mit Brandheissen News :D

Montag, 24. Dezember 2007

Woche 1 UOS: Geh doch, zu Hause...

h/Die erste Woche nach dem Wechsel in die Unteroffiziersschule ist vorüber. Das süsse Rekrutenleben ist definitiv vorbei und wie unser Instruktor es so kräftig zu betiteln weiss, wurden wir einige Mal ganz schön gebürstet...

Instruktoren: Der Unterschied zwischen Neger und Schwulen
Am Montag lernten wir unsere neuen Instruktoren kennen. Der Ausdruck Hart aber Fair trifft wohl ziemlich passend auf sie zu. Die Ausbildung bei ihnen ist stehts sehr fordernd, sie belohnen einem aber auch wenn man gut Arbeitet.
Auch die Sprüche (auch militär Jargon genannt) werden härter. So stellte der Instr treffend fest: "Ich mache keine Unterschiede zwischen Schwulen und Neger"... Natürlich lässt sich dieser Satz relativ frei interpretieren. Man findet wohl auch Leute die ihn als Rassisten bezeichnen würden. Ausdrucken wollte er aber damit nur, dass es bei ihm nicht draufankommt wer man ist, Hauptsache man bringt die Leistung.
Der Stolz der Grenadiere
Nach dieser Woche, ist es mir endlich gelungen den Stolz der Grenadiere mittels einer einfachen Rechnung festzuhalten. Diese lautet: 1/Haarlänge in Millimeter im Quadrat. Stolze Grenadiere weisen hier einen Wert von 1 aus.
So scheint es auf jeden fall. Ich mit meinen sehr langen Haaren (nach neusten Messungen ca 5cm lang) bin also das grosse Gegenteil eines Grenadiers.
Da nützt es auch nicht, dass ich Top-Besatzer bin oder in den Tests immer gut abschneide. Auch meine stetige Aufmerksamkeit wird nicht mit dem titel grenadierisch belohnt. Den ich bin und bleibe wohl ein Hippie.
Man vermutet auch schon das ich zum Anderen Ufer übergelaufen bin. Zitat Instr: "Ich verstehe das schon, dass sie lange Haare haben, denn es gibt ja drei Arten Menschen die lange Haare haben dürfen: Schwule, Frauen und Piraten. Und mit dem Schiff sind sie ja nicht gekommen."

Die Gnade Gottes
Ein goldi von Spruch rutschte auch am Dienstag dem Instruktor über seine Lippen: "Wenn sie diesen Schlüssel verlieren, dann gnade ihnen Gott. Und sie können sicher sein, dass ist der Einzige der Gnade haben wird."
Was tun nun all die armen Atheisten? Sind sie beim verlieren des Schlüssels Schutzlos? Oder fallen diese unter ein anderes Gesetz. Ich hoffe auf jedenfall das mir der genannte Schlüssel nicht abhanden kommt. Denn in diesem Fall könnte alleine die Gnade Gottes nicht ausreichend sein ;-)

Chef Munition - Hier!
In der UO will man die Anwärter zur Selbständigkeit erziehen, deshalb wurden alle Chargen verteilt. Ich wurde zum Chef Munition befördert. Ab jetzt bin ich Meister über 1500 30mm UPats (Panzer), 5000 GP90 (Sturmgewehr), 10000 GP11 (Maschinengewehr) und einige Rakpistschüsse.
Eigentlich noch mutig, dieses Ämtlein einfach so nach Zufallsprinzip zu verteilen. Bei mir seh ich da kein Problem. Jedoch gibt es ja immer Spinner die denken sie können einiges an Munition nachhause nehmen. Hoffe mal, dass wird auch gut kontrolliert.
Das schöne an diesem Job hingegen war, dass ich beim Einräumen des Munitionsmagazins nur herumbefehlen durfte und nicht die vielen Kisten ins Magazin schleppen musste. Ach ist das Leben schön als Chef :-)

Übung Zündhölzli: Geh doch zu Hause...
Am Dienstag Abend stand auf dem Wocheplan Footing. Wenn man die Instruktoren fragte, meinten sie nur, das wir da mal richtig gebürstet werden.
Nach einem sehr feinen Znacht, verschoben wir also zur Halle C und dort warteten auch unsere Instruktoren mit drei ziemlich heftigen Baumstämmen auf uns.
Wir wurden in Gruppen aufgeteilt und fassten einen Baumstamm. Diesen durften wir nun den ganzen Abend mit schleppen. Zuerst mussten wir ihn einige Minuten über den Kopf halten. Danach verschoben wir im Laufschritt richtung Panzerpiste. Ich merkte schon relativ bald, dass in mir nicht die Kraft eines Zimmermanns oder eines Maurers steckt, sondern nur eines Informatikers. Ich litt brach teilweise fast zusammen doch irgendwie schaffte ich es doch immer noch mich oben zu halten.
Um uns noch Psychologisch zu schleifen, durften wir kein Wort sprechen und die Instruktoren unterhielten uns mit Sprüchen wie:"Geben sie doch auf, es hat keinen Zweck" oder "In der Rekrutenschule müssen sie so ein Scheiss nie machen, sagen sie es uns und im nu sind sie wieder zurück" oder "Gehen sie doch nach Hause wenn sie nicht mehr mögen, Schwächlinge brauchen wir nicht". Als wir ca 2500 Meter gerannt waren, konnten wir uns einigermassen erholen. Wir durften eine Pause machen welche aber aus Liegestützen und Rumpfbeugen bestand (Natürlich mit Baumstamm).
Um unsere Muskeln zu lockern konnten wir dann noch eine zweite Runde ohne Baumstamm rennen.
Der Clou kam ganz zum Schluss. Sie suchten drei Freiwillige. Da sich niemand meldete, nahmen sie unter anderem mich.
So durfte ich auf den Baumstamm klettern und die anderen 6 mussten mich auf dem Baumstamm zurück zur Halle schleppen. Meine Zeugungsfähigkeit ist seither sehr in Frage gestellt.
Wir waren alle sehr froh als die Übung überstanden war. Ein Rekrut hat während des Laufens auch seinen Znacht wieder von sich gegeben. Eine sehr spannende Erfahrung, so an seine Grenzen zu kommen! Doch müsste ich dies nicht jede Woche haben (ach man schaue auf den Wochenplan, nächste Woche wieder... ahh und in Woche drei nochmals... toll)

Trifit: Ach das ist doch nur neh Drohung
Alle gingen davon aus, dass der Trifit nur eine leere Drohung der Instruktoren war. Hatten wir doch fast alle Muskelkater von Vortag. Doch nix. Der Trifit fand statt. Sogar mit einer höheren Leistungsgrenze als normal. Wir mussten also alle mindestens 2600 Meter rennen. Keine einfache Sache, wenn man so an den vorherigen Abend denkt. Doch wir schafften es alle und unser Instruktor war sehr zufrieden mit uns. Angetrieben hat uns wohl auch, dass wir zusammen mit den Gefechtlern auf der Rennpiste waren und unser erklärtes Ziel war es, dass keiner unserer Klasse als letztes durchs Ziel kommt.

Funk: Ahh soooo geht das...
Diese Woche hatten wir wieder mal Ausbildung am Funk. Und siehe da, alle verstanden es. Das sonst so bockig daher kommende Funkgerät funktionierte plötzlich. Könnte es sein, dass das Problem wirklich meisstens zwischen den Kopfhörern liegt? Meiner Meinung nach ein klares JA.
So konnten wir ohne Probleme verschiedenste Netze laden und von Panzer zu Panzer funken.
Die Ausbildung machte richtigen Spass. Es ist wirklich spannend mit Instruktoren zu arbeiten die ihre Arbeit wirklich verstehen!

Velo: Ja wo ist den der Motor geblieben

Ich muss gestehen, dass diese Woche meine sportliche Seite sehr gefordert wurde. Fassten wir doch diese Woche auch unsere Fahrräder. Der Horror für mich, denn seit ich 14 Jahre alt bin, haben meine Fahrräder stehts einen Motor...
Aber da gab es kein rundherum kommen. Wir fassten unsere Räder und fuhren damit zum schiessen Richtung Auwald. Zum Glück eine relativ kurze Strecke, denn sowas liegt mir doch gar nicht. Werde wohl in der Ferien mal einwenig auf den Hometrainer sitzen und trampeln...

Schiessausbildung: Mr Lucky Luke
Nebst dem Schiessen mit dem Sturmgewehr, hatte diese Übung den Zweck, dass wir das Leiten einer Schiessübung kennen lernten. Da wir ganz am Anfang der Ausbildung standen, schossen wir das Einschiessprogramm ca. 3 mal.
Da mein Gewehr schon ziemlich gut eineschossen war, traff ich ziemlich gut. Wenigstens etwas das ich wirklich gut kann :-)

Offizier Anwärter: Na was für Ziele haben sie im Leben?
Bereits diese Woche fing die Suche nach neuen Offizieranwärter an. Da ich mich selbst dafür interessiere, ging ich an die Theorie. Dabei wurde einem sehr blumig beschrieben was es heisst die Possition eines Leutnants zu bekleiden.
Zum Schluss mussten wir einen Aufsatz schreiben zum Thema: Welche Ziele haben sie im Leben?
Ach wie gerne hätte ich die Aufsätze der Anderen gelesen... Ich selbst habe mich sehr im Theoretischen gehalten. Hauptpunkt war aber, dass ich durch mein Leben und Sein die Welt nicht schlechter oder sogar besser machen möchte. Mal schauen wie das bei den Hohen so ankommt. Ich bin gespannt.
Trotzdem, der Gedanke was die Anderen geschrieben haben geht mir nicht aus dem Kopf. Wieviele wollen viel Geld verdienen. Wieviele haben als Ziel ihres Lebens "Leutnant" geschrieben. Nimmt mich schon wunder. Aber das ist wohl eines der Geheimnisse die ich nie lüften werde.

Apero, Aarelauf und Adieu
Der Schluss der Woche war geprägt von As. Zuerst mussten wir, nach der Ausbildung am Funk, den kleinen Aarelauf rennen (6 Kilometer) ging ganz ok. Nachher wurden wir vom Oberst i Gst Jäggi empfangen zu einem Apero. Sogar ein Glas Wein gabs und Geschenke. Eine gemütliche Sache also. Und man fing es an zu geniesse, dass man Anwärter war. :-)
Am Samstag hiess es dann auch schon Adieu. Der einzige grosse Urlaub (ganze zwei Wochen :-)) stand an. Sehr kurz angebunden sagte unser Kadi: "Viel Spass im Urlaub bis am 6.Januar 23:30. Kompanie Achtung, Kompanie Ruuuhn"
Au revoir Kaserne, auf ein nicht alzubaldes Wiedersehen!

Sonntag, 16. Dezember 2007

Woche 7: Finale Wahrheit

Diese Woche stand ganz im Zeichen der Abschlussübung Finale Wahrheit. Mehrere Tests verteilt über die Woche wollten herausfinden, wie gut unsere Kenntnisse über die allgemeine Grundausbildung ist und wollte auch noch den besten Besatzer ermitteln. Natürlich hofften wir alle das der beste Besatzer ein Canale sein wird. Denn nur dies würde einem Elite Zug gerecht :-P

Highlight: Schiessen mit dem Panzer
Diese Woche waren nicht nur Prüfungen angesagt, sondern die Anwärter durften auch das erste Mal mit dem Panzer schiessen. Am Montag mussten wir also den ganzen Tag die Panzer parat machen, aufmunizionieren, Schiess PDs durchführen und einiges an Theorie büffeln. Ich hoffe mal schwer, dass im Krieg das ganze etwas schneller geht, denn wenn man einen Tag halben Tag für das Vorbereiten der Panzer hat wirds dann sicher etwas Eng ;-) 
Noch einige technische Infos zu unsere Schatzi-Spatzi-Panzer. Er hat eine 30mm Bushmaster Kanone, erste Bereitschaft sind 160 Schuss, die zweite 240. Ein MG51 ist auch an Bord. Dies fast bei der ersten Bereitschaft 500 Schuss.
Alles in allem gabs also einiges an Munition zusammenzuhängen und in den Panzer zu schaffen. Was man aber wirklich sieht, ist dass das Konzept des Panzers nicht wirklich durchgedacht ist. Die Aufmunitionierung ist eine eher komplizierte Sache. Sie kann nur in der Stellung 3 und 6 Uhr durchgeführt werden. Während dem Kampf würde das also heissen, dass sich der Turm des Panzers auf die Seite drehen müsste damit er Nachgeladen werden konnte. Ist jenachdem nicht von Vorteil wenn man einen Leo im Nacken hat :-)

Der 5 Minuten Lunch
Der Wochenanfang war ein relativ gestresster. Am Montagabend mussten wir die Panzer wieder putzen und für das Schiessen am Dienstag bereit machen. Dies dauerte leider wieder einige Stunden, somit hatten wir noch genau 10 Minuten fürs Nachtessen. Leider wurde meine Zeit noch zusätzlich auf 5 Minuten gekürzt, da ich die Sturmgewehre bewachen muss. Also in 5 Minuten reinrennen, Essen fassen (Die Betriebsoldaten haben es sichtlich genossen mich warten zu lassen) und dann reinstopfen. Es gab Leberwurst mit Teigwaren. Richtig fiess war, dass sie richtig lecker war. 
Naja, dann wieder rausspurten und die ganze Packung ergreifen. Zagg schon steht Rekrut Rüegg wieder bereit. Aber was hört man da für Worte aus dem Mund des Vorgesetzten. Laufschritt??? Ach wie ich mich freute. Die Leberwurst zirkulierte anschliessen mehrere Male zwischen meinem Mund und Magen. So konnte ich den feinen Geschmack der Leberwurst doch noch einwenig länger geniessen...
Anwärter sind bereit mehr zu leisten
Richtig gehört, dass sind wir und so wird es auch von den Vorgesetzten proklamiert
 Auch wenn man weitermachen muss. Dann ist man bereit dazu, ist ja klar. Leider hat mich bis jetzt noch keiner dazu gezwungen eine längere Mittagspause zu leisten oder nochmals 20 Schuss zu verbölleren. Haupsächlich sind wir bereit den Panzer nochmals zu putzen, nochmals alles zu kontrollieren und alle Strecken im Laufschritt zu machen. Doch Doch, wie toll ist es doch mehr leisten zu können und so seinem Vaterland zu dienen...

Querulant Rüegg?
Am Dienstag war Rekrut Rüegg nicht so sehr zwäg. Müde von Ausgang,  musste ich aber trotzdem mich an die Arbeit machen. Jedoch war ich anfangs noch sehr langsam und das passte einigen Obergefreiten, die wohl ein etwas härteren Ausgang als ich gehabt hatte, gar nicht. So wurde ich darauf hingewiesen, dass ich nicht dreinschwatzen soll und wenn ich was zu melden habe mich auch anmelden soll. Auch gefiel ihm gar nicht, dass ich meine Arbeit sitzend und nicht stehend ausführte. Obwohl es wohl genausoschnell wenn nicht schneller ging. Ja und als ich dann anstatt zu Arbeiten einem Kameraden der neu zu unserer Gruppe gestossen ist. Die Theorie noch erleuterte als irgendwelche Nebelwerfer zu montieren, platzte dem Obergefreiten der Kragen und ich durfte eine Runde um die Halle rennen. Der Rest des Morgens verhielt ich mich dann ganz still, war wohl zu viel Individualismus für einen Morgen ;-)

Schiessen mit den Panzern: Hallo UNO hören sie mich?
Am Nachmittag gings dann endlich ans Schiessen. Wir fuhren mit den Panzern an die 900 Meter marke und stellten unsere Panzer auf. Dann warteten wir auf die Befehle des Kommandanten. 
Diese kamen aber sehr spärlich durch, der Funk stürzte ca. 3 Mal ab und musste immer wieder neu geladen werden. Anschliessend machten noch ca. 2 MGs und eine Kanone Probleme (Hoffen wir mal, dass im Ernstfall das Ganze einwenig flotter klappt).
Ja und dann war es endlich soweit. Die ersten Schüsse verliessen unsere Rohr. Am Anfang war es für mich als Fahrer noch spektakulär zuzuschauen doch schon bald, vertiefte ich mich in andere Arbeiten. Ich konnte in den ca. 2 Stunden schiessen, einwenig schlafen, zwei Karten schreiben, mit Simi telefonieren und ein bisschen lesen. Schiessen ist also eine ziemlich coole Sache :-)

Theorietest: Funny Questions
Am Mittwoch Abend mussten wir dann die obligatorischen Theorien für den AGA Schlusstest schreiben. Genauergesagt drei: AGA Schusstest, Kameradenhilfe und Kriegsvölkerrecht.
Zuerst war ich einwenig beunruhigt, da ich die Theorie über das Kriegsvölkerrecht verpasst hatte (war am Schiessen). Doch als ich die Fragen lass war ich dann schon ziemlich beruhigt. Ein Beispiel: Darf man im Krieg plündern? A: Ja, denn im Krieg ist alles erlaubt; B: Ja, aber nur so viel, dass es für andere auch noch was hat; C: Nein
Die Kameradenhilfe war dann schon etwas schwieriger. Wir mussten wissen wie sich eine Atomexplosion anhört. Und leider kann ich mich nicht so gut an eine erinnern. Und auch einige Fragen über Nervengase waren eher schlecht geraten :-)
Der absolute Hammer war der AGA Schlusstest. Es war mehr ein allgemeiner "Intelligenztest" mit Matheaufgaben, Fragen zu Politik, Gesellschaft, Sport und Verhalten. Weiss jemand von euch welches der grösste Sportevent ist? New York Marathon oder Tour de France. 
Als ich mich beschwerte, dass die Fragestellung schlecht gestellt sei, bekam ich nur ein Rüffel vom Feldi... :-) Aber schliesslich ist gross ein Klar definierter Begriff und jeder Normalsterbliche weiss ob es sich dabei um Anzahl Teilnehmer, Besucher oder Finanzen geht...
Finale Wahrheit: Endlich da
Nachdem wir unsere Packungen ca. zwo Mal kontrolliert hatten, wurden wir unsanft um 5 Uhr geweckt und in die Halle verschoben. Dort wurden wir in Patrouillen aufgeteilt. In diesen verschoben wir dann OLartig zu verschiedenen Posten, bei welchen wir Aufgaben für die Wertung von Finale Wahrheit erledigen mussten.
Unsere Gruppe musste noch zusätzlich das KD-Box schiessen nachholen, welches die Anderen am Montag geschossen hatten während wir die Panzer aufmunitioniert hatten.
Also liefen wir Richtung Auwald, überholten einige Gruppen, damit wir nicht anstehen mussten bei diesem Posten. 
Zuerst stand das Riegeln (Laden/Entladen, etc.) auf dem Programm, plus Gewehr in 60 Sekunden auseinanderbauen und wieder zusammensetzen. Meine Leistungen waren nur sehr Mittelmässig, konnte das Gewehr nicht rechtzeitig Zusammenbauen. Gab aber trotzdem noch Teilpunkte.
Besser war ich beim schiessen, von 50 Punkten genau ein Fehlschuss. Tja, ich und mein Sturmgewehr sind halt schon gute Freunde :-)
Als zweiter Posten machten wir ABC. Dort mussten wir lediglich die Schuma uns in 10 Sekunden anziehen und dem Partner in 20. Ging eigentlich ganz gut. Nur dass ich halt kein Fan der Schuma bin :-)
Der letzte obligatorische Posten vor dem 300 Meter Schiessen war der SAN/ABC Posten. Es war eine Kombination aus beiden. Wir mussten also in BG2 einen Kampfbahn entlang rennen. Plötzlich gab es einen C-Alarm und wir mussten den Vollschutz erstellen. Ganz brutal wurde es dann für mich als mein Kamerad verletzt war und ich ihn bergen musste. Natürlich musste genau ich den 100 Kilo Mann erwischen... Ich schleppte ihn über den schlammigen Boden. Dabei ging ich fast drauf, die Schuma ist halt doch nicht so der absolute Hammer. 
Halb Tod durften wir sie dann endlich wieder abziehen und konnten uns wichtigeren Themen wie das Verbinden eines Patienten widmen. 
Doch die Zeit rannte uns davon und so durften wir ihr nachrennen. Im Eiltempo kamen wir liefen wir im Kampfkomplett zum Schiessstand.
Das 300m Schiessen erledigte ich dann mit Bravour. Ich erzielte 74 Punkt (72 werden für das Schiessabzeichen benötigt). 
Und schon war der ganze Postenlauf zu Ende. Wir machten eine kleine Pause, bis uns unser Zugführer zusammenrief und uns über die anschliessende Übung informierte.

Der kleine Marsch - die kalte Nacht - der überraschende Morgen
Wir mussten einiges an Material fassen (Restlichtverstärker, Schaufeln, Karten, etc.) und liefen los. Das Ziel war nur etwa 10km entfernt und darum nicht eine allzu grosse Herausforderung. In der nähe der Kander bezogen wir unser Lager in einem kleinen Wald. Dort stellten wir unser Biwak auf. 
Für alle Jungschar/Pfadi Profis, dabei handelt es sich um ein Firstzelt. Diese Art von Zelt hat den Vorteil, dass man am Morgen seinen Schlafsack ziemlich lange putzen darf, weil man die ganze Nacht im Sumpf lag. Aber das ist ja egal den wir machen ja gerne Schlafsack-PD ;-)
Auch sehr witzig war das ausheben des Grabenfeuers. Das Loch sollte ca. 30-50cm tief sein. Leider waren wir im Wald und der Boden bestand zu 50% aus Wurzeln und 50% Steinen. Unser Landschaftsgärtner schaffte es jedoch nach Einsatz seiner ganzen Kraft ein anständiges Loch auszuschaufeln. 
Endlich konnten wir ein feines Menu (Hörnli mit Gehacktem) zubereiten. Und es schmeckte besser als manches Essen in der Kaserne.
Doch schon bald war das entspannen am warmen Feuer vorbei. Die Wachen wurden eingeteilt. Ich hatte das Pech eine Wache in der Mitte der Nacht zu bekommen. So blieb ich die ganze Nacht wach am Feuer, zusammen mit einigen meiner Kameraden. Spannend war die Wache auch nicht gerade. Wenigstens konnten wir mit dem Nachtsichtgerät rumspielen (Man fühlt sich wie James Bond mit diesem Ding auf :-))
Um 4:15 hiess es schon wieder packen. Zurück wurden wir mit den Lastwagen gebracht. Total müde stieg ich auf den Lastwagen und schlief auch sofort ein als er abfuhr.
In der Halle angekommen, retablierten wir unser Material und bekamen endlich unsere Bomben. Jetzt sollten wir also echte Grenadiere sein. Dachte immer Grenadiere seine grosse, muskulöse Typen. Und  nicht jemand wie ich :-)

Top-Panzer Grenadier Besatzer
Zum Schluss der Woche kamen wir zum eigentlichen Höhepunkt, der beste der Kompanie wurde erkoren. Dabei wurden alle Prüfungen von Finale Wahrheit kumuliert. Der Zugführer hielt eine bewegende Ansprache, dass es kein anderer sein dürfe als einer aus unserm Zug CANALE.
Also standen wir da im daher und warteten. 3.Platz: Rekrut Hunziker Canale... Wuhhhuuuu
2.Platz: Rekrut Frei Canale.... Yhhhhaaaa
1.Platz: Rekrut Rüegg Cana... WAS????
Da konnte ich mich doch nur verhört haben. Ich schaute den Kadi ungläubig an und nahm wie in Trance die Auszeichnung entgegen. Irgenwas ging da wohl schief. Ich und Top-Besatzer? Naja ich freute mich natürlich wie wild. Doch erwartet hätte ich natürlich alles andere. Nach meinen Leistungen hätte ich mich im Mittelfeld eingeschätzt. Aber da wollte wohl das Schicksal  was anderes.
Nun darf ich mich als Top-Besatzer nennen und werde für die nächsten drei Jahre in der Ruhmeshalle ausgestellt... Verkehrte Welt kann ich da nur sagen...

Umzug
Am Freitag Nachmittag zogen wir noch in die UOf Kaserne um. War nicht wirklich speziell darum dies nur noch als kleine Anmerkung. Ich nehme schwer an nächste Woche gibts viel zu erzählen über die UO.

PS: Vergesst die Kommentare nicht!