Samstag, 19. Januar 2008

Woche 3 UOS: Letztes Footing diese Woche...

Prüfungswut reloaded: Start in die Woche

Kaum in die neue Woche gestartet, hagelt es auch schon wieder eine neue Prüfung ins Haus. Dieses mal über das Chassis des Panzers. Leider wurden wir nicht über die Prüfung informiert... Darum war ich auch dementsprechend schlecht. Tja, ist ja auch nicht allzu wild, wer will schon am Montag in den Ausgang. Läuft ja sowieso nix ;-)

Trotzdem ist es mit der Zeit ziemlich ätzend, wenn man fast jeden Tag eine Prüfung hat. Da geht ja unsere Stunde am Mittag anstatt fürs Schlafen fürs Lernen drauf und das darf doch nicht sein.

 

Schiessausbildung: Schützen LAAAADEEENNN

Diese Woche hatte ich die Ehre auch mal eine Schiessübung zu leiten. Das hörte sich dann etwa so an: 

Toby: „Schützen für einmal drei Schuss auf Scheibe T Schiessstellung Kniend ohne Zeitlimite... VORBEREITEN.... BEREIITTTTT...... FFFFEEEEUUUUEEERRR!!!!“

PAMMM PAMMMM PAAADAAAABAMMM PAMMMMM

Toby:“HAAAAAAAALLLTTT, SICHERNNNN... Patroulienstellung...“

Und schon wars fast vorbei. Macht also noch Spass so eine Übung zu Leiten nur das sporadische Überschlagen meiner Stimme wenn ich voller Inbrunst schreie muss ich noch irgendwie in den Griff kriegen.

Fachausbildung Kanone: Scharfe Sache

Also wenn es etwas an diesem Panzer zu bemängeln gibt, dann ist es der Aus- und Einbau der Waffe. Die meisten Kanten sind nicht gebrochen, ohne Arbeitshandschuhe würde man sich ziemlich schnell einen Finger abschneiden.
Auch sonst ist der Waffenausbau eher "unbequem" die DGZ (Doppel Gurten Zufuhr) ist ziemlich unhandlich, diese muss abgenommen werden und durch den Mannschaftsraum rausgenommen werden. Das Gewicht dieser macht es auch nicht gerade einfacher. Doch einmal drausen, kommt schon das Nächste, das Waffengehäuse. Ein ziemlich grosser Stahlblock... Schwer wie Sau. Der muss irgendwie hinunter gehievt werden. 
Eine Auflockerung war dann der Wettbewerb, wer den Verschluss zuerst auseinander und wieder zusammengesetzt hatte. Ich brachte es auf 58 Sekunden. Pas mal. 

Schultag: Das ganze HHHHAAAALLLT

Der Schultag begann mit einer Stunde schlafen, ähh Selbststudium. Danacht hatten wir einen Vortrag vom Chef PPD (Psychologischer Irgendwas Dienst) uns wurde einwenig über die Tätigkeit des Führers erzählt und welche Fehler man als Führer machen kann. Idiotische Sachen wie aus einer dreckigen Pfütze trinken oder sich das Berret Abzeichen in die Hand hauen zu lassen seien also totaler Schwachsinn. Man muss sich mehr als Erwachsenenbildner sehen. Ein guter Punkt, das sollten sich doch einige hinter die Ohren schreiben.

Wie putzt man ein Gewehr richtig? Wusstet ihr, dass man eine Laufbürste nach 6-facher Anwendung auswechseln muss? All diese Fragen wurden uns von einem Adjutanten der wahrscheinlich doppelt bis dreifach so schwer wie ich bin. erklärt. Eine sehr unterhaltsame Stunde, denn er wusste uns, das eher trockene Thema, sehr abwechslungsreich und mit sehr viel Witz zu verklickern.

Danach gings weiter. Der Chef der UOS empfing uns auf dem HV Platz und schrie laut:"Das Ganze halt, Kompanie Daher. Änderung des Tagesbefehls." Schon zogen bei mir Schreckensbilder von einer sinnlosen Figgerübung vor den Augen durch. Und so sah es am Anfang auch aus. Sturmgewehr, GT, etc. packen und sich mit den Fahrrädern vor der Halle D bereithalten.

Ein riessen Ameisenhaufen setzte sich in Bewegung, alle versuchten ihr Material zusammen zu sammeln und so kam es auch, dass fast alle zu spät zur Befehlsausgabe kamen. Das passte dem Oberst Leutnant natürlich gar nicht. Und er erklärte uns (wie immer) extrem ausführlich wieso Zeit der wichtigste Faktor sei. Anschliessend verschoben wir mit dem Velo auf Steffisburg (natürlich nicht alle, denn die Weicheier von Stäblern und Leobuebe hatten ja gar keine Velos). Dort wurden wir in Gruppen aufgeteilt und mussten eine Sicherungsaufgaben präsentieren. Für unsere Gruppe hiess es die Kontrolle von Motorfahrzeugen vorzubereiten. Die anderen bereiteten Checkpoints, Beobachtungsposten und Patrouillen vor. Das ganze war dann leider nicht allzu spannend, da man keine Zeit hatte, selbst die verschiedenen Posten auszuprobieren, sondern man begnügte sich mit der Präsentation. Die teils auch sehr dürftig war.
 Witzig war aber, dass alle Präsentationen auf Französisch sein mussten.(Damit die Romans auch mal einen Vorteil hatten), Das klappte ziemlich gut bis auf die Gefechtler, konnten alle ihre Präsentationen auf Französisch halten. Aber Gefechtler sind auch dazu da zu kämpfen und zu sterben und nicht um Französisch zu sprechen... 

Da Capo 2: Break the Da Capo Code

Am Mittwoch Abend, stand nicht wie erhofft der FAK-Ausgang an. Sondern für alle Offiziers-Anwärter Da Capo DUE. Eine Art von Intelligenz-Test. Zuerst musste abere eine Vieraden Übung gelöst werden. Man musste in kurzer Zeit herausfinden: 1. Wieviel Türen das MunMag hat, 2. Wie viele Tore die Hüsihalle hat und 3. Wie viele Parkplätze vor der Turnhalle mit Verwaltung angeschrieben sind. Da wir alle Zusammenarbeiten konnten, wurde diese Übung ziemlich schnell gelöst.

Danach gings in den Theoriesaal, dort warteten drei Tests auf uns: Politik, Denksport und Ölplattform. Der Politiktest handelte vom Bundesrat, Nationalrat, etc. war also nicht allzu schwer. Bei der Denksportaufgabe gings schon mehr zur Sache! Ein Logical. Also im Stil von: Der Schweizer trinkt Milch, Der Fussballer hat eine Rote Mütze, Der Teetrinker eine Katze, Wer fährt den Grünen Porsche? Nach einigem zögern habe ich eine annehmbare Antwort gefunden... 

Der absolute Hammer war jedoch die Ölplattform. Folgende Situation: Ich bin Chef einer Ölplattform, diese bekommt ein Leck und verliert 25000 Dollar pro Stunde. Ziel ist es die Ölplattform möglichst schnell und mit möglichst kleinem Kostenaufwand zur Reparieren.

Reparieren können dieses Loch nur 3 Ingenieure welche sich an einer rauschenden Firmenparty befinden, die Ersatzteile befinden sich 150km im Landesinneren, bei der Arbeitercrew steht ein Schichtwechsel an, Eine Presseführung war für diesen Tag geplant, das Loch sieht ganz nach Sabotage aus, Umweltaktivisten haben sich vor dem Firmensitz versammelt und ein Sturm zieht am Nachmittag auf. Zur Verfügung hatte man diverse Mittel: Helikopter, Cessna, Sportfahrzeug, Lastwagen, Schnellboot, Kutter, etc. Wobei zu beachten war, dass jedes Gefährt verschiedene Geschwindigkeiten, Ladegewicht und Kosten hatte. Ausserdem konnten einige Fahrzeuge während des Sturmes nicht eingesetzt werden....

Eine ziemliche Informationsflut also. Platz hatte man eine A3 Seite... Für einige war dies schon zu viel und sie gaben auf. Ich machte mich an die Arbeit, schrieb die Ausgangslage auf, machte ein Konzept, Berechnete gewisse Faktoren und machte ein Diagramm sowie Sofortmassnahmen. Leider entdeckte ich 5 Minuten vor Schluss, dass ich einen gröberen Berechnungsfehler gemacht hatte... Tja konnte man nicht mehr ändern.

Aus Frust gingen wir dann anschliessend 20 Chicken Wings und ein Picher Bier bei Hooters trinken. Das löste so manche Sorgen auf.  

Sim-Piste: Born to be wild

Ein absoluter Höhepunkt der Woche war aber das Fahren auf der SIM-Piste. Mit geschlossener Luke und mit der Erlaubnis das zu tun was man will gings los. Vollgas Vorwärts, Vollgas Rückwärts (immerhin ca. 30km/h) mit Rückfahrkamera, Ortslenkungen und das Beste! Eine Vollbremsung (so das es den Panzer auf die vordersten Laufräder aufstellt) in der RS war das streng verboten. Doch hier wird ja auch der Extremfall geübt. Wirklich ein grosser Spass. Einziger Wehrmutstropfen war, dass ich nie auf den Commander-Platz durfte, da mein Commander seine Fahrerprüfung nicht bestanden hatte und somit nicht fahren konnte.

Fachausbildung: Panzerabschleppen – Stotter Stotter Bruuuumm Bruuummmm

Die zweite Wochenhälfte bestand hauptsächlich aus Fachausbildung. Unter anderem konnten wir einen Panzer anschleppen und ihn Überbrücken. Schon noch eindrücklich welche Kraft so ein Panzer hat.

Auch die Nebelwerfer durften wir montieren. Und uns wurde versprochen, dass wir bald mal auch eine Zünden dürfen. Freue mich schon aufs Kommando. Retorno, Retorno, Rally Treffpunkt 72, Nebel 3,2,1 Top...

Footing: Klappe die letzte...

Das letzte Footing während unserer Unteroffiziersschule fand am Donnerstagabend statt. Diesmal war es keine Gruppenleistung die uns ans Ziel brachte, sondern jeder für sich (Was mich einwenig demotivierte, da man in der Gruppe ein viel grösseres Erlebnis hat). Es galt also 2400 Meter auf der Rundbahn zu rennen. Danach die Kampfstiefel montieren und zur Hindernisbahn und zurück rennen. Jeder packte dann sein Velo und radelte einmal um die Panzerpiste. Zum krönenden Abschluss konnten wir noch einmal zur Hindernisbahn rennen. Um das ganze abzurunden, schrieben wir noch einen Test über das letzte FUM Modul. Nicht wirklich ein spezielles Footing, aber müde war man trotzdem am Schluss.

Wochenrückblick: Ach die armen Stäbler

An der Kompanieaussprache. Waren die Stäbler wieder mal die Unterhaltung pur. Die armen bemängelten das sie am Mittwoch nur Johnny zu essen bekamen. Machen wir also alle eine Dose Mitleid auf. Denn sie mussten schon in Woche zwei grausam leiden, als sie eine Stunde mit der Kompanie in der Kälte stehen mussten und beim AV drei mal hin und her gerannt sind.

Feldi: Fröhliche Abendunterhaltung

Ja als wir gemütlich von der Kompanieaussprache zurück kamen wartete der Feldweibel schon sehnsüchtig auf uns. Er habe eine Zimmerinspektion durchegeführt und kein Zimmer habe bestanden. Darum werde das jetzt geübt. 

Wir konnten also alles unser Material auf den HV-Platz tragen (der Gütige hat uns aber erlaubt das  Mobiliar im Zimmer stehen zu lassen). Nachdem wir dann alle unser Zeugs unten hatten (Ein super intelligenter Gefechtler warf sein Schlafsack aus dem Fenster direkt aufs Pavillondach. Zum Glück haben die eine Häuserkampfausbildung, also konnten sie ihn auch gleich wieder fachmännisch runterholen.

Der absolute Lacher war aber ein Anwärter der Aufklärer. Dieser lief die ganze Übung lang mit einer Spiderman Maske rum. Als es der Feldi bemerkte kam es zu einer sehr witzige Unterhaltung:

Feldi:"Gopferteli, spinned sie eigentli, jetzt ziehnt sie sofort die scheiss Maske ab!"

Aufklärer:"Wenn mir Glück hend wird Gott eus beidne helfe!"

Feldi (etwas verwirrt):"Jetzt ziehnt sie die Maske sofort ab!"

Aufklärer:"Wieso?"

Feldi:"Wills i keim Reglement staht, das mer mit somene Ding dörf umelaufe!"

Aufklärer:"Es staht au i keim Reglement das Kollektivstrafe erlaubt sind."

Feldi:"Das isch kei Kollektivstraf. Sie sind nöd fähig Zimmerordnig zerstelle und jetzt düemmer das zeme Üebe."

Aufklärer:"Ja aber sie, ich mach mini Zimmerordnig immer korrekt, und fühl mi voll ungrecht behandlet."

Feldi:"Ohh sie Arme. Den schriebed sie doch en 6.5er wenns ene nöd passt."

Aufklärer:"Nei er fändi da verhalte eifach denebet."

Halbe Kompanie:"Schnauze, schrieb din 6.5er"

ENDE

Sonntag, 13. Januar 2008

Woche 2 UOS: Meine Herren, das ist ja fürchterlich, HAAA!

Unser neuer Klassenlehrer: Ein Gelächter für die Welt
Nachdem unser Klassenlehrer in der ersten UOS Woche in den Ferien war, lernten wir ihn an diesem Montag kennen. Er, 41 und war bei den Radfahrern. Der ist mit 41 immer noch fitter als die meissten von uns. 
Seine Ausdrucksweise lässt sich leider nur schwer auf eine schriftliche Ebene bringen. Aber trotzdem ist es sehr witzig im zuzuhören, da er doch ein sehr lauter und kräftiges Lachen hat welches er auch gerne einsetzt. Ansonsten ist er extrem kompetent und weiss wie er den Stoff rüberbringen muss. Und Sprüche mit voller Inbrunst aus seinem Mund wie: "Rüüüeeggg sie sind eine Rakete" oder "Also das ist ja füüüürchterlich, HAAA" sind wirklich immer sehr witzig.

Führungsausbildung unteres Milizkader: Toby der Initiative
Diese Woche hatten wir das erste Mal FUM (Führungsausbildung unteres Milizkader) auf dem Tagesplan stand irgendwas von Selbsterkennung. Dabei wurde uns das DISC Model vorgestellt. Beim DISC Modell wird anhand von ca 100 Fragen ermittelt was man selber für ein Typ ist (Dominant, Initiativ, Stetig, Gewissenhaft). 
Ich selbst gehöre zu den Initiativen Typen. Vertrage es also gar nicht, wenn ich keine Zuneigung oder sogar Ablehnung bekomme. Dafür reisse ich gerne Sachen an, kann Leute mitreissen und habe auch Spass bei der Arbeit.
War also doch sehr spannend zu sehen, was einem so ein DISC Modell über sich selbst erzählt. 

Sturmgewehrausbildung: Immer und immer wieder...
Am Montag Morgen verschoben wir zuerst mit den Fahrrädern in den Auwald um unsere Schiessausbildung etwas voran zu treiben, dabei stand vor allem das Leiten einer Schiessübeung auf dem Programm. Immer ein Anwärter musste also das Schiessprogramm durchgeben und es anschliessend leiten.
Was mit der Zeit etwas langweilig wurde, da man ca 4 Mal das gleiche Programm schoss. Aber dafür war die Scheibe dann auch ziemlich kaputt geschossen :-)

Höheres Kader = Tenu Schlampe
Wenn ihr irgendwo schlechte Beispiele für ein Tenu suchen wollt müsst ihr also nicht zu den Sanitätstruppen oder zu den Stäbler gehen. Es reicht wenn ihr ins Schulkommando geht und dort die Herren Oberst Leutnant etc. anschaut. Eine sehr witzige Angelegenheit, wenn uns ein Oberst eine  Theorie über das militärische Verhalten hat und dann selbst mit offener Jacke etc. da steht :-)

Ausbildung auf Stufe Schule: Ja wie jetzt?
Am Mittwoch hatten wir Ausbildung auf Stufe Schule. Dabei stand der Wachdienst auf dem Programm. Unser Kadi begrüsste uns und erzählte uns, dass er die neuen Weisungen aus dem Blick erfahren habe und auf seine Nachfrage beim VBS wurden diese auch bestätigt... (Gute Informationspolitik). 
Also wurden wir neu mit geladenem und durchgeladenem Gewehr ausgebildet (Das ganze natürlich nur mit Trockenübungen). 
Jedoch war das ganze meiner Ansicht nach etwas enttäuschend, denn vieles das wir in der RS gelernt haben war anscheinend falsch und man merkte auch das es ziemlich grosse Unterschiede zwischen den verschiedenen Klassen gab. Trotzdem war es witzig, das Festnehmen von Leuten zu üben und auch die Durchsuchungen zu repetieren. Zum Schluss bin ich mir nun eifach nicht mehr sicher wie ich jemand festnehmen muss, da jeder wohl eine andere Meinung darüber hat. Aber für irgendwas gibts ja das Grundschulreglement, das wird mir sicher verraten wie ich es richtig mache.

Da Capo - Da macht kein Spass
Mittwoch Abend stand der FAK-Ausgang auf dem Plan. Also zogen wir uns um, richteten das Zimmer und stellten uns auf dem HV-Platz auf. Doch die Freude war nur von kurzer Dauer... Die Offiziersanwärter mussten heute ihre erste Übung absolvieren (Da Capo Uno) dabei wurde die physische Belastbarkeit geprüft. 
Also zurück und sich wieder in den TAZ stürzen. Einen kleinen Rucksack packen und los gehts. Zuerst 15 Kilometer in zwo Stunden rennen (wir machten das in 1:25), danach 90 Minuten Orientierungslauf (bei unser dauerte das ganze 120 Minuten) und dann durften wir wieder zurück rennen (1:40). Vor allem das Zurückrennen war für mich eine grosse Qual, da ich mir das Knie beim OL verrenkt habe. Und so nur humpelnd ans Ziel kam. Jedoch war es der grosse Aufwand wert. Am Schluss reichte es uns doch rechtzeitig ins Ziel. Um 2:00 Morgens lag ich todmüde in meinem Bett. Was für eine Nacht...

Footing light mit Spassfaktor
Da mein Knie wirklich ziemlich schmerzte, musste ich beim Footing (man erinnere sich an die Baumstammtragübung) nur teils mitmachen. Die kurzen Verschiebungen von Posten zu Posten konnte ich und einigen andere Of-Anwärter mit dem Puch machen. Die Posten waren dann ziemlich anstrengend: Hindernisbahn, Robben auf gefrorenem Boden (autsch), Baumstämme auf den Hamburger-Hill tragen, Baumstämme rumrollen und als absolute Krönung: In einer ca 20cm tiefen Pfütze robben (Diese musste zuerst aufgebrochen werden, da sie zugefroren war...) ziemlich witzig.
Am Schluss waren alle froh wieder zurück in der Halle zu sein und auch die ewigen: "Meine Herren, dass ist ja fürchterlich. Sie sind keine Grenadiere" konnte niemand demotivieren. Der Klassengeist wird immer besser.

Oh Canda - Ohhhh Helvetia
Nach diesen sehr anstrengenden Tagen schlenderte ich über den Hallenplatz und sang einwenig vor mich hin, was mir gerade so durch den Kopf ging. Zu meinem Leidwesen, war dies die kanadische Nationalhymne. Dies hörte ein Instruktor. Der rief mich auch prompt zu ihm ("Rüegg daher, Dai Dai"). Dann gings etwa so weiter: "Gopfertelli Rüegg, mir scheisseegal wenn sie jede verdammt Morge vor dSchwiizerfahne anestönd dSchwiizer Nationalhymne singed, en Psalm ufseged oder gege die wunderschöne Berge betet, aber die kanadisch Hymne willi nie meh ghöre. Da chönt sie au grad ihre Pimmel uspacke und so über de Waffeplatz innelaufe. Verstande?" Jawohl verstanden ;-)

Test, Test ahh und noch ein Test
Diese Woche war gespickt mit Tests. FUM Test, Anwärter Test, Test übers Panzer Chassis und ein Test über den Turm. Schlimmer als in der Schule, natürlich alles inkl. Nachsitzen wenn man nicht genügte. Aber zum Glück konnte ich überall mindestens bestehen. Phuuuu... 
Hinausheben will ich da nur der Chassis-Test. Unser Instruktor wusste genau wie er uns verwirren konnte
Er: "Rüegg, wo ist der Betriebsstundenzähler Motor"
Ich: "Da unten im Loch"
Er: "Sicher?"
Ich: "Jawohl, sicher?"
Er: "Ja aber für was ist denn der da auf der linken Seite?"
Ich: "Für das Getriebe!"
Er: "Sind sie da wirklich sicher?"
Ich: "Ähh, ja"
Er: "Ja aber schauen sie mal genau hin, wo gehen die Kabel hin?"
Ich: "Die Kabel... die gehen doch ans Getriebe? Das stimmt doch also"
Er: "Naja wenn sie sich sicher sind, dann soll ich das so aufschreiben?"
Ich: "Ja ich bin mir sicher!"
Er: "Gut, die antwort stimmt nämlich so"

Summa Summarum
Zum Schluss kann man wohl sagen, dass der Hunger beim Essen kommt. Die Unteroffiziersschule ist eine sehr spannende Sache und alle die Zeit dafür haben, kann ich es nur empfehlen. Die Ausbildung ist sehr professionell und auch der Teamgeist und die allgemeine Stimmung erlebe ich sehr positiv. Auch kann man sich mal einen Spass erlauben und die Instruktoren beenden nicht jeder Witz mit einem: "Gopfertelli Rüegg jetzt hebet sie mal ihres Muul oder sust setzts e Rundi um dHalle."
Für mich, als sehr kommunikative Person eine wirkliche wohltat. :-)

Donnerstag, 3. Januar 2008

Sendepause...

Zwei Wochen konnte ich meine Ferien geniessen.

Doch schon bald gehts wieder zurück und ab dem 6. Januar bin ich zurück in Thun. Natürlich mit Brandheissen News :D

Montag, 24. Dezember 2007

Woche 1 UOS: Geh doch, zu Hause...

h/Die erste Woche nach dem Wechsel in die Unteroffiziersschule ist vorüber. Das süsse Rekrutenleben ist definitiv vorbei und wie unser Instruktor es so kräftig zu betiteln weiss, wurden wir einige Mal ganz schön gebürstet...

Instruktoren: Der Unterschied zwischen Neger und Schwulen
Am Montag lernten wir unsere neuen Instruktoren kennen. Der Ausdruck Hart aber Fair trifft wohl ziemlich passend auf sie zu. Die Ausbildung bei ihnen ist stehts sehr fordernd, sie belohnen einem aber auch wenn man gut Arbeitet.
Auch die Sprüche (auch militär Jargon genannt) werden härter. So stellte der Instr treffend fest: "Ich mache keine Unterschiede zwischen Schwulen und Neger"... Natürlich lässt sich dieser Satz relativ frei interpretieren. Man findet wohl auch Leute die ihn als Rassisten bezeichnen würden. Ausdrucken wollte er aber damit nur, dass es bei ihm nicht draufankommt wer man ist, Hauptsache man bringt die Leistung.
Der Stolz der Grenadiere
Nach dieser Woche, ist es mir endlich gelungen den Stolz der Grenadiere mittels einer einfachen Rechnung festzuhalten. Diese lautet: 1/Haarlänge in Millimeter im Quadrat. Stolze Grenadiere weisen hier einen Wert von 1 aus.
So scheint es auf jeden fall. Ich mit meinen sehr langen Haaren (nach neusten Messungen ca 5cm lang) bin also das grosse Gegenteil eines Grenadiers.
Da nützt es auch nicht, dass ich Top-Besatzer bin oder in den Tests immer gut abschneide. Auch meine stetige Aufmerksamkeit wird nicht mit dem titel grenadierisch belohnt. Den ich bin und bleibe wohl ein Hippie.
Man vermutet auch schon das ich zum Anderen Ufer übergelaufen bin. Zitat Instr: "Ich verstehe das schon, dass sie lange Haare haben, denn es gibt ja drei Arten Menschen die lange Haare haben dürfen: Schwule, Frauen und Piraten. Und mit dem Schiff sind sie ja nicht gekommen."

Die Gnade Gottes
Ein goldi von Spruch rutschte auch am Dienstag dem Instruktor über seine Lippen: "Wenn sie diesen Schlüssel verlieren, dann gnade ihnen Gott. Und sie können sicher sein, dass ist der Einzige der Gnade haben wird."
Was tun nun all die armen Atheisten? Sind sie beim verlieren des Schlüssels Schutzlos? Oder fallen diese unter ein anderes Gesetz. Ich hoffe auf jedenfall das mir der genannte Schlüssel nicht abhanden kommt. Denn in diesem Fall könnte alleine die Gnade Gottes nicht ausreichend sein ;-)

Chef Munition - Hier!
In der UO will man die Anwärter zur Selbständigkeit erziehen, deshalb wurden alle Chargen verteilt. Ich wurde zum Chef Munition befördert. Ab jetzt bin ich Meister über 1500 30mm UPats (Panzer), 5000 GP90 (Sturmgewehr), 10000 GP11 (Maschinengewehr) und einige Rakpistschüsse.
Eigentlich noch mutig, dieses Ämtlein einfach so nach Zufallsprinzip zu verteilen. Bei mir seh ich da kein Problem. Jedoch gibt es ja immer Spinner die denken sie können einiges an Munition nachhause nehmen. Hoffe mal, dass wird auch gut kontrolliert.
Das schöne an diesem Job hingegen war, dass ich beim Einräumen des Munitionsmagazins nur herumbefehlen durfte und nicht die vielen Kisten ins Magazin schleppen musste. Ach ist das Leben schön als Chef :-)

Übung Zündhölzli: Geh doch zu Hause...
Am Dienstag Abend stand auf dem Wocheplan Footing. Wenn man die Instruktoren fragte, meinten sie nur, das wir da mal richtig gebürstet werden.
Nach einem sehr feinen Znacht, verschoben wir also zur Halle C und dort warteten auch unsere Instruktoren mit drei ziemlich heftigen Baumstämmen auf uns.
Wir wurden in Gruppen aufgeteilt und fassten einen Baumstamm. Diesen durften wir nun den ganzen Abend mit schleppen. Zuerst mussten wir ihn einige Minuten über den Kopf halten. Danach verschoben wir im Laufschritt richtung Panzerpiste. Ich merkte schon relativ bald, dass in mir nicht die Kraft eines Zimmermanns oder eines Maurers steckt, sondern nur eines Informatikers. Ich litt brach teilweise fast zusammen doch irgendwie schaffte ich es doch immer noch mich oben zu halten.
Um uns noch Psychologisch zu schleifen, durften wir kein Wort sprechen und die Instruktoren unterhielten uns mit Sprüchen wie:"Geben sie doch auf, es hat keinen Zweck" oder "In der Rekrutenschule müssen sie so ein Scheiss nie machen, sagen sie es uns und im nu sind sie wieder zurück" oder "Gehen sie doch nach Hause wenn sie nicht mehr mögen, Schwächlinge brauchen wir nicht". Als wir ca 2500 Meter gerannt waren, konnten wir uns einigermassen erholen. Wir durften eine Pause machen welche aber aus Liegestützen und Rumpfbeugen bestand (Natürlich mit Baumstamm).
Um unsere Muskeln zu lockern konnten wir dann noch eine zweite Runde ohne Baumstamm rennen.
Der Clou kam ganz zum Schluss. Sie suchten drei Freiwillige. Da sich niemand meldete, nahmen sie unter anderem mich.
So durfte ich auf den Baumstamm klettern und die anderen 6 mussten mich auf dem Baumstamm zurück zur Halle schleppen. Meine Zeugungsfähigkeit ist seither sehr in Frage gestellt.
Wir waren alle sehr froh als die Übung überstanden war. Ein Rekrut hat während des Laufens auch seinen Znacht wieder von sich gegeben. Eine sehr spannende Erfahrung, so an seine Grenzen zu kommen! Doch müsste ich dies nicht jede Woche haben (ach man schaue auf den Wochenplan, nächste Woche wieder... ahh und in Woche drei nochmals... toll)

Trifit: Ach das ist doch nur neh Drohung
Alle gingen davon aus, dass der Trifit nur eine leere Drohung der Instruktoren war. Hatten wir doch fast alle Muskelkater von Vortag. Doch nix. Der Trifit fand statt. Sogar mit einer höheren Leistungsgrenze als normal. Wir mussten also alle mindestens 2600 Meter rennen. Keine einfache Sache, wenn man so an den vorherigen Abend denkt. Doch wir schafften es alle und unser Instruktor war sehr zufrieden mit uns. Angetrieben hat uns wohl auch, dass wir zusammen mit den Gefechtlern auf der Rennpiste waren und unser erklärtes Ziel war es, dass keiner unserer Klasse als letztes durchs Ziel kommt.

Funk: Ahh soooo geht das...
Diese Woche hatten wir wieder mal Ausbildung am Funk. Und siehe da, alle verstanden es. Das sonst so bockig daher kommende Funkgerät funktionierte plötzlich. Könnte es sein, dass das Problem wirklich meisstens zwischen den Kopfhörern liegt? Meiner Meinung nach ein klares JA.
So konnten wir ohne Probleme verschiedenste Netze laden und von Panzer zu Panzer funken.
Die Ausbildung machte richtigen Spass. Es ist wirklich spannend mit Instruktoren zu arbeiten die ihre Arbeit wirklich verstehen!

Velo: Ja wo ist den der Motor geblieben

Ich muss gestehen, dass diese Woche meine sportliche Seite sehr gefordert wurde. Fassten wir doch diese Woche auch unsere Fahrräder. Der Horror für mich, denn seit ich 14 Jahre alt bin, haben meine Fahrräder stehts einen Motor...
Aber da gab es kein rundherum kommen. Wir fassten unsere Räder und fuhren damit zum schiessen Richtung Auwald. Zum Glück eine relativ kurze Strecke, denn sowas liegt mir doch gar nicht. Werde wohl in der Ferien mal einwenig auf den Hometrainer sitzen und trampeln...

Schiessausbildung: Mr Lucky Luke
Nebst dem Schiessen mit dem Sturmgewehr, hatte diese Übung den Zweck, dass wir das Leiten einer Schiessübung kennen lernten. Da wir ganz am Anfang der Ausbildung standen, schossen wir das Einschiessprogramm ca. 3 mal.
Da mein Gewehr schon ziemlich gut eineschossen war, traff ich ziemlich gut. Wenigstens etwas das ich wirklich gut kann :-)

Offizier Anwärter: Na was für Ziele haben sie im Leben?
Bereits diese Woche fing die Suche nach neuen Offizieranwärter an. Da ich mich selbst dafür interessiere, ging ich an die Theorie. Dabei wurde einem sehr blumig beschrieben was es heisst die Possition eines Leutnants zu bekleiden.
Zum Schluss mussten wir einen Aufsatz schreiben zum Thema: Welche Ziele haben sie im Leben?
Ach wie gerne hätte ich die Aufsätze der Anderen gelesen... Ich selbst habe mich sehr im Theoretischen gehalten. Hauptpunkt war aber, dass ich durch mein Leben und Sein die Welt nicht schlechter oder sogar besser machen möchte. Mal schauen wie das bei den Hohen so ankommt. Ich bin gespannt.
Trotzdem, der Gedanke was die Anderen geschrieben haben geht mir nicht aus dem Kopf. Wieviele wollen viel Geld verdienen. Wieviele haben als Ziel ihres Lebens "Leutnant" geschrieben. Nimmt mich schon wunder. Aber das ist wohl eines der Geheimnisse die ich nie lüften werde.

Apero, Aarelauf und Adieu
Der Schluss der Woche war geprägt von As. Zuerst mussten wir, nach der Ausbildung am Funk, den kleinen Aarelauf rennen (6 Kilometer) ging ganz ok. Nachher wurden wir vom Oberst i Gst Jäggi empfangen zu einem Apero. Sogar ein Glas Wein gabs und Geschenke. Eine gemütliche Sache also. Und man fing es an zu geniesse, dass man Anwärter war. :-)
Am Samstag hiess es dann auch schon Adieu. Der einzige grosse Urlaub (ganze zwei Wochen :-)) stand an. Sehr kurz angebunden sagte unser Kadi: "Viel Spass im Urlaub bis am 6.Januar 23:30. Kompanie Achtung, Kompanie Ruuuhn"
Au revoir Kaserne, auf ein nicht alzubaldes Wiedersehen!

Sonntag, 16. Dezember 2007

Woche 7: Finale Wahrheit

Diese Woche stand ganz im Zeichen der Abschlussübung Finale Wahrheit. Mehrere Tests verteilt über die Woche wollten herausfinden, wie gut unsere Kenntnisse über die allgemeine Grundausbildung ist und wollte auch noch den besten Besatzer ermitteln. Natürlich hofften wir alle das der beste Besatzer ein Canale sein wird. Denn nur dies würde einem Elite Zug gerecht :-P

Highlight: Schiessen mit dem Panzer
Diese Woche waren nicht nur Prüfungen angesagt, sondern die Anwärter durften auch das erste Mal mit dem Panzer schiessen. Am Montag mussten wir also den ganzen Tag die Panzer parat machen, aufmunizionieren, Schiess PDs durchführen und einiges an Theorie büffeln. Ich hoffe mal schwer, dass im Krieg das ganze etwas schneller geht, denn wenn man einen Tag halben Tag für das Vorbereiten der Panzer hat wirds dann sicher etwas Eng ;-) 
Noch einige technische Infos zu unsere Schatzi-Spatzi-Panzer. Er hat eine 30mm Bushmaster Kanone, erste Bereitschaft sind 160 Schuss, die zweite 240. Ein MG51 ist auch an Bord. Dies fast bei der ersten Bereitschaft 500 Schuss.
Alles in allem gabs also einiges an Munition zusammenzuhängen und in den Panzer zu schaffen. Was man aber wirklich sieht, ist dass das Konzept des Panzers nicht wirklich durchgedacht ist. Die Aufmunitionierung ist eine eher komplizierte Sache. Sie kann nur in der Stellung 3 und 6 Uhr durchgeführt werden. Während dem Kampf würde das also heissen, dass sich der Turm des Panzers auf die Seite drehen müsste damit er Nachgeladen werden konnte. Ist jenachdem nicht von Vorteil wenn man einen Leo im Nacken hat :-)

Der 5 Minuten Lunch
Der Wochenanfang war ein relativ gestresster. Am Montagabend mussten wir die Panzer wieder putzen und für das Schiessen am Dienstag bereit machen. Dies dauerte leider wieder einige Stunden, somit hatten wir noch genau 10 Minuten fürs Nachtessen. Leider wurde meine Zeit noch zusätzlich auf 5 Minuten gekürzt, da ich die Sturmgewehre bewachen muss. Also in 5 Minuten reinrennen, Essen fassen (Die Betriebsoldaten haben es sichtlich genossen mich warten zu lassen) und dann reinstopfen. Es gab Leberwurst mit Teigwaren. Richtig fiess war, dass sie richtig lecker war. 
Naja, dann wieder rausspurten und die ganze Packung ergreifen. Zagg schon steht Rekrut Rüegg wieder bereit. Aber was hört man da für Worte aus dem Mund des Vorgesetzten. Laufschritt??? Ach wie ich mich freute. Die Leberwurst zirkulierte anschliessen mehrere Male zwischen meinem Mund und Magen. So konnte ich den feinen Geschmack der Leberwurst doch noch einwenig länger geniessen...
Anwärter sind bereit mehr zu leisten
Richtig gehört, dass sind wir und so wird es auch von den Vorgesetzten proklamiert
 Auch wenn man weitermachen muss. Dann ist man bereit dazu, ist ja klar. Leider hat mich bis jetzt noch keiner dazu gezwungen eine längere Mittagspause zu leisten oder nochmals 20 Schuss zu verbölleren. Haupsächlich sind wir bereit den Panzer nochmals zu putzen, nochmals alles zu kontrollieren und alle Strecken im Laufschritt zu machen. Doch Doch, wie toll ist es doch mehr leisten zu können und so seinem Vaterland zu dienen...

Querulant Rüegg?
Am Dienstag war Rekrut Rüegg nicht so sehr zwäg. Müde von Ausgang,  musste ich aber trotzdem mich an die Arbeit machen. Jedoch war ich anfangs noch sehr langsam und das passte einigen Obergefreiten, die wohl ein etwas härteren Ausgang als ich gehabt hatte, gar nicht. So wurde ich darauf hingewiesen, dass ich nicht dreinschwatzen soll und wenn ich was zu melden habe mich auch anmelden soll. Auch gefiel ihm gar nicht, dass ich meine Arbeit sitzend und nicht stehend ausführte. Obwohl es wohl genausoschnell wenn nicht schneller ging. Ja und als ich dann anstatt zu Arbeiten einem Kameraden der neu zu unserer Gruppe gestossen ist. Die Theorie noch erleuterte als irgendwelche Nebelwerfer zu montieren, platzte dem Obergefreiten der Kragen und ich durfte eine Runde um die Halle rennen. Der Rest des Morgens verhielt ich mich dann ganz still, war wohl zu viel Individualismus für einen Morgen ;-)

Schiessen mit den Panzern: Hallo UNO hören sie mich?
Am Nachmittag gings dann endlich ans Schiessen. Wir fuhren mit den Panzern an die 900 Meter marke und stellten unsere Panzer auf. Dann warteten wir auf die Befehle des Kommandanten. 
Diese kamen aber sehr spärlich durch, der Funk stürzte ca. 3 Mal ab und musste immer wieder neu geladen werden. Anschliessend machten noch ca. 2 MGs und eine Kanone Probleme (Hoffen wir mal, dass im Ernstfall das Ganze einwenig flotter klappt).
Ja und dann war es endlich soweit. Die ersten Schüsse verliessen unsere Rohr. Am Anfang war es für mich als Fahrer noch spektakulär zuzuschauen doch schon bald, vertiefte ich mich in andere Arbeiten. Ich konnte in den ca. 2 Stunden schiessen, einwenig schlafen, zwei Karten schreiben, mit Simi telefonieren und ein bisschen lesen. Schiessen ist also eine ziemlich coole Sache :-)

Theorietest: Funny Questions
Am Mittwoch Abend mussten wir dann die obligatorischen Theorien für den AGA Schlusstest schreiben. Genauergesagt drei: AGA Schusstest, Kameradenhilfe und Kriegsvölkerrecht.
Zuerst war ich einwenig beunruhigt, da ich die Theorie über das Kriegsvölkerrecht verpasst hatte (war am Schiessen). Doch als ich die Fragen lass war ich dann schon ziemlich beruhigt. Ein Beispiel: Darf man im Krieg plündern? A: Ja, denn im Krieg ist alles erlaubt; B: Ja, aber nur so viel, dass es für andere auch noch was hat; C: Nein
Die Kameradenhilfe war dann schon etwas schwieriger. Wir mussten wissen wie sich eine Atomexplosion anhört. Und leider kann ich mich nicht so gut an eine erinnern. Und auch einige Fragen über Nervengase waren eher schlecht geraten :-)
Der absolute Hammer war der AGA Schlusstest. Es war mehr ein allgemeiner "Intelligenztest" mit Matheaufgaben, Fragen zu Politik, Gesellschaft, Sport und Verhalten. Weiss jemand von euch welches der grösste Sportevent ist? New York Marathon oder Tour de France. 
Als ich mich beschwerte, dass die Fragestellung schlecht gestellt sei, bekam ich nur ein Rüffel vom Feldi... :-) Aber schliesslich ist gross ein Klar definierter Begriff und jeder Normalsterbliche weiss ob es sich dabei um Anzahl Teilnehmer, Besucher oder Finanzen geht...
Finale Wahrheit: Endlich da
Nachdem wir unsere Packungen ca. zwo Mal kontrolliert hatten, wurden wir unsanft um 5 Uhr geweckt und in die Halle verschoben. Dort wurden wir in Patrouillen aufgeteilt. In diesen verschoben wir dann OLartig zu verschiedenen Posten, bei welchen wir Aufgaben für die Wertung von Finale Wahrheit erledigen mussten.
Unsere Gruppe musste noch zusätzlich das KD-Box schiessen nachholen, welches die Anderen am Montag geschossen hatten während wir die Panzer aufmunitioniert hatten.
Also liefen wir Richtung Auwald, überholten einige Gruppen, damit wir nicht anstehen mussten bei diesem Posten. 
Zuerst stand das Riegeln (Laden/Entladen, etc.) auf dem Programm, plus Gewehr in 60 Sekunden auseinanderbauen und wieder zusammensetzen. Meine Leistungen waren nur sehr Mittelmässig, konnte das Gewehr nicht rechtzeitig Zusammenbauen. Gab aber trotzdem noch Teilpunkte.
Besser war ich beim schiessen, von 50 Punkten genau ein Fehlschuss. Tja, ich und mein Sturmgewehr sind halt schon gute Freunde :-)
Als zweiter Posten machten wir ABC. Dort mussten wir lediglich die Schuma uns in 10 Sekunden anziehen und dem Partner in 20. Ging eigentlich ganz gut. Nur dass ich halt kein Fan der Schuma bin :-)
Der letzte obligatorische Posten vor dem 300 Meter Schiessen war der SAN/ABC Posten. Es war eine Kombination aus beiden. Wir mussten also in BG2 einen Kampfbahn entlang rennen. Plötzlich gab es einen C-Alarm und wir mussten den Vollschutz erstellen. Ganz brutal wurde es dann für mich als mein Kamerad verletzt war und ich ihn bergen musste. Natürlich musste genau ich den 100 Kilo Mann erwischen... Ich schleppte ihn über den schlammigen Boden. Dabei ging ich fast drauf, die Schuma ist halt doch nicht so der absolute Hammer. 
Halb Tod durften wir sie dann endlich wieder abziehen und konnten uns wichtigeren Themen wie das Verbinden eines Patienten widmen. 
Doch die Zeit rannte uns davon und so durften wir ihr nachrennen. Im Eiltempo kamen wir liefen wir im Kampfkomplett zum Schiessstand.
Das 300m Schiessen erledigte ich dann mit Bravour. Ich erzielte 74 Punkt (72 werden für das Schiessabzeichen benötigt). 
Und schon war der ganze Postenlauf zu Ende. Wir machten eine kleine Pause, bis uns unser Zugführer zusammenrief und uns über die anschliessende Übung informierte.

Der kleine Marsch - die kalte Nacht - der überraschende Morgen
Wir mussten einiges an Material fassen (Restlichtverstärker, Schaufeln, Karten, etc.) und liefen los. Das Ziel war nur etwa 10km entfernt und darum nicht eine allzu grosse Herausforderung. In der nähe der Kander bezogen wir unser Lager in einem kleinen Wald. Dort stellten wir unser Biwak auf. 
Für alle Jungschar/Pfadi Profis, dabei handelt es sich um ein Firstzelt. Diese Art von Zelt hat den Vorteil, dass man am Morgen seinen Schlafsack ziemlich lange putzen darf, weil man die ganze Nacht im Sumpf lag. Aber das ist ja egal den wir machen ja gerne Schlafsack-PD ;-)
Auch sehr witzig war das ausheben des Grabenfeuers. Das Loch sollte ca. 30-50cm tief sein. Leider waren wir im Wald und der Boden bestand zu 50% aus Wurzeln und 50% Steinen. Unser Landschaftsgärtner schaffte es jedoch nach Einsatz seiner ganzen Kraft ein anständiges Loch auszuschaufeln. 
Endlich konnten wir ein feines Menu (Hörnli mit Gehacktem) zubereiten. Und es schmeckte besser als manches Essen in der Kaserne.
Doch schon bald war das entspannen am warmen Feuer vorbei. Die Wachen wurden eingeteilt. Ich hatte das Pech eine Wache in der Mitte der Nacht zu bekommen. So blieb ich die ganze Nacht wach am Feuer, zusammen mit einigen meiner Kameraden. Spannend war die Wache auch nicht gerade. Wenigstens konnten wir mit dem Nachtsichtgerät rumspielen (Man fühlt sich wie James Bond mit diesem Ding auf :-))
Um 4:15 hiess es schon wieder packen. Zurück wurden wir mit den Lastwagen gebracht. Total müde stieg ich auf den Lastwagen und schlief auch sofort ein als er abfuhr.
In der Halle angekommen, retablierten wir unser Material und bekamen endlich unsere Bomben. Jetzt sollten wir also echte Grenadiere sein. Dachte immer Grenadiere seine grosse, muskulöse Typen. Und  nicht jemand wie ich :-)

Top-Panzer Grenadier Besatzer
Zum Schluss der Woche kamen wir zum eigentlichen Höhepunkt, der beste der Kompanie wurde erkoren. Dabei wurden alle Prüfungen von Finale Wahrheit kumuliert. Der Zugführer hielt eine bewegende Ansprache, dass es kein anderer sein dürfe als einer aus unserm Zug CANALE.
Also standen wir da im daher und warteten. 3.Platz: Rekrut Hunziker Canale... Wuhhhuuuu
2.Platz: Rekrut Frei Canale.... Yhhhhaaaa
1.Platz: Rekrut Rüegg Cana... WAS????
Da konnte ich mich doch nur verhört haben. Ich schaute den Kadi ungläubig an und nahm wie in Trance die Auszeichnung entgegen. Irgenwas ging da wohl schief. Ich und Top-Besatzer? Naja ich freute mich natürlich wie wild. Doch erwartet hätte ich natürlich alles andere. Nach meinen Leistungen hätte ich mich im Mittelfeld eingeschätzt. Aber da wollte wohl das Schicksal  was anderes.
Nun darf ich mich als Top-Besatzer nennen und werde für die nächsten drei Jahre in der Ruhmeshalle ausgestellt... Verkehrte Welt kann ich da nur sagen...

Umzug
Am Freitag Nachmittag zogen wir noch in die UOf Kaserne um. War nicht wirklich speziell darum dies nur noch als kleine Anmerkung. Ich nehme schwer an nächste Woche gibts viel zu erzählen über die UO.

PS: Vergesst die Kommentare nicht!

Sonntag, 9. Dezember 2007

Woche 6: Obergefreiter Rüegg?

Zuerst einmal danke, dass ihr jede Woche diesen Blog liesst. Ihr könnt auch gerne einige Kommentare hinterlassen. Dann weiss ich wenigstens das meine Blogs nicht im Nirvana des Internets verschwinden. :-)

Menschliche Differenzen: Mensch Ärger mich nicht
Ein Thema das mich wie fast jede Woche fasziniert sind die Menschen welche zusammen eine RS absolvieren. So unterschiedlich wie ihre Herkunft ist so unterschiedlich ist ihr Verhalten in Stresssituationen, Freundschaften, Hilfsbereitschaft und Zusammenleben.
Bei uns im Zimmer haben wir vor allem ein Pärchen welches sich aufs Blut nicht leiden kann. Ein Ex-Gimäler und ein Stromer. Beide total verschiedene Menschen, der Gimäler ist Musiker, Träumer und Chaot. Der Stromer, geradlinig, aufbrausend, launisch und auch etwas grob, ein Büetzer. 
Der Gimäler hat so seine Probleme im militärischen Alltag sich zurecht zu finden. Er vergisst dauernd Sachen, macht vieles falsch, tritt in ziemlich viele Fettnäpfchen und auch sonst verhält er sich nicht allzu geschickt. Jedoch ist er rein Sprachlich und Intelligenzmässig dem anderen Überlegen.
Der Stromer nervt sich dauernd über die Leistungen des Gimäler. Er fährt ihn an und droht ihm. Er nervt sich ab jedem Fehler und nimmt jedes Fettnäpfchen als Grund ihn dumm anzumachen. Er verhält sich ziemlich unsensibel. Dauernd hört man zwischen diesen beiden ein riesen "gechiffel" und schon mehrmals haben sie sich gegenseitig Prügel angedroht. 
Partei will keiner wirklich für den einen oder anderen ergreifen. Aus Selbstschutz oder auch um sich nicht auch zu exponieren. Vor allem der Gimäler steht sehr viel alleine da, denn wer hilft schon so eine "Schuelbueb" der keine Ahnung vom Leben hat... 
Diese Büetzer Einstellung ist ziemlich weit verbreitet und ich bin manchmal sehr froh, dass ich eine Lehre gemacht habe...  Trotzdem werden seine Leistungen aus Prinzip schlechter dargestellt, da er ja noch nie gearbeitet hat. Echte Leistung können also nur Büetzer erbringen... Eigentlich traurig, dass gerade hier wieder ein Graben zwischen zwei Gesellschaftsschichten entsteht. 

Wöschwiiberverein: - Militär
Jawohl, man glaub es kaum, aber im Militär werden wohl die meisten Gerüchte, Vermutungen und Verdächtigungen verbreitet.
Egal über was und wenn man redet darüber. Egal obs um die Sexuelle Neigung eines Fouriers, die Kindheit eines Kameraden oder das Verbleiben eines verschwundenen Akkus geht.
Wenn jemand etwas angestellt hat sind meisstens die Rekruten schuld (also das wird vom Kader immer vermutet), gibt natürlich ziemlich eine grosse Unstimmigkeit bei den Rekruten wenn man nicht in den Ausgang kann, weil irgendwas verloren ging. Doch meisstens löst sich das Problem plötzlich (irgend ein Kader hat da verlorene Ding bei sich gefunden...)
Was auch eine grosse Popluarität hat, ist das Sprechen über andere Rekruten und was einem an ihnen nicht gefällt. Natürlich nicht hinter dem Rücken der anderen. Nein sowas würden wir harten Männer doch nie tun.

Puch-Prüfung: Schock - Was schon jetzt?
Am Mittwoch Morgen kommt plötzlich der Zugführer auf mich zu und sagt: Heute um 15:30 haben sie dann ihre Puchprüfung... Hoppla. Zum Glück sagt man mir das genug früh.
Egal, zuerst gings noch in die Kurz-Distanz Box wo ich alle bösen Feinde erschossen hab. (Meine Fähigkeiten beim schiessen werden immer besser), da keiner Zeit hatte mich an die Prüfung zu fahren, nahm ich einen Puch und fuhr alleine an die Puchprüfung (macht Sinn oder ;-)) Dort musste ich dann zuerst den Anhänger anhängen und dann gings auch schon los. Ein sehr freundliche Adjudant stieg zu mir ins Auto und ich konnte mit im ca. 45 Minuten ploiderlen. 
Am Schluss kam der schwierigste Teil der Prüfung: Das rückwärts Manövrieren. 
Ich musste den Anhänger um eine Kurve herum parkieren. Das klappte nur sosolala... Natürlich dachte ich mir dann, tja jetzt ist es gelaufen.
Zurück bei der Halle sagte er mir, er sei sehr zufrieden auch mit dem Manöverparcour. Denn mit den wenigen Stunden welche ich Zeit hatte zum Üben sei das Ergebnis schon ganz ok :-) Jetzt bin ich also offizieller Puchpilot.

Übung Filter: Röchel Röchel
Am Freitag stand die "kleine" Übung Filter an. Feindliche Terrorist waren total wütend auf die Schweiz, den die Polizei hat einen Top-Super Terroristen gefasst. Die Untergrundorganisation "Black Snake" droht mit einem Giftgas-Anschlag auf die Stadt Thun (Wieso nehmen die Idioten keine grössere Stadt die nicht in meiner Nähe liegt ;-)). Sie haben sich per Zufall auch gerade in der Häuserkampfanlage auf der Panzerpiste verschanzt. 
Da das ganze so am Weg liegt, hat sich also der Waffenplatz entschlossen einige Rekruten zu schicken welche die Terroristen festnehmen. Das ganze natürlich im BG 2 (ABC-Schuhe, Hose und Jacke) wahrscheindlich das man auf dem Weg dorthin nicht friert.Wird wurden tapfren Rekruten wurden also auch Lastwagen verladen und bis zur Gefahrenzone hin verschoben. Dort mussten wir einen gesicherten halt beziehen und warten. Nichts passierte, ausser dem romantischen Brummen einiger Panzer war nichts zu hören. Doch plötzlich ein Knall und eine grosse Rauchwolke. C-ALARM.... Die Terroristen hatten wohl keine Lust zu warten und haben die C-Bombe gezündet. Schnell die Schuma angezogen und mich wieder bereit gemacht für den Kampf.
Die Terroristen gingen wohl selbst drauf (Sie hatten halt keinen Nummer 1 Schutzanzug wie wir ;-)) Leider hat es wohl auch unsere Lastwagenfahrer erwischt. Wir durfen also mit mehreren verletzten auf der Bare zurück in die Halle verschieben. Bis auf Tragen des Verletzten war es eigentlich ziemlich gemütlich. Die Schuma ist nicht alzu schlecht und wenn man nicht gerade weit Rennen muss bekommt man auch genug Luft. 
Bei der Halle mussten wir uns dekontaminieren. Richtig den Anzug ausziehen und dann war der Spass auch schon wieder vorbei.
Ein unterhaltsamer Nachmittag kann man wohl sagen :-) (Soll noch einer Sagen Militär sei kein Sandkasten für grosse)

Die Weisse Kugel
Diese Woche fühlte ich mich einige Male wie die weisse Kugel im Billiard. Eine Kissenschlacht kann ja Witzig sein, Noch lustiger ist es wenn man das ganze nach Lichterlöschen macht doch der absolute Hammer ist es wenn Rekrut Rüegg zwischen zwei sich bekämpfenden Betten liegt. So wurde ich unfreiwilig in den Kampf miteinbezogen. Und konnte nicht aber erfolgreich verteidigen. (Wenn irgendjemand sagt Mahadma Gandhi hatte recht mit seinem Gewaltlosen wiederstand - ER LÜÜÜGT)
Ja so verbrachte ich einige unruhige Nächte während die anderen ausfechteten wer der bessere Kissenwerfer ist.

Hier Unterschreiben bitte - Hmm... - Danke, viel Spass in der UOS
Tja, jetzt ist es passiert, sie wollen mich definitiv als Kader. In meiner Entscheidungsfindung ob ich weitermachen soll oder nicht, hab ich mich entschieden nur zu Unterschreiben wenn sie mich wirklich wollen, D.h. ich habe bei den Gespräche immer gesagt, dass ich es zwar machen würde, ich aber auch gar nicht unglücklich wäre wenn ich es nicht machen müsste.
Beim zweiten Gespräch war der Adjudant so begeistert von mir (hat wohl die Resultat des Wochentests gesehen) und hat ohne zu Fragen mir den Vorschlage erteilt.
Am Freitag wurden wir Anwärter dann alle in einem Raum versammelt, mussten einigen Papierkram erledigen und dann gings auch schon zur Vorschlagserteilung. Eigentlich dachte ich mir könnte ich noch einwenig mit im darüber Reden, aber nix. Er legte mir das Blatt hin und ich unterschrieb. Was hab ich mir da nur eingebrockt. We will see. Ab nächste Woche bin ich nicht mehr Rekrut sonder Soldat... Well done... 

Samstag, 1. Dezember 2007

Woche 5: Bruuummm Bruuummm

Schon wieder ist eine Woche vergangen und diese Woche gabs einiges zu lernen :-)

Glatzenkrankheit: Achtung, die Dompteuse geht um
Eine schwerwiegende Krankheit geht in der PzGren Bes Kompanie um. Die Glatzenkrankheit. Immer mehr Rekruten verlieren ihre Haare. Der Verursacher? Nein keine Chemotherapie oder altershalber. Nein die wandelnde Domdeuse (auch unter dem Decknamen Rasierapparat bekannt) geht um. Ständig muss man um seine schöne Haarpracht bangen. Den plötzlich taucht sie hinter einem auf, in der Hand eines von ihr wahrscheinlich besessenen Rekruten auf. Und versucht zuzuschlagen. Bis jetzt konnte ich ihr entgehen. Doch die Gefahr besteht. Hoffe nun inständig, dass sie nicht plötzlich Nachtaktiv wird. Denn im Schlaf bin auch ich Machtlos. Aber ich werde mich zur wehr setzen. Und versuche mich so gut es geht von der Glatzenkrankheit zu schützen.

Inspektion: 2=4 ich bin Panzergrenadier?
Die kleine Inspektion stand an. Eine Inspektion ist dazu da dem Schulkommandant zu zeigen welcher Zug ausbildungsmässig den längsten, grössten und besten hat. Dazu muss man so kuhle Sachen machen wie: Gewehr in 60 Sekunden zerlegen, Sackbefehl ausbreiten, in der Gegend rumfunken und die Krondisziplin: Die Zugschule.
Da wir vom Zug Canale sowieso die Besten sind war für uns klar, dass wir die Inspektion mit Bravour bestehen werden ;-) Ist ja klar den Gegen einen Russenzug und eine Funtruppe ist es ja nicht schwer sich durch zu setzen.
Ja und dann kam der Grosse Moment, wir standen da in einer Kolonne, Brust raus, stolze Haltung, keine Bewegung (und mein linkes Ohr hat gebissen, ich dachte es fällt jetzt dann ab...) der SchuKo (Schulkommandant) watschelte an uns vorbei. Das schwirigste an der ganzen Übung war wohl das Lachen zu unterdrücken. Und als ich den altbewährten Trick versuchte mir die Leute Nackt vorzustellen bekam mich so ein grausen als der Schuko mit seinem Bierranzen vorbeilief, dass ich fast geplatzt währe vor lachen.
Trotzdem meisterten wir das. Dann stand unser Zugführer vor uns hin, befahl uns ins Daher und dann fing es an mit den Reaktionsübung.

Das sieht dann etwa so aus (YouTube):
*ironiemodus ein* Top motiviert *ironiemodus aus* rannten wir also hin und her auf dem Platz. Als ich versuchte einen heruntergefallenen Handschuh aufzufangen, machte ich ziemli unsanft Bekanntschaft mit dem Betonboden. Ein blutender Handballen sowie ein offenes Knie war die folge.
Trotzdem machte ich weiter. Und dann passierte das was nie hätte passieren dürfen. Unser Zugführer befahl: In zwoer Kolonen.... Marsch... Und was machen unsere Obergefreiten (unsere direkt Vorgesetzten) diese *nett sein modus ein* Globis *nett sein modus aus* stehen in vierer Kolonen ein. Das warf natürlich das ganze Konzept durcheinander und wir bekamen ein Ungenügen. Na dankeschön :-)
Beim anschliessenden Gewehr ausseinandernehmen. Konnte ich trotz blutender Hand die 60 Sekunden einhalten.
Beim zusammenbauen passierte dann das Malheur. Ich haute mit der blutenden Hand voll Gegen einen Boltzen. Das Tat weh und ich verpasste die Zeit von 90 Sekunden.
Trotzdem sah es ziemlich spektakulär aus, als ich dem SchuKo mein mit Blut verschmiertes Gewehr präsentierte :-)
Der Schluss der Inspektion war dann nicht mehr alzu schwer. Wir wurden in Gruppen eingeteilt und mussten einige Aufgaben lösen. Wir waren dann alle froh als der SchuKo wieder weg war und ich endlich meine Hand verbinden konnte und das Gewehr anständig putzen.

Militärische Leistung: Es muss gut aussehen
Ein Punkt, welcher mir während dieser Woche sehr aufgefallen ist, ist das "gut aussehen". Alles muss gut aussehen, das Mat, die Truppe, die Panzer, die Arbeit. Aber nichts muss wirklich gut sein. Man spricht immer nur vom gut aussehen. Vor allem wenn der Schuko vorbeikommt, ist es egal wenn die Hälfte des Zuges mit ausgeliehenen Sackmessern rumläuft. Hauptsache es sieht gut aus. Eigentlich schade. Aber trotzdem kann ich euch sagen, ich seh heute wirklich gut aus.

Kompanie Kommandant: So einem "Grüenchäppli" hören wir doch gar nicht zu
Da unser Kadi uns leider für vier Wochen verlassen musste (war wirklich ein super Typ), bekamen wir einen Ersatz von den Gefechtlern. So ein Ex-Füsel. Leider ging es nicht lange, dass er seinen Einfluss auf uns wirken liess. Er liess uns beim AV unzählige Liegestützen (LOL unser Feldi machte dabei schlapp :D) machen und benahm sich sonst wie der hinterste. Wir haben die starke Vermutung, dass irgendwas in seiner Kindheit schief ging. Aber müssen wir nun durch, aber wir helfen ja gern dabei wenn es darum geht ein Manko zu kompensieren.

ID: Die Dusche der Einsamkeit
Der innere Dienst ist dazu da, sich selbst zu putzen und waschen, das Zimmer aufzuräumen, etc. Und da passierte mir doch etwas ganz besonderes. Ich hatte die Dusche ca. 15 Minuten ganz alleine für mich. Ein wirklich unglaubliches Gefühl. Einfach alleine zu sein. Etwas das einem total fehlt hier. Ihr könnt euch wohl nicht vorstellen wie viel entspannter ich aus der Dusche kam. 15 Minuten einfach einen freien Kopf bekommen. :-) Dann gings auch schon wieder los, zurück ins Zimmer.

Wochentest: "Ja ist der jetzt schon fertig?"
Am Montag Nachmittag war ein grosser Wochentest auf dem Plan. Wer hier sehr gute Leistungen zeigte konnte schon am Freitag nachhause.
Natürlich hofften so einige am Freitag nach hause gehen zu können. Wer einer der verschiedenen Posten nicht bestand musste am Samstag Morgen für die Übung Schliff antraben und konnte dementsprechend erst am Samstag Mittag nachhause.
Es stand also viel auf dem Spiel. Ich machte mich mit einem anderen Rekrut auf den Weg. Und siehe da. Schon eine E (Erfüllt) regneten auf uns hinab. Doch dann passiert es. Der Gewehr Manipulierposten. Ein extrem pingeliger Obergefreiter und sehr wenig Zeit. Nervös wie Anton riegelte ich und machte ein Fehler nach dem anderen. Doch am Schluss reichte es doch. Wieso? Der Obergefreite war so auf meinen Kameraden fokusiert, dass er meine Fehler total übersah :-)
Nach ABC Posten (bei dem wir wiedermal unser Gewehr mit Entgiftungspuder einseifen durften :-( ), einigen Theorien und dem Funk Posten kam mein absoluter Favourit. Ich nenn ihn jetzt mal ganz salop den Kampfsau-Posten.
Ziel war es sich durch einige Deckungen, Tunnels, und offen Stellungen zu kämpfen und am Schluss einen Verletzen Soldaten am anderen Ende zu bergen und ihn zurück zu bringen. Ein Posten für alle Hobby-Rambos und Sandkastensoldaten. Ich hatte auch einen grossen Spass. Kriegspielen für grosse :-)
Ja und was ist denn jetzt los? Wo ist der nächste Posten? Was das waren schon alle? Kann nicht sein. Locker watschelte ich zurück zum Ziel und siehe da. Ich war der Erste. Mit 20 Minuten Abstand. Hoppla Georg. Dabei hatte ich es immer sehr gemütlich auf dem Postenlauf. Naja jetzt hatte ich dafür ausreichend Zeit mein Gewehr und meine Schuhe zu putzen. Dies gehörte nämlich auch zur Bewertung, wie wir aber erst am Schluss erfuhren... So putze ich ca. 1 Stunde mein total eingepuderetes Gewehr und meine dreckigen Schuhe.
Ja und so war ich ziemlich happy, dass ich als einer von ca. 10 aus der Kompanie am Freitag nach Hause kann. Doch am Donnerstag wurden wir Fahrer dann hart enttäuscht. Wieso, diese Antwort wird euch gerne unser allzu beliebtes Grüenchäppli geben. Aber da ihr ihn nicht selber Fragen könnt. Erzähl ich es euch das ganze etwas später. (Spannung aufbauen ist doch was tolles)
Faspa: Playstation 2 mit krassem Controller und Rumble Pack
Endlich hatte das Warten ein Ende. Wir konnten unsere Fähigkeiten im Fahrsimulator Schützenpanzer (Kurz Faspa) beweisen. Der Fahrsimulator ist ein genauer Nachbau des Fahrerstandes. Rundherum ist ein überdimensionaler, halbrunder Bildschirm und untendran sorgen einige Hydraulikgelenke für den nötigen Fun (ähnlich wie der Simulator im Verkehrshaus).
Schnell die Übung starten und dann gings auch schon los. Eine nette Computer Männerstimme erklärte uns was wir zu tun und zu lassen haben. Wirklich mühsam war nur, dass sie jeden Befehl ca. 10 Mal wiederholte. Den Satz: "Sie haben kein Licht" dröhnt mir immer noch in den Ohren.
Nur so zum Spass fuhr ich einige Male aufs Trottoir und das rüttelt ziemlich stark. Da freu ich mich doch schon auf die richtige Fahrschule wenn ich in echt einige Randsteine absagen darf :-P
Alles in allem war es eine tolle Erfahrung. Mir wurde es auch überhaupt nicht schlecht (Einige Rekruten hatte extrem mühe). Für eine vier Millionen teure überdimensionale Playstation also ganz passabel.

Puch: Kollektive Verfahrschule
Wenn das Kader nicht mehr weiss was sie noch mit dem Rest der Woche machen könnten. Dann gehen sie mit den Fahrern in die Puch Fahrschule. Man braust einfach einige Stunden in der Umgebung Thun herum (Über die bequeme Rückbank des Puchs und ihre Möglichkeit Schlaf nachzuholen hab ich euch ja bereits informiert). Witzig war es deswegen, da wir jeden Hennenschiss einen Puch verloren. Der einte Puch konnten wir dann irgendwo in Interlaken wiederfinden :-) Die hatten wohl definitiv die falsche Ausfahrt genommen. Unser Leutnant meinte nur jetzt wo wir endlich mal die Chance hätten wie schwule Eglis zusammen zu kleben sollten wir sie auch wahrnehmen.

Panzer-Pédé: Was ist jetzt auch der Panzer schwul?
Am Freitag stand der grosse Wochen-PD an. Nein nicht wie viele vermuten eine schwule Woche auf Französisch. Sondern den Wochenparkdienst am Panzer. Drei bis fünf Stunden wollten sie uns damit beschäftigen. Streng nach Reglement gingen wir also an die Panzer und Putzen und Kontrollierten wir die Panzer. Leider ist den Reglement-Schreiber das Wort Redundanz nicht ganz klar. So konnten wir nach Reglement ca. 3 Mal die Sitze der Fahrer erstellen zweimal Scheiben putzen und sonst so einiges Doppelt machen. Natürlich haben wir dies gewissenhaft gemacht...

Was mir fehlt...
Nein, werde hier jetzt nicht Standart-Sprüche wie: Meine Freundin, die Familie, Jungschar und meinen Hund hinschreiben (Whupps schon passiert) das stimmt zwar alles, aber diese Woche viel mir etwas ganz anderes auf.
Mir fehlen zwei kleine Worte: Danke und Bitte. Die Inexistenz dieser fällt einem zwar nicht so leicht auf, doch trotzdem sind sie meistens einfach nicht da.
Würde man einem Befehl "Bitte" anhängen, dann währe das ja wohl kein richtiger Befehl mehr. Und wer sagt schon danke dafür das er nur etwas ausgeführt hat was ihm befohlen wurde.
Als ich einmal ganz Laut Bitte sagte, als ich jemandem einen Hammer in die Hand drückt schaute er mich verdutzt an und sagte: So jetzt aber weiterputzen.... Na danke...

Leistungsabtreten: Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken
Ja wie schon gesagt, wurden einige Hoffnungen am Donnerstag schnell zerstört, dass man am Freitag schon ins verdiente Wochenende vereisen hätte können.
Der liebe Kadi meinte nämlich ganz beiläufig: "Ach ja, die Fahrer welche den Test im Faspa heute nicht bestehen dürfen dann auch noch an die Übung Schliff kommen!"
Wie bitte? Hab ich da richtig gehört... Wohl kaum, doch es war Tatsache. Der Sack, hat einfach die Voraussetzungen für das Leistungsabtreten geändert und sich somit wohl zur "most hated person" auf dem Waffenplatz gemacht. Auch ich war etwas nervös, denn auch ich war in Gefahr.

Faspa-Test: 1. Rekruten haben nie recht und 2. Stimmt ersten immer
Leicht nervös setze ich mich als am Donnerstag Nachmittag in den Simulator schnallte mich an und fuhr los. Eine einfache Strassenfahrt, Kreisel, Rotlichter, enge Strassen, von allem war etwas dabei. Doch nach dem Test war ich ganz zufrieden mit mir. Ausser das ich vergessen habe den Motor nach dem Anhalten 2 Minuten laufen zu lassen, hatte ich keine grösseren Schnitzer in meinem Programm.
Die Auswertung zeigte dann aber ein ganz anderes Bild. Der Computer sagte nämlich, das ich am Kreisel den Fahrzeugen den Vortritt nicht gewährt hatte und somit die Prüfung nicht bestanden hätte.
Ich war mir aber 100% sicher das ich die Autos durchgelassen hatte. Es gab einige Diskussionen mit dem Übungsleiter. Dieser wollte mir das ganze nicht glauben und behauptete immer noch nach dem Anschauen meiner Fahrt, dass ich halt zu spät gebremst hätte und so im Kreisel stehe. Ich werte mich weiter. Er holte den Chef der Simulatoren und auch dieser sagte mir, dass es mein Fehler sei.
Aber immerhin erlaubte er mir meine Fahrt aus einer anderen Perspektive anzuschauen. Und siehe da, ich stand ca einen Meter weg von den ersten Haifisch Zähnen.
Der Chef kuckte etwas verdutzt und meinte dann nur kurz: "Ja dann gibts halt diese Punkte noch." Keine Entschuldigung, nix. Arroganter Sack.
Immerhin konnte ich nun sicher am Freitag abtreten, Leider reichte es für einige meiner Kameraden nicht, da nützte kein Stürmen. Der Kadi zuckte nur mit den Schultern. Da kann ich nur sagen: Schade für ihn. Da hat er doch gerade noch seine letzten Credits verschenkt.

Der Rest der Woche im Schnelldurchlauf
Diese Woche konnten wir das erste Mal mit dem echt Panzer fahren und auch einige Manöver fahrern, sonst war noch viel Puchfahrschule und Theorien über Funk, Klimanlage, Elektroanlage etc auf dem Plan. Nichts wirklich spannend oder erwähnenswertes. Bilder sprechen jedoch mehr. Darum hier zum Schluss noch einige Impressionen.